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Diabelli-Variationen von Beethoven, Schubert u.a.m.
18.05.2026
1 Stunde 59 Minuten
Anton Diabelli war Komponist und einer der bedeutendsten Musikverleger Wiens. Gerade als Verleger prägte er die Musikgeschichte nachhaltig – und das dank einer ebenso einfachen wie genialen Idee: Im Jahr 1819 verschickte Diabelli einen von ihm komponierten Walzer an zahlreiche Komponisten des österreichischen Kaiserreichs mit der Bitte, jeweils eine einzige Variation darüber zu schreiben. Geplant war eine Sammelpublikation für das klavierspielende Publikum – ein musikalisches Gemeinschaftsprojekt voller kurzer, leicht spielbarer Charakterstücke. Die Resonanz war überwältigend. Rund fünfzig Komponisten beteiligten sich an dem Vorhaben, darunter Franz Schubert, Franz Liszt, Johann Nepomuk Hummel, Carl Czerny und Franz Xaver Mozart. Auch Ludwig van Beethoven wurde angefragt. Doch anstatt nur eine einzelne Variation beizusteuern, entwickelte er aus Diabellis schlichtem Walzer einen monumentalen Klavierzyklus: die 33 Diabelli-Variationen – ein Werk von schier unerschöpflichem Ideenreichtum und heute ein Höhepunkt der Klavierliteratur. Diabellis Einfall wirkte weit über seine Zeit hinaus. Bis heute inspiriert der unscheinbare Walzer Komponistinnen und Komponisten zu immer neuen Variationen und musikalischen Deutungen. Genau diesem faszinierenden Kosmos widmet sich die aktuelle «Diskothek». Im Zentrum stehen verschiedene Interpretationen von Beethovens Diabelli-Variationen, aber auch den Variationen von Franz Schubert, Franz Liszt und Johann Nepomuk Hummel, die aus demselben Thema ganz eigene Klangwelten erschaffen haben. Zudem schlagen wir den Bogen bis in die Gegenwart mit einer zeitgenössischen Variation von Jörg Widmann. Was macht eigentlich eine gelungene Variation aus? Wie verwandelt man ein einfaches musikalisches Thema in ein eigenständiges Kunstwerk? Gäste bei Eva Oertle sind der Pianist Oliver Schnyder sowie der Organist, Dirigent und Komponist Rudolf Lutz. Für die Diskothek hat Rudolf Lutz eigens zwei neue Variationen komponiert, die er gemeinsam mit Oliver Schnyder live in der Sendung aufführen wird.
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Jordi Savall: Preisgekrönter Musikforscher und Interpret
11.05.2026
1 Stunde 59 Minuten
Der Gambist Jordi Savall bekommt 2026 den renommierten Ernst von Siemens Musikpreis – den «Nobelpreis der Musik». Auf seinen über 230 CDs hat er viele Werke der Alten Musik zum ersten Mal eingespielt. Wir vergleichen einige seiner Interpretationen mit denen nachfolgender Generationen. Dabei hören wir Musik für Viola da Gamba, Ensemblestücke aus der Renaissance und auch Jordi Savall als Dirigent einer Sinfonie. Wir sprechen über seine Bedeutung als Gamben-Professor in Basel, als Ensemblegründer in Katalonien, und als Brückenbauer zwischen den Kulturen. Wo hat Jordi Savall Massstäbe gesetzt, wie haben andere MusikerInnen auf seine Ersteinspielungen reagiert, und gibt es einen typischen Jordi-Savall-Sound, auch wenn er als Dirigent vor einem Sinfonieorchester steht? Darüber diskutiert Musikredakteurin Jenny Berg mit ihren beiden Gästen, der Gambistin Jane Achtman und dem Musikwissenschaftler Martin Kirnbauer.
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Claudio Monteverdi: L'Orfeo. Favola in musica
04.05.2026
1 Minute
Claudio Monteverdis «L’Orfeo» ist nicht die erste Oper der Musikgeschichte – aber ihr entscheidender Wendepunkt. Kaum ein Werk markiert den Übergang von der musikalischen Experimentierlust der Renaissance zur expressiven Dramatik des Barock deutlicher als dieses «Favola in musica» von 1607. In der Diskothek vergleichen wir fünf der neuesten Einspielungen von Monteverdis Meilenstein und fragen: Wo steht die historische Aufführungspraxis heute? Zu Gast sind Silke Leopold, Autorin, Musikwissenschaftlerin und eine der profiliertesten Monteverdi-Kennerinnen unserer Zeit, sowie die Sängerin Silke Gäng, die ihre Perspektive aus der Praxis einbringt.
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Diskothek-Revue April
27.04.2026
1 Stunde 59 Minuten
Jeweils in der letzten Diskothek-Ausgabe des Monats stellen wir die Gewinnerinnen und Gewinner der vorangegangenen Sendungen vor. Die in der Diskothek prämierten Interpret:innen und Ensembles treten hier auch mit anderem Repertoire oder in anderer Besetzung auf. In diesem Monat: - Germaine Tailleferre: Harfensonate - Wolfgang Amadeus Mozart: Hornkonzert Nr. 4 Es-Dur KV 495 - Franz Liszt: Faust-Sinfonie für Tenor, Männerchor und Orchester
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Franz Liszt: Faust-Sinfonie für Tenor, Männerchor und Orchester
20.04.2026
1 Stunde 59 Minuten
Goethes «Faust» inspirierte viele Komponierende, so auch den Starpianisten Franz Liszt. Er schrieb eine gut einstündige Programmsinfonie inklusive Schlusschor über die drei Hauptfiguren der Tragödie. Nach dem Vorbild von Hector Berlioz «Symphonie fantastique», dem Flagschiff der Programmmusik, malte er mit opulenter musikalischer Sprache drei Charakterbilder: Faust als rastlos verzweifelnden Intellektuellen, dem er unter anderem ein 12-Ton-Thema zuteilt; Gretchen als personifizierte Unschuld, mit inniger Melodie und reduziertem Orchestersatz, und schliesslich der diabolische Mephisto, welcher die Faust-Themen fratzenhaft verzerrt widerspiegelt. Liszt schuf damit ein gewaltiges, raffiniert orchestriertes Klanggemälde, das jedem Klangkörper Virtuosität abverlangt. Er brachte es im Jahr 1857 in Weimar zur Uraufführung anlässlich der Einweihung des Goethe- und Schiller-Denkmals. Gäste von Moritz Weber sind der Musikwissenschaftler Felix Michel und die Geigerin Friederike Starkloff.
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Über diesen Podcast

In der «Diskothek» reden wir über Musik und ihre Interpretationen. Zwei versierte Gäste mit guten Ohren vergleichen im Blindtest verschiedene Aufnahmen eines Werks und exponieren sich mit ihren Urteilen. In mehreren Hörrunden wird die Auswahl immer kleiner, bis die «beste» Aufnahme übrigbleibt – Spiel und Hörschulung zugleich. Die Werke stammen aus allen Epochen der klassischen Musik, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
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