Krieg im Nahen Osten (mit Bente Scheller)

Krieg im Nahen Osten (mit Bente Scheller)

37 Minuten

Beschreibung

vor 2 Tagen
Nach den US-amerikanisch-israelischen Luftangriffen gegen den Iran
steht fest, dass dessen geistlicher Führer, Ali Chamenei, getötet
wurde. Auch Irans Verteidigungsminister, der Generalstabschef und
der Anführer der mächtigen Revolutionsgarden, sind tot. Letztere
haben blutige Rache geschworen. Viele Fragen sind offen. Für Dr.
Bente Scheller, Nahost-Expertin bei der Heinrich-Böll-Stiftung,
steht fest: Bis zu einem Zerfall des iranischen Regimes ist es ein
weiter Weg. Für einen Umsturz ist viel Energie nötig – und ein
langfristiges Engagement. Inwiefern US-Präsident Donald Trump dazu
überhaupt bereit ist, darüber sprechen Anna Engelke und Stefan
Niemann in dieser Sonderausgabe von "Streitkräfte und Strategien"
mit der Politikwissenschaftlerin und ehemaligen Referentin der
Deutschen Botschaft Damaskus: "Die Aufmerksamkeitsspanne von Trump
hat gezeigt: Heute ist er hier, morgen macht er etwas ganz
anderes", so Scheller. So könnte ein Moment für den Regimewechsel
verpasst werden – wie im vergangenen Jahr im Libanon nach der
Tötung des Hisbollah-Anführers Nasrallah: Dies in politisches
Kapital umzumünzen, sei dort damals nicht gelungen, so die
Expertin. Weiterhin zieht sie Parallelen zwischen der aktuellen
Situation im Iran und dem US-Angriff gegen den Irak Anfang der
2000er Jahre und betont: Militärschläge könnten nur begrenzt etwas
erreichen, etwa ein Machtvakuum – Verhandlungen seien aber wichtig,
um dieses dann mit einer Sicherheitsarchitektur zu füllen, meint
Scheller: "Wie wird umgebaut, wie wird aufgebaut? Das sind Fragen,
die überhaupt nicht auf dem Tisch liegen".
Diese Podcast-Ausgabe beleuchtet auch Trumps Kriegsziele –
ausgegeben hatte er die Zerstörung des iranischen Raketen- und
Atomprogramms sowie einen Regimewechsel. Bente Scheller beobachtet
eine "Abwesenheit von Meilensteinen", woran das Erreichen dieser
Ziele gemessen werden könnte, etwa: wann ein relevanter Teil der
Waffen, die Israel gefährlich werden könnten, zerstört sei. Der
Krieg könnte sich auf diese Weise, mit einer "Unklarheit der
Kriegsziele", noch lange ziehen, sagt die Expertin.
Fest steht, solange die Kampfhandlungen andauern, werde es Folgen
für die Weltwirtschaft haben, wie aktuell bereits die iranische
Blockade des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zeigt. Anna
Engelke und Stefan besprechen außerdem mögliche Szenarien für die
iranischen (unbewaffneten) Oppositionellen und inwiefern ihnen
Trumps "Hilfe zur Selbsthilfe" eine Chance bieten kann. Und sie
schauen auf die Reaktionen innerhalb der USA und der sogenannten
E3-Staaten auf den wohl völkerrechtswidrigen Angriff.

Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de

Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Podcast-Tipp: “ARD Klima Update”: 
https://1.ard.de/ARD_Klima_Update?cp=sus

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