Bro-Culture: Über Brüder, die Gott spielen – Antje Schrupp
vor 2 Wochen
Antje Schrupp über Bro-Culture, Tradwives und selbstgemachte
Gummibärchen – und wieso ausgerechent Geschlecht global zum
beliebten Kampffeld wurde.
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 2 Wochen
In dieser Episode von Himmel & Erdung unterhält sich Johanna Di
Blasi (RefLab) mit der bekannten Politologin, Theologin und
feministischen Denkerin Antje Schrupp über ihr gerade erschienenes
Buch «Postpatriarchales Chaos». Warum erleben wir gerade keinen
einfachen Rückfall ins Patriarchat, sondern eine neue, ungeordnete
Machtpolitik? Warum wirken heutige Machtfiguren eher wie Freibeuter
als wie klassische Patriarchen? Weshalb ist ausgerechnet die
Geschlechterfrage zum global zum beliebten politischen Kampffeld
geworden? Wie können wir auf wild gewordenen Bros reagieren? Und
was können wir als Christ:innen den religiös-Rechten
entgegensetzen, die im Begriff sind jegliche Credibility des
Christentums zu zerstören? Aber don't worry! Übergangszeiten sind
ambivalent: Sie zerstören Gewissheiten, ja!, aber öffnen auch Räume
für neue Formen von Freiheit, Gemeinschaft und Spiritualität. Laut
Deutschlandfunk ist Antje Schrupp «eine der klügsten feministischen
Stimmen» der Gegenwart. Postpatriarchales Chaos – Warum neue
Machtallianzen entstehen Antje Schrupps Analyse in ihrem neuen
Buch: Wir erleben gegenwärtig keinen einfachen Rückfall in alte
patriarchale Strukturen. Der gegenwärtige Backlash gegen
Gleichberechtigung und Demokratie, so Schrupps These, lässt sich
auch nicht einfach mit «toxischer Männlichkeit» oder nostalgische
Rückkehr zu konservativen Werten erklären. Tatsächlich ist etwas
anderes, gefährlicheres im Entstehen: eine neue, ungeregelte
Herrschaft des Stärkeren. Die neuen Protagonisten dieser
Entwicklung – von autoritären Politikern über Tech-Milliardäre bis
zu rechten Influencern – agieren nicht wie klassische Patriarchen.
Sie fühlen sich keiner Ordnung verpflichtet, keinem höheren
Prinzip, keiner Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. Schrupp
beschreibt sie deshalb als «Piraten»: Akteure, die sich nehmen, was
sie bekommen können – und nichts zurückgeben. Besonders gefährlich
wird diese Entwicklung, weil sie Allianzen über ideologische Gräben
hinweg ermöglicht. Evangelikale Prediger, islamistische Fanatiker,
libertäre Tech-Bros aus dem Silicon Valley, rechte Nationalisten,
antifeministische Influencer oder verunsicherte junge Männer in
Online-Communities – sie teilen zwar keine einheitliche Ideologie.
Verbunden sind sie jedoch durch ein gemeinsames Feindbild:
Feminismus, Geschlechtervielfalt und weibliche Selbstbestimmung.
Antifeministische Internationale Gerade diese «antifeministische
Internationale», wie Schrupp sie nennt, wirkt heute als
identitätsstiftendes Band zwischen sehr unterschiedlichen
politischen Milieus. Gender- und Abtreibungsdebatten dienen dabei
oft als emotionaler Mobilisierungspunkt – während im Hintergrund
Macht, Ressourcen und politische Einflusszonen neu verteilt werden.
Und Ungleichheit wachseln. Während Chancen auf friedliches
Zusammenleben auf einem nicht aus dem ökologsichen Gleichgewicht
gerissenenen Planeten rapid schwinden. Das «postpatriarchale Chaos»
bedeutet Instabilität, Machtkämpfe und Orientierungslosigkeit – es
stärkt aber auch die Fantasie und den Widerstand. Antje Schrupp:
«Mit dem postpatriarchalen Chaos wächst auch die Liebe von Frauen
und queeren Personen zur Freiheit.» Antje Schrupp gehört zu den
wichtigen Stimmen des deutschsprachigen Feminismus. Ihre Analysen
verbinden politische Theorie, feministische Philosophie und
theologische Reflexion – und richten den Blick immer wieder auf die
Frage, wie Freiheit in Beziehungen und Gemeinschaften konkret
gelebt werden kann. Auf Einladung der Paulusakademie kam sie nach
Zürich und machte einen Abstecher ins RefLab-Podcaststudio. :-)
Blasi (RefLab) mit der bekannten Politologin, Theologin und
feministischen Denkerin Antje Schrupp über ihr gerade erschienenes
Buch «Postpatriarchales Chaos». Warum erleben wir gerade keinen
einfachen Rückfall ins Patriarchat, sondern eine neue, ungeordnete
Machtpolitik? Warum wirken heutige Machtfiguren eher wie Freibeuter
als wie klassische Patriarchen? Weshalb ist ausgerechnet die
Geschlechterfrage zum global zum beliebten politischen Kampffeld
geworden? Wie können wir auf wild gewordenen Bros reagieren? Und
was können wir als Christ:innen den religiös-Rechten
entgegensetzen, die im Begriff sind jegliche Credibility des
Christentums zu zerstören? Aber don't worry! Übergangszeiten sind
ambivalent: Sie zerstören Gewissheiten, ja!, aber öffnen auch Räume
für neue Formen von Freiheit, Gemeinschaft und Spiritualität. Laut
Deutschlandfunk ist Antje Schrupp «eine der klügsten feministischen
Stimmen» der Gegenwart. Postpatriarchales Chaos – Warum neue
Machtallianzen entstehen Antje Schrupps Analyse in ihrem neuen
Buch: Wir erleben gegenwärtig keinen einfachen Rückfall in alte
patriarchale Strukturen. Der gegenwärtige Backlash gegen
Gleichberechtigung und Demokratie, so Schrupps These, lässt sich
auch nicht einfach mit «toxischer Männlichkeit» oder nostalgische
Rückkehr zu konservativen Werten erklären. Tatsächlich ist etwas
anderes, gefährlicheres im Entstehen: eine neue, ungeregelte
Herrschaft des Stärkeren. Die neuen Protagonisten dieser
Entwicklung – von autoritären Politikern über Tech-Milliardäre bis
zu rechten Influencern – agieren nicht wie klassische Patriarchen.
Sie fühlen sich keiner Ordnung verpflichtet, keinem höheren
Prinzip, keiner Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. Schrupp
beschreibt sie deshalb als «Piraten»: Akteure, die sich nehmen, was
sie bekommen können – und nichts zurückgeben. Besonders gefährlich
wird diese Entwicklung, weil sie Allianzen über ideologische Gräben
hinweg ermöglicht. Evangelikale Prediger, islamistische Fanatiker,
libertäre Tech-Bros aus dem Silicon Valley, rechte Nationalisten,
antifeministische Influencer oder verunsicherte junge Männer in
Online-Communities – sie teilen zwar keine einheitliche Ideologie.
Verbunden sind sie jedoch durch ein gemeinsames Feindbild:
Feminismus, Geschlechtervielfalt und weibliche Selbstbestimmung.
Antifeministische Internationale Gerade diese «antifeministische
Internationale», wie Schrupp sie nennt, wirkt heute als
identitätsstiftendes Band zwischen sehr unterschiedlichen
politischen Milieus. Gender- und Abtreibungsdebatten dienen dabei
oft als emotionaler Mobilisierungspunkt – während im Hintergrund
Macht, Ressourcen und politische Einflusszonen neu verteilt werden.
Und Ungleichheit wachseln. Während Chancen auf friedliches
Zusammenleben auf einem nicht aus dem ökologsichen Gleichgewicht
gerissenenen Planeten rapid schwinden. Das «postpatriarchale Chaos»
bedeutet Instabilität, Machtkämpfe und Orientierungslosigkeit – es
stärkt aber auch die Fantasie und den Widerstand. Antje Schrupp:
«Mit dem postpatriarchalen Chaos wächst auch die Liebe von Frauen
und queeren Personen zur Freiheit.» Antje Schrupp gehört zu den
wichtigen Stimmen des deutschsprachigen Feminismus. Ihre Analysen
verbinden politische Theorie, feministische Philosophie und
theologische Reflexion – und richten den Blick immer wieder auf die
Frage, wie Freiheit in Beziehungen und Gemeinschaften konkret
gelebt werden kann. Auf Einladung der Paulusakademie kam sie nach
Zürich und machte einen Abstecher ins RefLab-Podcaststudio. :-)
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