Episoden

Für andere da sein, ohne zu verschwinden
02.03.2026
23 Minuten
Für andere da sein, ohne zu verschwinden – eine Folge über das feine Gleichgewicht zwischen Geben und Selbsttreue. Stell dir einen stillen See vor: Du siehst dich selbst im Wasser, und zugleich alles, was dich umgibt. So ähnlich kann es sich anfühlen, wenn wir für andere da sind: Wir spiegeln, tragen, helfen – und verlieren dabei manchmal den Kontakt zu uns selbst. Diese Episode lädt dich ein, genau diesen Moment zu erforschen: den Punkt, an dem Fürsorge kippt und Selbstaufopferung beginnt. Aus tantrischer Perspektive schauen wir auf die inneren Muster, die uns „immer verfügbar“ machen – auf Vasanas, tief eingeprägte Neigungen, die wie unsichtbare Flussbetten unser Verhalten lenken. Wir sprechen über das Gift eines überstrengen Gewissens, das nicht nur Handlungen bewertet, sondern unser Menschsein verurteilt: „Wenn ich Nein sage, bin ich falsch.“ Und wir untersuchen das Paradox: Oft geben wir nicht aus Fülle, sondern aus einer inneren Leere heraus – aus dem Wunsch, gebraucht, gesehen oder geliebt zu werden. Das erschöpft, weil es ein Tauschhandel bleibt, der nie wirklich sättigt. Du bekommst dabei konkrete innere Orientierung: Schuldgefühle dürfen als Gäste auftauchen, ohne die Führung zu übernehmen. Wir verweilen beim Herzraum – Anahata, der Ort einer Liebe, die nicht verdient werden muss. Und wir verbinden das mit zentralen Bildern tantrischer Spiritualität: Shiva und Shakti (Sein und Werden) sowie Spanda, die lebendige Schwingung zwischen Ausdehnung (Geben) und Kontraktion (Empfangen). Wenn wir nur noch „werden“, verlieren wir das „sein“. Wenn beides wieder tanzen darf, entsteht ein Geben, das nicht auslaugt. Am Ende führt dich eine kurze Meditation in das Bild von Fluss und Ozean: du gibst, und du empfängst; du fließt, und du bist. Zwei Fragen begleiten dich in die Woche: Wo gebe ich aus Leere heraus, statt aus Fülle? Was verändert sich, wenn ich Schuld als alten Reflex sehe – und nicht als meinen moralischen Kompass? Website: https://www.kamatantra.eu Marc van Daele Music from Free To Use – Source: https://freetouse.com/music Track by Artist Jeremiah Alves Track by Artist Rukiye Boglu
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Männlichkeit ist, wie Männer sind
07.02.2026
32 Minuten
In dieser Folge geht es um Männlichkeit – und um die Verwirrung, Sehnsucht und den inneren Druck, die viele Männer damit verbinden. Was bedeutet es heute, ein Mann zu sein, wenn alte Rollenbilder bröckeln, patriarchale Muster sichtbarer werden und gleichzeitig niemand so richtig zeigt, wie ein stimmiger Weg aussehen könnte? Diese Folge richtet sich an Männer und Frauen. Wenn du als Mann zuhörst, findest du vielleicht Sprache für etwas, das du lange nur diffus gespürt hast. Wenn du als Frau zuhörst, bekommst du Hintergrund dafür, was im Inneren vieler Männer beim Erwachsenwerden und im Mannsein passiert – und warum sich manches Verhalten so widersprüchlich anfühlen kann. Wenn beides gelingt, kommen wir einander ein Stück näher. Ich teile hier keine absolute Wahrheit und kein endgültiges „Statement“. Es ist meine Perspektive als Mann und Tantralehrer – geprägt durch viele Gespräche und Erfahrungen in Tantra-Gruppen. Ich öffne einen Raum jenseits von zwei Extremen: der Rückgriff auf konservative Konzepte von „echter Männlichkeit“ auf der einen Seite, und eine überangepasste, vorsichtige „Bravheit“ auf der anderen, die oft Lebendigkeit kostet. Wir schauen auf eine typische frühe Dynamik: die ersten Jahre in einer weiblich geprägten Welt von Nähe und Fürsorge – und dann, mit der Pubertät, das subtile Herausfallen aus dieser Selbstverständlichkeit. Nähe wird komplizierter, Berührung bekommt Risiko, und ohne bewusste Übergänge entsteht leicht Verschlossenheit. Wo Initiation und echte Begleitung fehlen, wartet oft ein Männerkreis, in dem Konkurrenz, Leistung und „Zeig keine Schwäche“ den Ton angeben. Daraus können zwei Bewegungen entstehen: ein tiefes Heimweh nach Nähe – und Wut, die selten Raum bekommt. In diesem Zusammenhang spreche ich über „toxische Männlichkeit“: als Hinweis auf destruktive Muster, die sich über einen ursprünglich lebendigen Kern legen können. Verantwortung bleibt wichtig – und gleichzeitig die Frage: Wie wird Veränderung möglich, ohne Männer in Scham festzuhalten? Hier bringt Tantra eine klare Landkarte ins Spiel. In der śaiva Tradition begegnen wir Śiva und Śakti: Bewusstsein und Energie, Stille und Bewegung. Prinzipien, die in jedem Menschen lebendig sind. Begriffe wie svabhāva (eigene Natur) und svātantrya (innere Freiheit) führen zu einer einfachen, radikalen Idee: Männlichkeit ist kein Ideal am Horizont. Sie beginnt als Erfahrung von innen. Am Ende gibt es eine kurze Meditation: ein paar Minuten, um zu spüren, wer du bist, wenn niemand zuschaut – mit deinem Körper, deinem Atem, deinem Leben. Vielleicht ist das der stillste Teil der Folge. Und vielleicht genau der Moment, in dem etwas in dir wieder einfacher wird. Website: https://www.kamatantra.eu Marc van DaeleMusic from Free To UseSource: https://freetouse.com/musicTrack by Artist Jeremiah Alves Track by Artist Rukiye Boglu
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Wer bist du? Wer bist du wirklich?
08.01.2026
27 Minuten
Der Winter ist eine Zeit der Besinnung, der Verlangsamung und der Stille. Im Winter versucht die Natur nicht, den Sommer festzuhalten, sondern kehrt zu ihrer Essenz zurück. Was ist deine Essenz? Wer bist du wirklich? In dieser Folge des Kama Tantra Podcasts gehe ich näher auf dieses Thema ein, mit mehr Bezug zur tantrischen Tradition und mehr praktischen Beispielen aus unserem heutigen Leben. Wer bist du wirklich – jenseits von Rollen, Leistung und Selbstbild? Du erfährst, wie Tantra deine Essenz als göttlich und in dir lebendig beschreibt (nicht fern „im Himmel“) und warum wir diese Nähe oft vergessen (Avidya). Aus dem Gefühl von Getrenntsein entsteht ein funktionales Ich-Gefühl (Asmita) – wie eine Regenjacke, die schützt. Herausfordernd wird es, wenn wir glauben, wir seien diese Jacke. Wer bist du wirklich – wenn du nichts leisten musst und keine Rolle erfüllen willst? In dieser ruhigen, erzählenden Folge verbinde ich eine alltagstaugliche tantrische Perspektive mit der Energie des Winters: weniger Tempo, mehr Sammlung, mehr Wesentlichkeit. Der Winter erinnert daran, dass Ruhe fruchtbar ist und dass sich das Wesentliche oft im Einfachen zeigt. Du erfährst, was Tantra über deine Essenz sagt: Sie ist göttlich – nicht als ferne Idee „auf einem Berg“ oder „im Himmel“, sondern als lebendige Präsenz in dir. Und doch vergessen wir diese Nähe im Alltag. Tantra nennt dieses Vergessen Avidya. Aus dem Gefühl von Getrenntsein entsteht ein funktionales Ich-Gefühl, das uns in dieser Welt orientiert – Asmita. Dieses Ich schützt, organisiert und navigiert. Ich beschreibe es als einen Wintermantel: hilfreich bei „Wetter“, herausfordernd, wenn wir glauben, wir seien dieser Mantel und vergessen, was darunter liegt. Wir sprechen über die drei klassischen Ego-Verstärker, die diesen Wintermantel dicker machen und unser wahres Selbst in den Hintergrund schieben: Raga – Anhaftung und Identifikation: über Dinge (Auto, Kleidung, Lifestyle), Status und Karriere, Meinungen, Wissen und „Fakten“, die zum Selbstbild werden. Dvesha – Abwehr und Abwertung: Ablehnung, Kritik, das „hässlich finden“, weil es sozial erwünscht ist, Mobbing, Rassismus, politische Feindbilder und das schnelle Urteilen über andere. Abhinivesha – Festhalten und existenzielle Angst: Kontrollbedürfnis, Verlustangst (alles zu verlieren, woran sich das Ego bindet) und die tiefere Schicht der Todesangst. Du bekommst klare Beispiele aus dem modernen Alltag und erkennst, wie Angst oft nach Bestätigung sucht, sie überall findet und sich dadurch weiter verstärkt. Gleichzeitig bleibt etwas in dir stabil und tragend: Bewusstsein als innerer Raum – in shaiva-inspirierter Sprache auch Shiva. Eine warme Erinnerung zieht sich durch die Folge: Du bist okay, wer auch immer du bist. Du bist es wert, geliebt zu werden – heute. Folge dem Podcast für mehr Tantra-Impulse im Alltag und teile diese Episode mit einem Menschen, der gerade mehr Ruhe und Klarheit gebrauchen kann. Keywords: Tantra, Shiva, Bewusstsein, Winterenergie, Avidya, Asmita, Ego, Raga, Dvesha, Abhinivesha, Selbstannahme, innere Ruhe, Spiritualität im Alltag, persönliches Wachstum Website: https://www.kamatantra.eu Marc van DaeleMusic from Free To UseSource: https://freetouse.com/musicTrack by Artist Jeremiah Alves Track by Artist Rukiye Boglu
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Über diesen Podcast

Eine Serie über tantrische Transformation, lebendige Spiritualität und bewusste Lebenskunst im Alltag des 21. Jahrhunderts.

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