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26 Minuten
In vielen Tantra-Gruppen gilt eine einfache Regel: Die Shivas sind die Männer, die Shaktis die Frauen. Vor zehn Jahren kaufte ich mir eine Shiva-Nataraja-Statue und suchte danach vergeblich nach einer passenden Shakti-Figur. Diese Episode erzählt, warum ich keine gefunden habe.

Diese Zuordnung ist eine westliche Entwicklung aus dem 20. Jahrhundert. Die klassischen Texte der Tradition kennen sie nicht.

Der non-duale kaschmirische Śaivismus beschreibt Shiva und Shakti anders: als zwei Aspekte eines einzigen Bewusstseins, gegenwärtig in jedem Menschen, unabhängig von Geschlecht oder Körper. Es geht um das Leuchten des Bewusstseins (prakāśa) und seine Fähigkeit, sich selbst zu erkennen (vimarśa), um das Wiedererkennen der eigenen Natur (pratyabhijñā) und um die drei Kräfte icchā, jñāna und kriyā ... Wollen, Erkennen, Handeln.

Konkret wird das beim Teekochen, in einem Streit, bei einer Berührung: überall dort, wo du wahrnimmst, erkennst und handelst, sind Shiva und Shakti bereits lebendig ... in dir.

Wenn diese Folge etwas in dir in Bewegung gebracht hat, würde ich mich freuen, davon zu hören.

Mehr über meine Arbeit: ⁠kamatantra.eu⁠

Kontakt: info@kamatantra.eu

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Marc van Daele

Music from Free To Use – Source: ⁠⁠⁠⁠https://freetouse.com/music⁠⁠⁠⁠

Track by Artist Jeremiah Alves

Track by Artist Rukiye Boglu
35 Minuten
Festhalten kostet dich viel mehr, als du denkst, und die Rechnung schickt dir niemand. Im tantrischen Denken ist Loslassen deshalb eine Befreiung und kein Verlust.

Die Kiste im Keller schickt dir keine Rechnung. Die Beziehung, die du seit drei Jahren nicht mehr nährst, auch nicht. Die Rolle, die du in deiner Familie spielst, seit fünfunddreißig Jahren, ebenso wenig. Und trotzdem zahlst du jeden Tag. Du merkst erst, was es dich gekostet hat, in dem Moment, in dem du damit aufhörst.

In unserer Kultur klingt Loslassen nach Abschied und Mangel. Im Tantra ist es eine Energiebewegung: ein Ausströmen, dieselbe Geste, mit der das Göttliche nach dieser Tradition die Welt hervorbringt. Was dabei frei wird, ist Lebenskraft, die jahrelang anderswo gebunden war.

In dieser Folge gehe ich fünf Bewegungen des Loslassens durch:

Warum alles, woran du festhältst, dir irgendwann gedient hat

Die Geste, mit der dein Körper längst vertraut ist

Woran du merkst, dass dein Geben einen Haken hat

Was du täglich weglässt, ohne es zu bemerken

Die Leere, die keine ist

Ich erzähle außerdem, wie lange ich selbst gebraucht habe, um jemanden um Hilfe zu bitten, und beschreibe ein Ritual aus meiner Arbeit, das ich „die Kündigung" nenne.

Am Ende steht eine Frage, die du mitnehmen kannst. Sie lautet nicht, was du verlierst.

Wenn diese Folge etwas in dir in Bewegung gebracht hat, würde ich mich freuen, davon zu hören.

Mehr über meine Arbeit: kamatantra.eu

Kontakt: info@kamatantra.eu

---------- Marc van DaeleMusic from Free To Use – Source: ⁠⁠⁠https://freetouse.com/music⁠⁠⁠Track by Artist Jeremiah AlvesTrack by Artist Rukiye Boglu
26 Minuten
Kaum ein Wort im Tantra wird so oft missverstanden wie Maithuna. Für die einen ist es wilde Sexualität mit Räucherstäbchen, für die anderen eine vage Energiearbeit. Beides trifft nicht, was dieses Ritual wirklich ist.

In dieser Folge nehme ich dich mit auf eine Reise von tausend Jahren: vom kaschmirischen Śaivismus um das Jahr 1000 bis in die tantrischen Räume von heute. Wir folgen dem Ritual durch seine Verwandlungen, von der alten Kaula-Tradition über Abhinavaguptas Philosophie bis zu den westlichen Schichten, die das Chakrasystem und die Energiearbeit hinzufügten. Unterwegs kläre ich drei Missverständnisse auf, die sich um das Maithuna und um Tantra überhaupt ranken.

Ich spreche dabei aus zwei Quellen: aus den alten Texten und aus eigener Erfahrung, als Mensch, der an verschiedene Maithuna-Ritualen teilgenommen hat. Es geht um die Vereinigung von Shiva und Shakti, um die Freiheit in der Form, und um die Frage, was diese uralte Praxis heute für dich bedeuten kann.

Im Oktober 2026 feiern wir das Maithuna-Ritual mit Kama Tantra in Wuppertal.

Eine Meditation in Bewusstsein und Sexualität – ehrlich, tief und ohne falschen Zauber.

—

Quellen: Diese Folge stützt sich unter anderem auf David Gordon White (Kiss of the Yoginī), Alexis Sanderson („Meaning in Tantric Ritual"), John Dupuche (Abhinavagupta: The Kula Ritual), Csaba Kiss (zur Matsyendrasaṃhitā) und Gavin Flood (zur Kubjikāmata), sowie auf die klassischen Texte Tantrāloka, Vijñāna Bhairava und Kulārṇava Tantra. Zur Geschichte des Chakrasystems: die Ṣaṭ-cakra-nirūpaṇa (1577) über John Woodroffe, The Serpent Power (1919).

Website: ⁠⁠⁠https://www.kamatantra.eu⁠⁠⁠ (⁠⁠⁠https://www.kamatantra.eu/⁠⁠⁠)

Marc van Daele

Music from Free To Use – Source: ⁠⁠⁠https://freetouse.com/music⁠⁠⁠

Track by Artist Jeremiah Alves

Track by Artist Rukiye Boglu
27 Minuten
Du erlebst etwas Schönes, und eine Sekunde später taucht der Gedanke auf: Das könnte ich teilen. Von da an bist du geteilt — ein Teil erlebt, ein Teil schaut von der Tribüne zu.

In dieser Folge geht es um die Sehnsucht, gesehen zu werden. Sie ist so alt wie das Kind auf dem Sprungbrett, das ruft: „Guck mal!" Und sie ist heute der Rohstoff einer Industrie, die davon lebt, dass sie offen bleibt. Likes zählen dich. Gesehen wirst du dabei selten.

Marc erzählt, wie der Spiegel in unserer Hosentasche arbeitet, warum die Zählung die richtige Stelle mit dem falschen Stoff trifft, und wo die tantrische Tradition aus Kaschmir den Blick hindreht: zu dem in dir, das all dies bemerkt. Zu dem stillen Zeugnis, das auf keinem Foto erscheint.

Mit einer kleinen Übung für morgen, die nichts kostet und in keiner Statistik auftaucht.

Website: ⁠⁠https://www.kamatantra.eu⁠⁠ (⁠⁠https://www.kamatantra.eu/⁠⁠)

Marc van Daele

Music from Free To Use – Source: ⁠⁠https://freetouse.com/music⁠⁠

Track by Artist Jeremiah Alves

Track by Artist Rukiye Boglu
26 Minuten
Es gibt ein Buch, von dem fast jeder glaubt, es zu kennen. Und das fast niemand wirklich gelesen hat. In dieser Folge nehme ich dich mit auf eine Reise zum ursprünglichen Geist des Kamasutra – und zu dem, was es uns heute noch zu sagen hat.

Denn im Kamasutra geht es um viel mehr als nur um Sexstellungen. Es ist ein Text über Sehnsucht, Atmosphäre, Schönheit und die Kunst der Begegnung. Darüber, wie Erotik schon lange vor dem Akt beginnt. Darüber, wie der Geist Teil der Sexualität ist. Über weibliche Lust als vollwertige Kraft. Darüber, was eine langfristige Beziehung am Leben erhält.

Wir reisen ins Indien des vierten Jahrhunderts, in die Stadt Pataliputra, in die Welt von Vātsyāyana – dem Gelehrten, der das Kamasutra verfasste. Und wir schlagen eine Brücke zum heutigen Leben: zu Liebenden, zu Körpern, zur Sprache und zu den kleinen Dingen, die eine sexuelle Begegnung tiefer und reichhaltiger machen.

Eine Folge über Lebenskunst. Über Achtsamkeit. Über die Begegnung, die man wirklich zu leben lernen kann.

Website: ⁠https://www.kamatantra.eu⁠ (⁠https://www.kamatantra.eu/⁠)

Marc van Daele

Music from Free To Use – Source: ⁠https://freetouse.com/music⁠

Track by Artist Jeremiah Alves

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Über diesen Podcast

Eine Serie über tantrische Transformation, lebendige Spiritualität und bewusste Lebenskunst im Alltag des 21. Jahrhunderts.
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„Kama Tantra Podcast“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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