Folge 115 - mit Marcel Kittel
1 Stunde 15 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Woche
Wir sind zurück aus der
Winterpause. Und Winterpause klingt sportlicher,
als es war. In Wahrheit war es eher mentale Regeneration auf
Couchbasis. Aber wenn man zurückkommt,
dann bitte nicht so: „Hallo, wir sind wieder da.“
Sondern so: Wir haben jemanden dabei, der früher ganze
Fahrerfelder wie ein Software-Update aussehen ließ -notwendig,
aber schmerzhaft.
Heute bei den Jan Ullrich Ultras: Marcel Kittel
Der Mann, bei dem Massensprints ungefähr so
spannend waren wie ein Spoiler, den man leider schon kennt. Wenn
im Peloton jemand sagte „Heute Sprintankunft“, haben 180 Fahrer
angefangen zu rechnen - und Marcel dachte sich: „Gut. Dann heute
halt gewinnen.“
14 Tour-Etappensiege. Zweimal Champs-Élysées.
Und diese Haare. Blond. So perfekt, dass sie selbst bei 70 km/h
noch aussahen, als hätten sie einen eigenen Betreuerstab.
Früher: Tunnelblick. Puls 190. Zielstrich.
Heute: Funkgerät. Taktik. Und erwachsene Männer
beruhigen, die 200 Meter fahren wie Leute, die gerade merken,
dass sie den Herd angelassen haben.
Wir sprechen über brutale letzte 200 Meter, über
Druck, Erwartungen und darüber, wie man vom schnellsten Mann im
Raum zu dem wird, der entscheidet, wer es wird. Und das ist
vielleicht seine größte Leistung: Früher hat er Rennen in zehn
Sekunden entschieden. Heute erklärt er anderen, warum sie genau
diese zehn Sekunden nicht verkacken dürfen.
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