Podcaster
Episoden
12.01.2026
49 Minuten
Ein Vertrag für ganz Österreich – oder passgenaue Lösungen für
jedes Bundesland? In der Debatte um den ärztlichen Gesamtvertrag
prallen zwei Grundhaltungen aufeinander. Ärztekammer-Präsident
Johannes Steinhart warnt vor einem zentralistischen Zugriff auf ein
System, das von regionaler Vielfalt lebt. Landesärztekammern seien
keine Bremsklötze, sondern Garanten für Versorgung nahe am
Patienten. Einheitliche Regeln dürften nicht zu Einkommensverlusten
führen und müssten die Realität ärztlicher Arbeit abbilden.
ÖGK-Obmann Andreas Huss hält dagegen: Neun verschiedene Verträge
seien ein Relikt, teuer und intransparent. Ein österreichweit
einheitlicher Gesamtvertrag schaffe Fairness, Klarheit und moderne
Strukturen – für Ärzte wie für Patienten. Leistungskatalog,
Organisation und Honorare sollen neu geordnet werden, ohne jemanden
schlechter zu stellen. Steinhart und Huss treffen in einer von
ÖKZ-Chefredakteur Josef Ruhaltinger moderierten Diskussion direkt
aufeinander. Bis Mitte 2026 soll eine Einigung stehen. Der Weg
dorthin ist steinig. Doch klar ist: Es geht nicht um Formalien,
sondern um die Zukunft der Versorgung. Vereinheitlichen, wo es
sinnvoll ist. Differenzieren, wo es nötig bleibt.
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05.01.2026
21 Minuten
Was haben ein Allgemeinmediziner und eine Tierärztin gemeinsam?
Mehr, als man denkt. In dieser Podcastfolge treffen zwei Welten
aufeinander, die sich im Wartezimmer selten begegnen, aber im Kern
erstaunlich ähneln. Ronny Tekal, Arzt, Radiodoktor und
Medizinkabarettist, spricht mit Tierärztin „Dogtor" Sandra Burin
über ihren Berufsalltag, der von Diagnose, Vertrauen und Emotion
geprägt ist. Menschen erklären ihre Symptome oder recherchieren sie
im Internet, während Tiere stumm bleiben. Dafür sprechen ihre
Halter oft umso lauter. Beide Gäste schildern, wo Missverständnisse
entstehen, warum Kommunikation manchmal wichtiger ist als jede
Therapie und weshalb Empathie die Grundlage für Professionalität
bildet. Das Gespräch behandelt den ersten Kontakt in der Praxis,
schwierige Gespräche, Grenzsituationen wie lebensverändernde
Diagnosen oder das Einschläfern eines Tieres. Zudem wird die Frage
erörtert, was einen „guten Tag“ im Gesundheitsberuf ausmacht –
jenseits von Abrechnung und Routine. Es geht um Nähe und Distanz,
Verantwortung und Vertrauen. Und um die einfache, aber unbequeme
Wahrheit: Heilen beginnt oft nicht mit Medikamenten, sondern mit
Zuhören.
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29.12.2025
15 Minuten
Die Wechseljahre betreffen jede Frau – und doch werden sie
politisch, medizinisch und beruflich oft ignoriert. In dieser Folge
des Hörgangs spricht Irene Thierjung mit Birgit Fenderl über ein
Thema, das zwar lauter wird, im Alltag aber weiter tabuisiert
bleibt. Fenderl, frühere TV-Moderatorin und Podcasterin („Von wegen
Pause“), erzählt offen von eigenen Erfahrungen mit Schlaflosigkeit,
Brain Fog und beruflicher Selbstausbeutung – und von einem System,
das Frauen in dieser Lebensphase häufig allein lässt. Warum wissen
viele Ärztinnen und Ärzte zu wenig über die Menopause? Weshalb
schließen Hormonambulanzen, während gleichzeitig zwei Drittel aller
Frauen Beschwerden haben? Und warum gelten Wechseljahre am
Arbeitsplatz noch immer als „heikles Thema“, obwohl sie Unternehmen
und Volkswirtschaft viel Geld kosten? Fenderl zeigt, dass es nicht
um Befindlichkeiten geht, sondern um Gesundheit, Prävention und
Chancengleichheit. Sie fordert mehr Wissen im Medizinstudium, mehr
Offenheit in Unternehmen und mehr politischen Willen. Ein Gespräch
über eine Lebensphase, die kein Randthema ist – sondern die Hälfte
der Gesellschaft betrifft.
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22.12.2025
28 Minuten
Frauen und Männer erkranken unterschiedlich – biologisch,
hormonell, sozial. Doch die Medizin behandelt sie oft gleich. Das
rächt sich: Frauen werden später diagnostiziert, seltener
leitliniengerecht therapiert und häufiger von Nebenwirkungen
geplagt. Prof. Alexandra Kautzky-Willer, Pionierin der
Gendermedizin, erklärt im Podcast, warum das so ist – und was sich
ändern muss. Sie zeigt, wie Geschlechtschromosomen, Hormone und
Lebensstil ineinandergreifen, warum Frauen in Studien noch immer
unterrepräsentiert sind und weshalb Diabetes bei ihnen später
erkannt, aber schwerer verläuft. Schwangerschaft, Menopause,
psychosoziale Belastungen und Mehrfachrollen verschieben Risiken
und erschweren den Therapiealltag. Dazu kommt: Frauen fürchten
Nebenwirkungen stärker, brechen Therapien eher ab – nicht aus
Leichtsinn, sondern aus mangelnder Aufklärung. Kautzky-Willer
fordert bessere Studiendesigns, mehr unabhängige Forschung und mehr
Zeit in der Versorgung. Nur so wird Medizin wirklich
personalisiert. Der Podcast zeigt klar: Wer Gesundheit
geschlechtergerecht denkt, verbessert Versorgung für alle.
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15.12.2025
20 Minuten
Manchmal sprechen Verletzungen lauter als Worte. In der
Gewaltambulanz der MedUni Graz übersetzt Prof. Dr. Sarah Heinze
diese Verletzungen in objektive Beweise – empathisch, präzise und
gerichtsverwertbar. Ihre Arbeit verbindet Medizin, Recht und
Menschlichkeit: Sie dokumentiert Gewalt, macht sie sichtbar und
trägt dazu bei, Opfern Schutz und Gerechtigkeit zu verschaffen.
Dabei kommt modernste Technik zum Einsatz – von CT und
3D-Rekonstruktionen bis hin zu telemedizinischer Begleitung direkt
am Ort des Geschehens. Jede Untersuchung erfolgt von Kopf bis Fuß,
in geschützter Atmosphäre und mit der Gewissheit: Was hier
festgehalten wird, kann später über Schuld oder Unschuld
entscheiden.
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Über diesen Podcast
Medizinische Sendungen gehen in die Tiefe, sind aber nicht
unterhaltsam. Dieses Vorurteil zu widerlegen, haben wir uns für den
Hörgang vorgenommen. Nun haben wir auf Springer Medizin Österreich
einen Podcast ins Leben gerufen, der sowohl aktuell als auch
wissensvermittelnd sein, darüber hinaus akustisch etwas hermachen
soll. Neben Experten aus Wissenschaft und Praxis werden wir auch
unsere Fachredakteure, Kolumnisten und Reporter der „Ärzte Woche“
zu Wort kommen lassen.
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