J.S. Bach: Johannes-Passion für Soli, Chor und Orchester BWV 245

J.S. Bach: Johannes-Passion für Soli, Chor und Orchester BWV 245

vor 1 Woche
Die Johannespassion gehört zu den eindrucksvollsten geistlichen Werken von J.S. Bach und ist – neben der Matthäuspassion – die einzige vollständig erhaltene Passion des Komponisten.
1 Stunde 59 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Woche
Die Johannespassion gehört zu den eindrucksvollsten geistlichen
Werken von J.S. Bach und ist – neben der Matthäuspassion – die
einzige vollständig erhaltene Passion des Komponisten. Bach hat
vermutlich insgesamt fünf Passionen geschrieben, doch nur diese
beiden sind vollständig überliefert; die übrigen gelten als
verschollen. Die Johannespassion wurde am Karfreitag des Jahres
1724 in Leipzig uraufgeführt. Für Bach war dies eine besondere
Situation: Erst kurz zuvor hatte er sein Amt als Thomaskantor
angetreten und stand damit erstmals in der Verantwortung für die
Kirchenmusik an den Leipziger Hauptkirchen. Mit der Johannespassion
präsentierte er ein Werk von grosser musikalischer und dramatischer
Intensität. Die Passion erzählt die Leidensgeschichte Jesu nach dem
Evangelium des Johannes – jedoch nicht nur als Bericht, sondern als
emotionales musikalisches Geschehen. Schon bei der Uraufführung
beeindruckte das Werk durch seine starke Ausdruckskraft.
Chorpassagen voller dramatischer Energie, bewegende Arien und
eindringliche Rezitative lassen die biblische Handlung sehr
plastisch erscheinen. Gleichzeitig rief diese emotionale Wirkung
auch Kritik hervor: Zeitgenossen empfanden die Musik stellenweise
als zu leidenschaftlich und beinahe «opernhaft» für den kirchlichen
Rahmen. Bach selbst arbeitete immer wieder an dem Werk und nahm im
Laufe seines Lebens mehrere Überarbeitungen vor. Nach seinem Tod
geriet die Passion zunächst in Vergessenheit. Erst im 19.
Jahrhundert, im Zuge der sogenannten Bach-Renaissance, wurde sie
wiederentdeckt und zunehmend aufgeführt. In dieser Zeit
interpretierte man Bachs Musik oft in grossen Besetzungen und
suchte einen monumentalen Klang. Heute versuchen Musikerinnen und
Musiker im Rahmen der historischen Aufführungspraxis, sich dem
ursprünglichen Klangbild des 18. Jahrhunderts anzunähern. Mit
kleineren Ensembles, historischen Instrumenten und einem neuen
Blick auf Bachs Partitur wird erforscht, wie die Johannespassion
zur Zeit ihrer Entstehung geklungen haben könnte. In der Diskothek
stehen fünf unterschiedliche Interpretationen im Vergleich. Gäste
von Eva Oertle sind die Sopranistin Stephanie Pfeffer und der
Chorleiter Tobias Stückelberger.
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