Durchwurstler in chief: War das schlau von Ignazio Cassis?

Durchwurstler in chief: War das schlau von Ignazio Cassis?

vor 3 Wochen
Was die Schweiz in der Welt macht? Durchwursteln. Zum ersten Mal in der Geschichte der Schweiz nennt das mit Ignazio Cassis auch ein Bundesrat so. War das ungeschickt? Oder nur ehrlich?
41 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Wochen

Es war offensichtlich kein Zufall: Als die Journalisten der
«Schweiz am Wochenende» nachfragten, ob er das wirklich so
gemeint habe, durchwursteln, really?, da legte Aussenminister
Ignazio Cassis noch einen drauf: «’Durchwursteln’ gilt medial
gern als Makel. Ich sehe darin eher eine schweizerische
Kernkompetenz: den besten Weg zu finden, um unsere Interessen zu
wahren – Schritt für Schritt, mit gesundem Pragmatismus.» Eine
Kernkompetenz sogar!


Durchwursteln seit 1904


Tatsächlich begleitet das Reden vom Durchwursteln die Schweizer
Politik schon lange. Bereits im Dezember 1904, als im Parlament
ein neuer Handelsvertrag mit Italien verhandelt wurde, sagte der
Berichterstatter der Zollkommission, Frey, (mit Vornamen hatte
man es in der Berichterstattung damals nicht so): «Man kann aber
in der Tat viel vermischen, wenn man sich von einem Vertrag zum
andern durchwurstelt und nicht von Anfang an fest entschlossen
ist, die grossen Linien beständig vor Augen zu halten.»


Von da an wurde gewurstelt. Im Zweiten Weltkrieg, im Kalten
Krieg, nach dem Kalten Krieg. Immer, wenn die Situation etwas
komplizierter für den Kleinstaat wurde.


Es ist also nicht so, als ob das Konzept des Durchwurstelns ein
unbekanntes wäre. Nur dass es ein Bundesrat so bezeichnet – das
ist neu. Was bedeutet das? Warum hat das Cassis gemacht? War das
Kalkül? Oder Ungeschick? Im Politik-Podcast «Politbüro» wursteln
heute Jacqueline Büchi, Fabian Renz und Mario Stäuble. Sie sind
zu Gast bei Philipp Loser.


Produzentin: Sara Spreiter


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