#22 | Weltfrauentag Spezial: Halbe Halbe? – Warum Gleichberechtigung im Haushalt über Pension und Zukunft entscheidet
15 Minuten
Beschreibung
vor 6 Tagen
In der 22. Folge von „1002 Meinungen – der Wirtschafts-
undGesellschaftspodcast“ diskutieren Markus Raml und
Paul Eiselsberg anlässlich des Weltfrauentags 2026 ein Thema, das
viele für längst gelöst halten – und das es offensichtlich noch
nicht ist: die Aufteilung der Hausarbeit.
Basis der Diskussion ist ein aktueller IMAS-Report mit 1.000
Befragten, repräsentativ für Österreich. Das Ergebnis ist
eindeutig: Trotz moderner Lebensrealitäten, steigender
Frauenerwerbstätigkeit und höherer Bildungsabschlüsse liegt der
Großteil der klassischen Haushaltsarbeit weiterhinin weiblicher
Hand.
Waschen, Bügeln, Kochen, Geschirr, Staubsaugen, Fensterputzen –
hier dominieren klar die Frauen. Männer übernehmen häufiger
unregelmäßige Tätigkeiten wie Müll entsorgen, Reparaturen oder
Rasenmähen. Beim Einkaufenherrscht am ehesten „Halbe Halbe“. Doch
insgesamt zeigt sich: Das traditionelle Rollenbild wirkt stärker
nach als viele glauben.
Besonders spannend: Auch junge Männer greifen deutlich seltener
zum Kochlöffel als junge Frauen. Gleichzeitig arbeiten Frauen
heute so häufig wie nie zuvor – viele in Teilzeit oder Vollzeit.
Die Gesamtbeschäftigung steigt,die durchschnittlich geleisteten
Stunden sinken. Zeit allein kann also keine Ausrede sein.
Und genau hier wird es wirtschaftlich relevant:
Teilzeit,Erwerbsunterbrechungen und Care-Arbeit führen
langfristig zu deutlich niedrigeren Pensionen. Die Diskussion
führt deshalb vom Haushalt direkt zur Altersvorsorge, zum Thema
Pensionssplitting und zur finanziellen Unabhängigkeitvon Frauen.
Die Zahlen sind eindrucksvoll: Der staatliche Zuschuss
zurPensionsversicherung steigt massiv an – der demografische
Wandel verschärft die Situation zusätzlich. Wer wenig einzahlt,
wird später weniger bekommen. Die Entscheidung für oder gegen
Erwerbsarbeit wirkt Jahrzehnte nach.
Diese Folge verbindet gesellschaftliche Realität mit ökonomischen
Fakten. Sie stellt unbequeme Fragen, räumt mit Ausreden auf („Ich
bin zu müde“, „Ich mache es morgen“) und appelliert an mehr
Bewusstsein in Partnerschaften.
Weltfrauentag heißt nicht nur Wertschätzung – sondern auch
Verantwortung. Für faire Aufteilung, für finanzielle
Eigenständigkeit und für eine zukunftssichere Lebensplanung.
Eine Folge, die zeigt: Gleichberechtigung beginnt im Alltag – und
endet bei der Pension.
Hier die Studie dazu:
https://www.imas.at/news/weltfrauentag-2026-haushalt-nach-wie-vor-in-frauenhand-waschen-buegeln-kochen-usw
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