Stürzt der Irankrieg unsere Wirtschaft noch tiefer in die Krise?

Stürzt der Irankrieg unsere Wirtschaft noch tiefer in die Krise?

vor 2 Wochen
An den Zapfsäulen sind die höheren Preise längst angekommen, womöglich aber kehrt auch die allgemein hohe Inflation zurück. Entscheidend ist dafür vor allem eines: Zeit.
53 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Wochen
Für Donald Trump ist die Sache klar: Der Anstieg der Ölpreise ist
nur von kurzer Dauer, schadet kaum und dient dem Weltfrieden – nur
Narren würden das nicht verstehen, teilte er kürzlich auf seiner
Plattform Truth Social mit. Viele Menschen haben hingegen einen
anderen Eindruck, wenn sie tanken: Sie zahlen dort auch für einen
Krieg, der im Nahen Osten Tod und Leid bringt, dessen Ziele nicht
klar sind und dessen Ende bisher nicht absehbar ist. Eigentlich war
die Hoffnung groß, dass Deutschland in diesem Jahr endlich aus dem
wirtschaftlichen Abschwung herauskommt, der im Jahr 2022 mit dem
Angriff Russlands auf die Ukraine begonnen hatte. Auch damals
stiegen die Energiepreise stark an, auch Lebensmittel und andere
alltägliche Produkte und Dienstleistungen wurden sprunghaft teurer.
Die hohe Inflation hielt sich über Monate. Wie einschneidend sind
die Konsequenzen dieses Mal? Welche Folgen hat der Ölschock für
Deutschland? Wie treiben die Energiepreise die Inflation insgesamt,
wie sehr stürzen sie die Wirtschaft noch tiefer in die Krise? Was
bleibt vom vorausgesagten Wachstum von einem Prozent gegenüber 2025
in diesem Jahr noch übrig? Welche Folgen hat der Schock für die
Weltwirtschaft und wo sind seine Spuren schon jetzt besonders
spürbar? Darum geht es in dieser neuen Folge von Ist das eine
Blase?, dem ZEIT-Wirtschaftspodcast über Geld, Macht und
Gerechtigkeit. Zu Gast ist Gabriel Felbermayr, der kürzlich in den
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung berufen wurde und im Podcast auch dazu Stellung nimmt,
wie er seine Rolle dort ausüben will. Die Außenwahrnehmung der
sogenannten Wirtschaftsweisen sei in den vergangenen Jahren "nicht
ideal“ gewesen, sagt Felbermayr, er wolle dazu beitragen, das zu
ändern. Felbermayr sagt, der Krieg im Nahen Osten mache ihn "sehr
nervös“, und zwar in erster Linie die Zerstörung und der Tod. Aber
auch die ökonomischen Folgen seien nicht zu unterschätzen: Die
steigenden Energiepreise hätten auch das Potenzial, "die
Weltwirtschaft zu beschädigen“, sagt Felbermayr. Mit Blick auf
Deutschland könne "bis zu einem halben Prozentpunkt Wachstum wieder
weg sein“, erklärt der Ökonom. "Damit ist von dem prognostizierten
Aufschwung zwar noch etwas übrig. Es ist nicht so, dass dann die
Rezession käme, aber das wäre nur eine sehr kleine Wachstumsrate
nach oben.“ Felbermayr weist außerdem darauf hin, dass die Folgen
sozial sehr ungleich verteilt seien: "Die Supermarktkassiererin,
die weit einpendeln muss, ist ganz anders betroffen als ein
Journalist, der mit dem Fahrrad aus dem netten Vorort in die Stadt
fährt und keine teuren Energie-Kosten hat.“ In dem Podcast
erläutert Felbermayr auch, welche Politik nun vonnöten ist und was
beispielsweise davon zu halten ist, dass Tankstellen ihre Preise
nur noch einmal täglich anheben dürfen. Zu Gast ist außerdem Kolja
Rudzio, der stellvertretende Leiter des Wirtschaftsressorts der
ZEIT, der sich zuletzt intensiv mit den Folgen des Ölschocks
beschäftigt hat.  [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer
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