#156 - Felix Oldenburg - Klima, ist es ok ein Ars...loch zu sein?

#156 - Felix Oldenburg - Klima, ist es ok ein Ars...loch zu sein?

vor 2 Tagen
53 Minuten
Podcast
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Beschreibung

vor 2 Tagen

In dieser Folge meines Podcasts spreche ich mit Felix Oldenburg
über eine provokante Frage: Warum fließt eigentlich so wenig Geld
in Lösungen für den Klimawandel, obwohl unsere Gesellschaft so
reich ist? Felix bringt eine überraschende Perspektive mit:
Deutschland befindet sich wirtschaftlich in einem historischen
Wohlstandsmoment. Jedes Jahr werden rund 400 Milliarden Euro
vererbt, mehr als jemals zuvor. Und trotzdem entsteht
gesellschaftlich oft das Gefühl, dass für Klimaschutz oder
gesellschaftliche Transformation kein Geld vorhanden ist.


Im Gespräch wird deutlich, dass das Problem weniger im fehlenden
Geld liegt, sondern vielmehr in den Strukturen, Regeln und
kulturellen Narrativen rund um Vermögen. Felix beschreibt drei
zentrale »Fesseln des Wohlstands«:


Ein großer Teil des Vermögens ist vererbtes Geld, das
psychologisch als »Geld der nächsten Generation« wahrgenommen
wird und deshalb nicht frei eingesetzt wird.

Vermögen ist häufig vertraglich oder institutionell gebunden,
etwa durch Vermögensverwalter oder komplexe Familienstrukturen.

Stiftungen, die eigentlich gesellschaftlichen Nutzen schaffen
sollten, binden Kapital oft langfristig und lassen nur kleine
Teile der Erträge für gute Zwecke frei.



 


Wir sprechen auch darüber, warum gesellschaftliche Debatten über
Reichtum häufig so konfrontativ sind, dass sie Engagement eher
bremsen als fördern. Gleichzeitig diskutieren wir mögliche
Lösungen: bessere Rahmenbedingungen für Impact Investing, eine
Reform des Stiftungsrechts und neue digitale Instrumente, die
Philanthropie einfacher und zugänglicher machen.


 


Meine Takeaways


1. Geld ist nicht das eigentliche Problem. Deutschland ist so
reich wie nie zuvor – aber große Teile des Vermögens sind
strukturell gebunden oder kulturell blockiert.

2. Die Regeln rund um Vermögen entscheiden darüber, was
möglich ist. Stiftungsrecht, Vermögensstrukturen und
Finanzprodukte bestimmen, ob Kapital tatsächlich für
gesellschaftliche Lösungen mobilisiert werden kann.

3. Die Zukunft hängt stärker von individuellem Engagement ab.
Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass Politik oder
Institutionen automatisch Lösungen liefern. Immer mehr Menschen
werden selbst aktiv – durch Spenden, Impact Investing oder
gesellschaftliches Engagement.



 


Kapitel


03:00 – Die wahren Kosten des Nichtstuns


06:50 – Die »Fesseln des Wohlstands«


12:20 – Wann ist eigentlich »genug«?


15:30 – Reichtum, Moral und öffentliche Debatten


17:10 – Klimawandel, soziale Konflikte und Demokratie


19:00 – Steuerpolitik und große Vermögen


22:00 – Stiftung oder Steuersparmodell?


26:40 – Geld fürs Klima: Welche Anreize funktionieren wirklich?


31:30 – Die fehlende Mitte der Philanthropie


34:30 – Nachhaltigkeit im Rückwärtsgang?


36:00 – Kommt der »Backlash der Guten«?


38:15 – Warum jeder Einzelne heute mehr Einfluss hat als je zuvor


40:00 – Demokratie, Krisen und gesellschaftliche Verantwortung


44:10 – Schlußfragen


 


Empfehlungen


https://bcause.com/media


https://www.urgewald.org/


https://bcause.com/orgs/urgewald


https://bcause.com/orgs/germanzero


Buchempfehlung:
https://www.ullstein.de/werke/der-gefesselte-wohlstand/hardcover/9783430212014


TedTalk: https://www.youtube.com/watch?v=zdYnTHIVL48


 


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