#130 Immunologie und Kir-Gene - Evas Fehlgeburten hatten einen Grund
43 Minuten
Beschreibung
vor 2 Tagen
In dieser Folge spreche ich mit Eva (32),
Tierärztin vom Niederrhein, über ein Thema, das für viele Frauen
mit wiederholten Fehlgeburten eine entscheidende Rolle spielen
kann – und dennoch oft nicht abgeklärt wird: Immunologie und
KIR-Gene.
Eva hatte innerhalb von zwei Jahren vier Fehlgeburten. Sie wurde
immer wieder schwanger – konnte aber nie schwanger bleiben. Die
Ärzte sagten: „Eine Fehlgeburt ist keine“, „Sie sind jung, da
wird schon nichts sein“. Erst nach der dritten Fehlgeburt begann
eine unvollständige Diagnostik. Hormone-Check? Angeblich unnötig.
Immunologie? Abgelehnt. Überweisungen? Kaum zu bekommen.
Eva aber blieb hartnäckig, auch als (Tier-)ärztin empfand sie die
Diagnostik als unzureichend, die Aussagen der Ärzte zu dünn.
Durch eigene Recherche stieß Eva auf das Thema
KIR-Gene. Der Weg zur immunologischen Diagnostik
war steinig: niemand wollte das Laborbudget einsetzen,
Überweisungen wurden verweigert, sie musste kämpfen, insistieren
und teils die Arztpraxis wechseln. Doch am Ende gab es endlich
eine Erklärung – und einen Behandlungsplan.
KIR-Gene steuern bestimmte Immunzellen (sogenannte natürliche
Killerzellen) in der Gebärmutter. Diese Zellen sind eigentlich
dafür da, eine Schwangerschaft zu schützen und den Aufbau der
Plazenta zu unterstützen.
Da ein Embryo zur Hälfte fremdes Erbgut trägt, braucht es ein
gutes Gleichgewicht aus schützenden (aktivierenden) und
bremsenden (hemmenden) KIR-Genen.
Bei Eva fehlten jedoch zu viele der schützenden KIR-Gene, so
konnte das Immunsystem den Embryo nicht ausreichend
unterstützen.
Hinweis: Keine Frau hat alle schützenden KIR-Gene, aber wenn
mehrere fehlen, kann es schwierig werden, eine Schwangerschaft zu
halten, es kommt zu häufigen Fehlgeburten.
Für Eva war die Diagnose eine enorme Erleichterung: Endlich gab
es einen Grund – und sie musste sich nicht „einfach nur
entspannen“ oder "mal in den Urlaub fahren".
Diese Folge ist ein eindringlicher Appell, aus Sicht einer Ärztin
hat Eva folgende Wünsche an Kiwukliniken:
Ärzte müssen auf dem aktuellen Stand bleiben, auch wenn
Immunologie noch kein großes Feld ist
Fortbildungen sind Pflicht – gerade im sensiblen Bereich
Kinderwunsch
Frauen müssen ernst genommen und unterstützt werden,
schwanger zu bleiben, nicht nur schwanger zu werden
Eine Folge über medizinische Lücken, emotionale Grenzerfahrungen
– und darüber, wie wichtig Aufklärung, Eigeninitiative und
ganzheitliche Diagnostik im Kinderwunsch sind.
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