Männlichkeit ist, wie Männer sind

Männlichkeit ist, wie Männer sind

32 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

In dieser Folge geht es um Männlichkeit – und um die Verwirrung,
Sehnsucht und den inneren Druck, die viele Männer damit
verbinden. Was bedeutet es heute, ein Mann zu sein, wenn alte
Rollenbilder bröckeln, patriarchale Muster sichtbarer werden und
gleichzeitig niemand so richtig zeigt, wie ein stimmiger Weg
aussehen könnte?


Diese Folge richtet sich an Männer und Frauen. Wenn du als Mann
zuhörst, findest du vielleicht Sprache für etwas, das du lange
nur diffus gespürt hast. Wenn du als Frau zuhörst, bekommst du
Hintergrund dafür, was im Inneren vieler Männer beim
Erwachsenwerden und im Mannsein passiert – und warum sich manches
Verhalten so widersprüchlich anfühlen kann. Wenn beides gelingt,
kommen wir einander ein Stück näher.


Ich teile hier keine absolute Wahrheit und kein endgültiges
„Statement“. Es ist meine Perspektive als Mann und Tantralehrer –
geprägt durch viele Gespräche und Erfahrungen in Tantra-Gruppen.
Ich öffne einen Raum jenseits von zwei Extremen: der Rückgriff
auf konservative Konzepte von „echter Männlichkeit“ auf der einen
Seite, und eine überangepasste, vorsichtige „Bravheit“ auf der
anderen, die oft Lebendigkeit kostet.


Wir schauen auf eine typische frühe Dynamik: die ersten Jahre in
einer weiblich geprägten Welt von Nähe und Fürsorge – und dann,
mit der Pubertät, das subtile Herausfallen aus dieser
Selbstverständlichkeit. Nähe wird komplizierter, Berührung
bekommt Risiko, und ohne bewusste Übergänge entsteht leicht
Verschlossenheit. Wo Initiation und echte Begleitung fehlen,
wartet oft ein Männerkreis, in dem Konkurrenz, Leistung und „Zeig
keine Schwäche“ den Ton angeben. Daraus können zwei Bewegungen
entstehen: ein tiefes Heimweh nach Nähe – und Wut, die selten
Raum bekommt.


In diesem Zusammenhang spreche ich über „toxische Männlichkeit“:
als Hinweis auf destruktive Muster, die sich über einen
ursprünglich lebendigen Kern legen können. Verantwortung bleibt
wichtig – und gleichzeitig die Frage: Wie wird Veränderung
möglich, ohne Männer in Scham festzuhalten?


Hier bringt Tantra eine klare Landkarte ins Spiel. In der śaiva
Tradition begegnen wir Śiva und Śakti: Bewusstsein und Energie,
Stille und Bewegung. Prinzipien, die in jedem Menschen lebendig
sind. Begriffe wie svabhāva (eigene Natur) und svātantrya (innere
Freiheit) führen zu einer einfachen, radikalen Idee: Männlichkeit
ist kein Ideal am Horizont. Sie beginnt als Erfahrung von innen.


Am Ende gibt es eine kurze Meditation: ein paar Minuten, um zu
spüren, wer du bist, wenn niemand zuschaut – mit deinem Körper,
deinem Atem, deinem Leben. Vielleicht ist das der stillste Teil
der Folge. Und vielleicht genau der Moment, in dem etwas in dir
wieder einfacher wird.





Website: https://www.kamatantra.eu Marc van DaeleMusic from Free
To UseSource: https://freetouse.com/musicTrack by Artist Jeremiah
Alves Track by Artist Rukiye Boglu



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