Zwischen Hoffnung und Verzweiflung: So blicken Iranerinnen und Iraner aus Bern auf den Krieg
Firoozeh Miyandar floh 2022 in die Schweiz, Arezoo Rafaati bereits
in den 80er-Jahren. Emad Masouri kam 2011 für ein Studium nach
Burgdorf. So geht es Iranerinnen und Iranern in Bern aktuell.
20 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Tag
«Nachdem ich mein ungeborenes Kind verloren hatte, wusste ich,
dass ich wirklich fliehen muss. Uns wurde auch gedroht, dass wir
unser älteres Kind, das wir schon hatten, auch verlieren
würden.»
Firoozeh Miyandar floh 2022 mit ihrer Familie in die Schweiz,
nachdem sie bei einem Angriff durch den Geheimdienst in ihrer
eigenen Physiotherapiepraxis eine Fehlgeburt erlitten hatte. Sie
lebt mit ihrem Sohn im Rückkehrzentrum in Aarwangen, ihr
Asylgesuch wurde vor eineinhalb Jahren abgelehnt.
«Die Menschen hier in der Schweiz kannten den Iran nur aus den
Medien. Weil mir immer alle dieselben Fragen stellten, habe ich
irgendwann eine Powerpoint-Präsentation über mein Heimatland
zusammengestellt.»
Emad Masouri aus Teheran kam 2011 für sein Wirtschaftsstudium
nach Burgdorf. Aus dem Interesse seiner Kommilitoninnen und
Kommilitonen am Iran entstanden nebst den Vorträgen irgendwann
auch organisierte Reisen in den Nahen Osten. Und schliesslich
gründete Emad Masouri sogar eine Reiseagentur. Aufgrund des
Angriffskrieges durch die USA und Israel finden diese Reisen
aktuell nicht statt.
Ebenfalls regelmässig in den Iran zurückgekehrt ist Arezoo
Rafaati. Sie flüchtete bereits in den 80er-Jahren in die Schweiz
und ist hier als Forscherin an einer Universität tätig und hat
Fachexpertise zum Nahen Osten.
Sorge um Sicherheit auch in der Schweiz
Aus Sorge um ihre eigene Sicherheit und um jene von anderen
Iranerinnen und Iranern in der Schweiz, will sie aktuell nicht
mit ihrem richtigen Namen in den Medien auftreten. Sie weiss von
Personen, die nach der Teilnahme an Demonstrationen Drohungen
erhielten.
In einer neuen Folge vom Podcast Gesprächsstoff erzählen
Gast-Redaktorin Jovana Nikic und Redaktor Kaspar Keller, beide
aus dem Ressort Bern, von ihren Begegnungen mit den drei Menschen
aus dem Iran und wie sie auf die historischen Ereignisse der
letzten Tage in ihrem Heimatland blicken.
Moderation und Produktion: Sibylle Hartmann
Zu Gast: Jovana Nikic, Kaspar Keller
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