"Es gibt Kinder, die nichts anderes kennen als den Krieg"
Noch nie seit den ersten Tagen der Vollinvasion hat die ukrainische
Zivilbevölkerung so stark gelitten wie in den vergangenen Monaten.
Von Ermüdung als Kriegswaffe. Und Kindern, für die Krieg Normalität
ist.
57 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 3 Tagen
Was macht der brutale russische Krieg in der Ukraine, der vor
ziemlich genau vier Jahren, am Morgen des 24. Februar 2022, begann,
mit den Menschen im Land? Mit den Kindern? Wie verändert er die
ukrainische Gesellschaft – und die Natur? Darüber sprechen
wir diese Woche in "Das Politikteil", dem politischen Podcast
der ZEIT, mit einer der klügsten und aufmerksamsten Beobachterinnen
der Ukraine: Zu Gast bei Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing ist
die Schriftstellerin, Essayistin und Verlegerin Kateryna
Mishchenko, die seit 2022 in Berlin lebt. "Das Wort Migration“,
sagt sie, "ist zu meiner Realität geworden." Mishchenko sagt: "Ich
kann mir die Zukunft gar nicht vorstellen.“ Der Krieg zwinge sie
und alle Menschen in der Ukraine in eine radikale Gegenwart. Noch
nie seit den ersten Tagen der Vollinvasion habe die
Zivilbevölkerung so stark gelitten wie im Jahr 2025 und jetzt, im
eisigen Februar 2026. Mishchenko spricht von einem gezielten
"Erschöpfungskrieg“, Ermüdung sei eine Kriegswaffe: Die Armee und
die Bevölkerung sollten erschöpft werden, "damit sie nicht
widerstehen können". Auch sie kenne diese Momente der Müdigkeit,
sagt die Schriftstellerin. Aber: "Wenn ich müde und verzweifelt
bin, dann gewinnt diese faschistische Macht." Wie dieses
Widerstehen die Menschen verändere, das könne noch niemand sagen.
"Es ist so viel passiert, so viele Tragödien, dass ich nicht weiß,
wann die Trauer mich trifft." Keiner wisse auch, was der Krieg
mit den Kindern der Ukraine mache. Manche von ihnen, sagt
Mishchenko, vor allem die im Osten des Landes, "kennen gar nichts
anderes als den Krieg", der seit 2014 geführt wird. Im
Podcast "Das Politikteil" sprechen wir jede Woche über
das, was die Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe,
diskutieren die Zusammenhänge. Immer freitags mit zwei Moderatoren,
einem Gast – und einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina
Hildebrandt und Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter
Dausend zu hören. Der im Podcast erwähnte Essayband heißt:
"Geteilter Horizont. Die Zukunft der Ukraine", herausgegeben von
Kateryna Mishchenko und Katharina Raabe, erschienen bei Suhrkamp.
Seit dem 15.1.2025 sind Teile des Archivs sowie Sonderfolgen von
Das Politikteil nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu
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mit den Menschen im Land? Mit den Kindern? Wie verändert er die
ukrainische Gesellschaft – und die Natur? Darüber sprechen
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der Ukraine: Zu Gast bei Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing ist
die Schriftstellerin, Essayistin und Verlegerin Kateryna
Mishchenko, die seit 2022 in Berlin lebt. "Das Wort Migration“,
sagt sie, "ist zu meiner Realität geworden." Mishchenko sagt: "Ich
kann mir die Zukunft gar nicht vorstellen.“ Der Krieg zwinge sie
und alle Menschen in der Ukraine in eine radikale Gegenwart. Noch
nie seit den ersten Tagen der Vollinvasion habe die
Zivilbevölkerung so stark gelitten wie im Jahr 2025 und jetzt, im
eisigen Februar 2026. Mishchenko spricht von einem gezielten
"Erschöpfungskrieg“, Ermüdung sei eine Kriegswaffe: Die Armee und
die Bevölkerung sollten erschöpft werden, "damit sie nicht
widerstehen können". Auch sie kenne diese Momente der Müdigkeit,
sagt die Schriftstellerin. Aber: "Wenn ich müde und verzweifelt
bin, dann gewinnt diese faschistische Macht." Wie dieses
Widerstehen die Menschen verändere, das könne noch niemand sagen.
"Es ist so viel passiert, so viele Tragödien, dass ich nicht weiß,
wann die Trauer mich trifft." Keiner wisse auch, was der Krieg
mit den Kindern der Ukraine mache. Manche von ihnen, sagt
Mishchenko, vor allem die im Osten des Landes, "kennen gar nichts
anderes als den Krieg", der seit 2014 geführt wird. Im
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diskutieren die Zusammenhänge. Immer freitags mit zwei Moderatoren,
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