Viren gegen resistente Keime: Die Rückkehr der Phagentherapie
Warum ein über 100 Jahre alter Therapieansatz in Wien ein
medizinisches Comeback feiert
29 Minuten
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Beschreibung
vor 2 Wochen
Antibiotika verlieren an Kraft. Resistenzen breiten sich aus,
Therapien scheitern. Allein in Österreich sterben jedes Jahr
tausende Menschen im Zusammenhang mit multiresistenten Bakterien.
Die Medizin sucht Auswege – und findet einen alten Ansatz neu: die
Phagentherapie. Bakteriophagen sind Viren, die Bakterien gezielt
befallen und zerstören. Entdeckt vor über hundert Jahren, gerieten
sie im Westen in Vergessenheit. Heute erleben sie eine Renaissance,
vor allem bei chronischen Infektionen, bei denen Antibiotika an
ihre Grenzen stoßen. Phagen wirken anders: Sie dringen in die
Bakterienzelle ein, vermehren sich dort und bringen sie zum
Platzen. Das macht sie besonders interessant bei Keimen, die
Biofilme bilden und sich so dem Zugriff klassischer Medikamente
entziehen. An der MedUni Wien wurde die Phagentherapie erstmals
außerhalb einer Studie erfolgreich eingesetzt. Ein junger,
lungentransplantierter Patient litt an einer chronischen Infektion
mit Pseudomonas aeruginosa, resistent gegen nahezu alle verfügbaren
Antibiotika. Die Kombination aus inhalativem Antibiotikum und
individuell ausgewählten Phagen brachte eine deutliche Besserung –
und dem Patienten ein neues Lebensgefühl. Doch Phagen sind kein
Wundermittel. Die Therapie ist aufwendig, hochgradig personalisiert
und derzeit nur als individueller Heilversuch möglich. Für jeden
Patienten müssen passende Phagen gefunden, getestet und mit
geeigneten Antibiotika kombiniert werden. Zudem fehlen in
Österreich noch eigene Phagenbanken und eine reguläre Zulassung.
Trotzdem wächst die Hoffnung. Phagen könnten Antibiotika nicht
ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Sie zeigen, dass medizinischer
Fortschritt nicht immer neu erfunden werden muss. Manchmal reicht
es, Bewährtes wieder ernst zu nehmen – und weiterzudenken.
Therapien scheitern. Allein in Österreich sterben jedes Jahr
tausende Menschen im Zusammenhang mit multiresistenten Bakterien.
Die Medizin sucht Auswege – und findet einen alten Ansatz neu: die
Phagentherapie. Bakteriophagen sind Viren, die Bakterien gezielt
befallen und zerstören. Entdeckt vor über hundert Jahren, gerieten
sie im Westen in Vergessenheit. Heute erleben sie eine Renaissance,
vor allem bei chronischen Infektionen, bei denen Antibiotika an
ihre Grenzen stoßen. Phagen wirken anders: Sie dringen in die
Bakterienzelle ein, vermehren sich dort und bringen sie zum
Platzen. Das macht sie besonders interessant bei Keimen, die
Biofilme bilden und sich so dem Zugriff klassischer Medikamente
entziehen. An der MedUni Wien wurde die Phagentherapie erstmals
außerhalb einer Studie erfolgreich eingesetzt. Ein junger,
lungentransplantierter Patient litt an einer chronischen Infektion
mit Pseudomonas aeruginosa, resistent gegen nahezu alle verfügbaren
Antibiotika. Die Kombination aus inhalativem Antibiotikum und
individuell ausgewählten Phagen brachte eine deutliche Besserung –
und dem Patienten ein neues Lebensgefühl. Doch Phagen sind kein
Wundermittel. Die Therapie ist aufwendig, hochgradig personalisiert
und derzeit nur als individueller Heilversuch möglich. Für jeden
Patienten müssen passende Phagen gefunden, getestet und mit
geeigneten Antibiotika kombiniert werden. Zudem fehlen in
Österreich noch eigene Phagenbanken und eine reguläre Zulassung.
Trotzdem wächst die Hoffnung. Phagen könnten Antibiotika nicht
ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Sie zeigen, dass medizinischer
Fortschritt nicht immer neu erfunden werden muss. Manchmal reicht
es, Bewährtes wieder ernst zu nehmen – und weiterzudenken.
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