"Spannung bei Karl May" Winnetou, spannend und komisch? - Michel Andermatt

"Spannung bei Karl May" Winnetou, spannend und komisch? - Michel Andermatt

vor 1 Woche
1 Stunde 2 Minuten
Podcast
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Beschreibung

vor 1 Woche

"Er hielt einige Augenblicke inne, jedenfalls um die
Spannung seiner Zuhörer zu vergrößern"
"Spannung und Retardierung in Karl Mays
"Winnetou-Trilogie"


Lesung (Hördauer ca. 58 min)





DAS FÜNFUNDFÜNFZIGSTE JAHRBUCH ist in der langen Geschichte der
Karl-May-Gesellschaft das erste, für das der im Februar 2025
verstorbene Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Claus Roxin nicht mehr als
Mitherausgeber fungiert. Das Jahrbuch ist daher dem
verdienstvollen langjährigen Vorsitzenden und späteren
Ehrenvorsitzenden der KMG gewidmet. Die hier versammelten
Beiträge zeigen ein weiteres Mal eindrücklich, dass nicht nur die
Forschung zu Karl May weiterhin neue Erkenntnisse bringt, sondern
dass auch die Grundlagenforschung noch nicht abgeschlossen ist.


Martin Lowsky präsentiert erstmals eine vollständige deutsche
Übersetzung der Briefe der französischen Übersetzerin Juliette
Charoy an Karl May, und Joachim Biermann kommt zu neuen
Ergebnissen bei der Suche nach Mays Vorlagen zu seiner
Bearbeitung des ›Waldläufers‹ von Gabriel Ferry. Die Untersuchung
von Spannung und Retardierung in Mays Werk durch Michael
Andermatt zeigt, dass deren Verwendung auch in Abenteuerromanen
keineswegs trivial ist. Helmut Schmiedt und
Hartmut Vollmer gehen in ihren Aufsätzen Verbindungen
zwischen Karl May und Thomas Mann bzw. Friedrich
Schiller nach und verdeutlichen, dass die Grenze zwischen Hoch-
und Trivialliteratur eine künstliche ist.


Vier Beiträge widmen sich der Figurenebene. Laura Thüring
analysiert in ihrem Beitrag die Figurenkonstitution des Westmanns
Sam Hawkens, und Theresa Homm untersucht vergleichend
Figurenkonstellationen bei Karl May und James Fenimore Cooper.
Zwei Beiträge befassen sich mit der Figur Quimbo: Stefan Schmatz
betrachtet Mays Quimbo vor dem Hintergrund der gleichnamigen
Figur in Harriet Beecher Stowes ›Onkel Toms Hütte‹, während Rudi
Schweikert der Namensherkunft nachgeht und davon ausgehend
narrative Elemente in Mays Werk erörtert.


Der weiterhin aktuellen postkolonialen Debatte widmet sich Malte
Ristau mit Überlegungen zu Mays kolonialem Mindset, und Florian
Schleburg stellt zwei Eingaben aus dem Jahr 1957 an den US-Senat
vor, die sich für die indigene Bevölkerung stark machen und
deutlich von der Lektüre Karl Mays inspiriert sind.





Prof. Dr. Michael Andermatt, geboren 1956, ist
Titularprofessor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der
Universität Zürich, an der er 1985/86 promovierte und 1995
habilitierte. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der
deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere
auf den Werken von Ludwig Achim von Arnim, Gottfried Keller und
Conrad Ferdinand Meyer. Er ist Mitherausgeber des
Gottfried-Keller-Handbuchs (2018) sowie des Bandes Keller zum
Vergnügen (2019) und seit 2021 im Ruhestand.





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Redaktion und Realisation Uwe Kullnick
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