Wie lässt sich Cybercrime in den Griff kriegen?
vor 6 Tagen
Nur eine von drei Straftaten im Netz wird aufgeklärt, viele werden
gar nicht erfasst. Ein Staatsanwalt erklärt, woran das liegt – und
warnt die Drahtzieher.
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 6 Tagen
Sieben Jahre und zehn Monate: So lang muss der Mann ins Gefängnis,
der als ZombieVampire das Crimenetwork betrieben hat – einen der
größten deutschsprachigen illegalen Marktplätze im Internet. Auf
dem Marktplatz wurden nicht nur Drogen gehandelt, sondern auch
Kontodaten, gefälschte Pässe oder Anleitungen für Straftaten im
Netz. Die sind heute so verbreitet, dass Ermittler nur etwa jeden
dritten erfassten Fall aufklären können – außerdem gibt es ein
großes Dunkelfeld. Aber wie funktionieren die Geschäftsmodelle von
Cyberkriminellen – und warum nehmen Marktplätze wie Crimenetwork
dabei so eine zentrale Rolle ein? Weshalb übt das Darknet so eine
Anziehungskraft auf junge Menschen aus, die dann zu Tätern werden?
Und wie reagiert die Szene darauf, wenn Darknet-Marktplätze
abgeschaltet und Täter festgenommen werden? Darum geht es in
der neuen Folge von "Ist das eine Blase?", dem Wirtschaftspodcast
der ZEIT. Die Hosts Carla Neuhaus und Jens Tönnesmann sprechen in
dieser Folge zunächst mit Kai Biermann und Martín Steinhagen aus
dem Investigativ-Team der ZEIT. Die beiden erklären, wie
professionell und arbeitsteilig Cyberkriminalität heute
funktioniert. "Cybercrime ist eine zunehmende Bedrohung für
die Volkswirtschaft, für die Sicherheit und den Betrieb von
kritischen Infrastrukturen und für ganz normale Menschen", sagt
Biermann. Dazu kommt, dass viele der Täter aus dem Ausland
operieren oder die technische Infrastruktur außerhalb Deutschlands
betreiben und deswegen besonders schwer zu fassen sind.
Außerdem ist Jan Löber zu Gast. Der Staatsanwalt von der
Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität
in Frankfurt am Main vertrat die Anklage im Verfahren gegen Jannis
H., der unter dem Namen ZombieVampire den Marktplatz Crimenetwork
betrieben hat. Löber berichtet, wie die Ermittler Jannis H. auf die
Schliche gekommen sind, warum solche Ermittlungen so langwierig
sind und warum die Ermittler nicht sofort zugegriffen haben, als
sie die Identität des Täters kannten. Löber erklärt auch, warum
sich so viele Cybercrimedelikte nicht aufklären lassen und was die
Kriminalität im Netz von analoger Kriminalität unterscheidet – und
weshalb Abschreckung und Prävention zu wenig wirken. "Die
Verlockungen des Darknet sind da schon teilweise sehr hoch", sagt
Löber. Er warnt die Täter aber auch, sich nicht in einer falschen
Sicherheit zu wiegen: "Wir, die Strafverfolgungsbehörden, haben
einen unheimlich langen Atem." Hier finden Sie die im Podcast
angesprochenen Beiträge: Diese Kriminellen wachsen sofort wieder
nach Jannis H. wurde Millionär, teure Autos, Wohnung in Dubai. Das
Angebot seiner Plattform: Drogen und Kontodaten. Sein Prozess
zeigt, wie Darknet-Bosse Nachfolger schulen. Dieser Emoji half, ihn
zu überführen: Jannis H. hat mit dem Drogenhandel auf seiner
Plattform Crimenetwork ein Vermögen gemacht. Nun wurde er
verurteilt. Eine Botschaft war dem Richter besonders wichtig. Ein
Doppelleben als Familienvater und Darknet-Baron Martin "The One"
Frost betrieb einen der größten Marktplätze im Darknet – bis er
aufflog. 2021 wurde er zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Wo
ist die Millionenbeute? Wie rutschte Louis ins Darknet ab? In der
Schule wird er gemobbt, im Darknet erfährt er Anerkennung – und
taucht immer tiefer in eine kriminelle Szene ab. Folge eins unserer
Miniserie über Louis [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer
Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr
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der als ZombieVampire das Crimenetwork betrieben hat – einen der
größten deutschsprachigen illegalen Marktplätze im Internet. Auf
dem Marktplatz wurden nicht nur Drogen gehandelt, sondern auch
Kontodaten, gefälschte Pässe oder Anleitungen für Straftaten im
Netz. Die sind heute so verbreitet, dass Ermittler nur etwa jeden
dritten erfassten Fall aufklären können – außerdem gibt es ein
großes Dunkelfeld. Aber wie funktionieren die Geschäftsmodelle von
Cyberkriminellen – und warum nehmen Marktplätze wie Crimenetwork
dabei so eine zentrale Rolle ein? Weshalb übt das Darknet so eine
Anziehungskraft auf junge Menschen aus, die dann zu Tätern werden?
Und wie reagiert die Szene darauf, wenn Darknet-Marktplätze
abgeschaltet und Täter festgenommen werden? Darum geht es in
der neuen Folge von "Ist das eine Blase?", dem Wirtschaftspodcast
der ZEIT. Die Hosts Carla Neuhaus und Jens Tönnesmann sprechen in
dieser Folge zunächst mit Kai Biermann und Martín Steinhagen aus
dem Investigativ-Team der ZEIT. Die beiden erklären, wie
professionell und arbeitsteilig Cyberkriminalität heute
funktioniert. "Cybercrime ist eine zunehmende Bedrohung für
die Volkswirtschaft, für die Sicherheit und den Betrieb von
kritischen Infrastrukturen und für ganz normale Menschen", sagt
Biermann. Dazu kommt, dass viele der Täter aus dem Ausland
operieren oder die technische Infrastruktur außerhalb Deutschlands
betreiben und deswegen besonders schwer zu fassen sind.
Außerdem ist Jan Löber zu Gast. Der Staatsanwalt von der
Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität
in Frankfurt am Main vertrat die Anklage im Verfahren gegen Jannis
H., der unter dem Namen ZombieVampire den Marktplatz Crimenetwork
betrieben hat. Löber berichtet, wie die Ermittler Jannis H. auf die
Schliche gekommen sind, warum solche Ermittlungen so langwierig
sind und warum die Ermittler nicht sofort zugegriffen haben, als
sie die Identität des Täters kannten. Löber erklärt auch, warum
sich so viele Cybercrimedelikte nicht aufklären lassen und was die
Kriminalität im Netz von analoger Kriminalität unterscheidet – und
weshalb Abschreckung und Prävention zu wenig wirken. "Die
Verlockungen des Darknet sind da schon teilweise sehr hoch", sagt
Löber. Er warnt die Täter aber auch, sich nicht in einer falschen
Sicherheit zu wiegen: "Wir, die Strafverfolgungsbehörden, haben
einen unheimlich langen Atem." Hier finden Sie die im Podcast
angesprochenen Beiträge: Diese Kriminellen wachsen sofort wieder
nach Jannis H. wurde Millionär, teure Autos, Wohnung in Dubai. Das
Angebot seiner Plattform: Drogen und Kontodaten. Sein Prozess
zeigt, wie Darknet-Bosse Nachfolger schulen. Dieser Emoji half, ihn
zu überführen: Jannis H. hat mit dem Drogenhandel auf seiner
Plattform Crimenetwork ein Vermögen gemacht. Nun wurde er
verurteilt. Eine Botschaft war dem Richter besonders wichtig. Ein
Doppelleben als Familienvater und Darknet-Baron Martin "The One"
Frost betrieb einen der größten Marktplätze im Darknet – bis er
aufflog. 2021 wurde er zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Wo
ist die Millionenbeute? Wie rutschte Louis ins Darknet ab? In der
Schule wird er gemobbt, im Darknet erfährt er Anerkennung – und
taucht immer tiefer in eine kriminelle Szene ab. Folge eins unserer
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