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Beschreibung
vor 3 Tagen
In Folge 302 blicken wir tief unter die Erdoberfläche des Harzes,
wo die Nationalsozialisten nach der Niederlage von Stalingrad mit
dem „Totalen Krieg“ und einer geheimen Wunderwaffe das Blatt
wenden wollten. Im Zentrum dieser Bemühungen stand die V2-Rakete,
deren Produktion nach einem Bombenangriff auf Peenemünde in das
unterirdische Stollensystem des KZ Mittelbau-Dora verlagert
wurde. Doch der technologische „Fortschritt“, der später den
Grundstein für die moderne Raumfahrt legte, basierte auf
unvorstellbarem menschlichem Leid.
Zehntausende Häftlinge aus fast 50 Ländern durchliefen das Lager
und waren gezwungen, unter inhumanen Bedingungen in staubigen,
dunklen Stollen ohne sanitäre Anlagen zu arbeiten und zu leben.
Während die SS-Führung und Ingenieure wie Wernher von Braun das
Projekt als Karrieresprungbrett nutzten, starben allein im ersten
halben Jahr fast 2.900 Menschen an Entkräftung und Unfällen. Wir
beleuchten in dieser Episode nicht nur die technischen
Hintergründe des „Aggregat 4“, sondern auch das moralische
Versagen der Verantwortlichen: Von der Sabotage durch
verzweifelte Häftlinge bis hin zur „Operation Paperclip“, die es
NS-Wissenschaftlern ermöglichte, nach dem Krieg Karriere bei der
NASA zu machen, während die Justiz viele Verbrechen ungesühnt
ließ. Ein beklemmendes Porträt über den schmalen Grat zwischen
genialer Erfindung und tiefster moralischer Finsternis.
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