Doris Windlin und Armin Koch, Malerin und Arzt

Doris Windlin und Armin Koch, Malerin und Arzt

Eine Malerin zwischen Alpen und Impressionismus trifft auf einen Arzt, der die Welt bereiste und Medizin neu dachte – Doris Windlin und Armin Koch im Gespräch in der Sendung «Persönlich».
51 Minuten

Beschreibung

vor 3 Tagen
Eine Malerin zwischen Alpen und Impressionismus trifft auf einen
Arzt, der die Welt bereiste und Medizin neu dachte – Doris Windlin
und Armin Koch im Gespräch in der Sendung «Persönlich». Doris
Windlin, Malerin Nach dem Haushaltslehrjahr zog es Doris Windlin
auf die Alp. Zwei Sommer lang hütete sie in der «Wildi» ob Kerns
die Kühe, melkte sie und verarbeitete die Milch zu Käse.
Aufgewachsen in einer Bauernfamilie mit sechs Geschwistern lernte
sie früh, mit anzupacken. In Luzern besuchte die Obwaldnerin das
Kunstseminar und traf dort auf ihren Mentor Radoslav Kutra. Der
tschechische Maler war in den 1960er-Jahren nach dem Einmarsch der
sowjetischen Truppen in die Schweiz geflüchtet. Als Kutra 1994 an
die Kunsthochschule in Brünn berufen wurde, folgte ihm Doris
Windlin nach Tschechien und liess sich in einem kleinen Dorf
nieder. In einer Zeit, in der sie die fremde Sprache noch kaum
verstand, sprach sie mit Farben und Pinsel. Es entstanden Szenen
aus tschechischen Beizen, stille Bilder von Wiesen und Weiden –
Momentaufnahmen des Alltags, geprägt von unmittelbarer Nähe zu
Menschen und Natur. Doris Windlin malt impressionistisch. Ihre
Werke zeigen Strassenszenen aus San Francisco, Berlin, Irland, aber
auch aus Luzern und Bern. Ihre Handschrift erinnert an Paul Cézanne
und Claude Monet. Bis heute lebt sie in ihrer zweiten Heimat,
bewirtschaftet mit ihrem Mann einen Bauernhof und stellt noch immer
Käse her. Und wenn sie in die Schweiz zurückkehrt, gibt sie
Malkurse – Begegnungen, die ihr viel bedeuten, wie die Kunst
selbst. ________________________________________ Armin Koch, Arzt
Der Grossvater war Arzt, der Vater war Arzt, und auch die fünf
Onkel. Armin Koch aber schlug zunächst einen anderen Weg ein: Er
wurde Sekundarlehrer. Doch bald merkte der Älteste aus einer
Hergiswiler Arztfamilie, dass er weiterstudieren wollte – und so
fand er sich doch noch im Medizinstudium wieder. Noch während des
Staatsexamens kam das erste Kind mit seiner Frau Ruth zur Welt.
Kurz darauf reiste er nach Sri Lanka, um sich in Akupunktur
ausbilden zu lassen. Die junge Familie lebte in dieser Zeit in
einer Garage – eine prägende Erfahrung, die sie enger
zusammenschweisste. Es folgte ein zweijähriger Aufenthalt in
Südafrika, wo Armin Koch operierte und sich sogar einmal von einem
Schamanen in die Kunst des Knochenlesens erklären liess. Zurück in
der Schweiz arbeitete er als Hausarzt und verband klassische
Schulmedizin mit traditioneller chinesischer Medizin. Doch die
Neugier und der Wunsch nach neuen Horizonten blieben: Mit ihren
vier Kindern zog die Familie erneut ins Ausland, diesmal nach Santa
Fe in den USA. Seine letzten Arbeitsjahre verbrachte Armin Koch
wieder in der Heimat, in einer Praxis im Obwaldner Kantonshauptort.
Nur wenige Tage vor der Sendung «Persönlich» hat der 69-Jährige
seine Praxis geräumt und damit ein langes berufliches Kapitel
abgeschlossen – erfüllt und bereit für das, was kommt.
_________________ Moderation: Michèle Schönbächler
____________________ Das ist «Persönlich»: Jede Woche reden
Menschen über ihr Leben, sprechen über ihre Wünsche, Interesse,
Ansichten und Meinungen. «Persönlich» ist kein heisser Stuhl und
auch keine Informationssendung, sondern ein Gespräch zur Person und
über ihr Leben. Die Gäste werden eingeladen, da sie aufgrund ihrer
Lebenserfahrungen etwas zu sagen haben, das über den Tag hinaus
Gültigkeit hat.
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