Ist die Welt verrückt, Peter Zoller?
1 Stunde 6 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Woche
Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellen wir einfache, aber
grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine
klare Antwort oft schwer zu finden ist. Wir befragen die
bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für
das jeweilige Thema finden können – so lange, bis wir eine
definitive Antwort bekommen.
In dieser Folge fragen wir den theoretischen Physiker Peter
Zoller: Ist die Welt verrückt? Teilchen, die mal Welle, mal
Teilchen sind – je nachdem, ob man hinschaut. Verschränkte
Objekte, die über Galaxien hinweg instantan verbunden scheinen.
Zufall, der nicht auf Unwissen beruht, sondern fundamental in der
Natur steckt. 100 Jahre nach ihrer Begründung erscheint die
Quantenmechanik noch immer absurd. Werden wir sie jemals
verstehen?
Peter Zoller ist Professor für Theoretische Physik an der
Universität Innsbruck und Emeritus Research Director am Institut
für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften. 1995 lieferte er gemeinsam mit
Ignacio Cirac einen Bauplan für einen Quantencomputer – das
Ionenfallenmodell –, das heute zu den führenden Technologien auf
diesem Gebiet gehört.
Im Podcast erklärt Zoller die Grundpfeiler der Quantenmechanik:
warum das berühmte Doppelspaltexperiment unser Weltbild
erschüttert, was Einsteins "spukhafte Fernwirkung" wirklich
bedeutet und weshalb die Experimente von Alain Aspect, John
Clauser und Anton Zeilinger – ausgezeichnet mit dem Nobelpreis
2022 – Einstein am Ende widerlegten. Er erläutert, warum
Schrödingers Katze im Alltag nie gleichzeitig tot und lebendig
sein kann und warum der Zufall in der Natur nicht auf
Unwissenheit beruht, sondern echt und fundamental ist.
Zoller gibt aber auch Einblicke in die Praxis: Wie fängt man
einzelne Atome in einer Falle? Warum sind Atome perfekte Qubits –
ganz ohne Fabrikationsfehler? Und warum braucht es noch 10 bis 20
Jahre, bis Quantencomputer weltverändernde Anwendungen
ermöglichen? Dabei zieht er Parallelen zur künstlichen
Intelligenz, deren Grundideen ebenfalls Jahrzehnte brauchten,
bevor die Hardware ihren Durchbruch erlaubte.
"Unter der Woche sind wir Quanteningenieure", sagt Zoller. "Aber
am Sonntagmorgen beim Kaffee denke ich schon nach: Was ist hier
eigentlich passiert?"
Seine Antwort auf die Titelfrage: "Nicht die Welt ist verrückt –
wir denken zu kleinkariert. Die Natur ist viel komplexer und
offener, als unser Denken es zulässt. Die Einschränkung liegt bei
uns, nicht bei der Welt."
Produktion: ifbbw, Pool Artists
Redaktion: Jens Lubbadeh Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie
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n1f@zeit.de.
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