Krieg im Nahen Osten: Hat Trump eine Exit-Strategie?

Krieg im Nahen Osten: Hat Trump eine Exit-Strategie?

Angela van Brakel / ALL EARS ON YOU
7 Minuten

Beschreibung

vor 15 Stunden
Donald Trump ist mit dem Versprechen angetreten, keine neuen Kriege
zu beginnen. Nun sprechen die USA offiziell von Krieg gegen den
Iran. Nach massiven Luftschlägen auf iranische Ziele kündigt der
Präsident eine weitere militärische Welle an, schließt sogar
Bodentruppen nicht mehr kategorisch aus und ruft US-Bürger zur
Ausreise aus der gesamten Region auf. Seit Beginn der Angriffe
wurden nach US-Angaben mehr als tausend Ziele ins Visier genommen.
Die Strategie wirkt klar: maximale militärische Wirkung in
möglichst kurzer Zeit. Schnell Fakten schaffen, Stärke
demonstrieren, den Erfolg erklären. Militäranalysten wie der
frühere US-General Ben Hodges beschreiben dieses Muster als Versuch
einer schnellen, klar begrenzten Operation mit minimalen eigenen
Verlusten. Doch wie realistisch ist dieses Szenario? In dieser
Episode ordnet Angela van Brakel die aktuelle Lage ein. Sie
analysiert Trumps militärische Strategie, die politischen Ziele
dahinter und die offenen Fragen, die im Weißen Haus bislang
unbeantwortet bleiben. Wie klar ist das Kriegsziel tatsächlich
formuliert? Gibt es eine Exit-Strategie? Und welches Risiko geht
der Präsident innenpolitisch ein? Der Iran reagiert mit
Vergeltungsschlägen auf US-Militärstützpunkte in mehreren Ländern
der Region. Auch aus dem Libanon greifen mit dem Iran verbundene
Kräfte ein. Die Kampfzone weitet sich aus. Selbst touristische
Zentren bleiben nicht verschont. Lufträume sind gesperrt, Reisende
sitzen fest, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest, Hotels werden
getroffen. Die Sorge vor weiterer Eskalation wächst. Gleichzeitig
steigt der Ölpreis deutlich. Die Seeblockade der Straße von Hormus,
einer zentralen Route für den weltweiten Energiehandel, hat
unmittelbare Folgen. Auch in Europa und den USA wird Tanken teurer.
Außenpolitik wird zum Alltagsthema. Innenpolitisch steht Trump
unter Druck. Laut einer aktuellen Umfrage befürwortet nur rund ein
Viertel der Amerikaner die Angriffe, eine Mehrheit lehnt sie ab
oder ist unentschlossen. Während viele Republikaner hinter dem
Präsidenten stehen, kommt aus Teilen der eigenen MAGA-Basis Kritik.
Trump hatte versprochen, die USA aus neuen Kriegen herauszuhalten.
Auch die Demokraten sind gespalten. Einige unterstützen die
Militärschläge, viele werfen dem Präsidenten vor, die War Powers
Resolution umgangen zu haben, also den Kongress nicht ausreichend
eingebunden zu haben. Vor allem fehlt ihrer Meinung nach eine klare
Exit-Strategie. Wie lange soll dieser Krieg dauern? Trump spricht
von vier Wochen. Militärexperten halten deutlich längere Zeiträume
für möglich. Für den Präsidenten ist der Konflikt damit nicht nur
außenpolitisch, sondern auch innenpolitisch riskant. Ein Krieg im
Jahr der Zwischenwahlen birgt enormes politisches
Eskalationspotenzial. In dieser Lage reist Bundeskanzler Friedrich
Merz nach Washington. Das Treffen im Weißen Haus wird zum
Balanceakt. Merz hat die US-Luftschläge nicht verurteilt, zugleich
aber vor weiterer Eskalation gewarnt. Wie sich dieser Krieg
entwickelt und was der Besuch des Kanzlers bedeutet, ordnet Angela
van Brakel in der nächsten Folge gemeinsam mit dem renommierten
US-Journalisten Erik Kirschbaum ein. Ein ALL EARS ON YOU Original
Podcast.

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