Sam Harris – Waking Up: Spiritualität ohne Religion
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Beschreibung
vor 2 Wochen
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In seinem 2014 erschienenen Werk „Waking Up“ (deutscher Titel:
Waking Up: Spiritualität ohne Religion) unternimmt der
Neurowissenschaftler und Philosoph Sam Harris den gewagten
Versuch, die Spiritualität aus den Fängen der
Religion zu befreien. Als bekannter Kritiker religiöser Dogmen
argumentiert Harris, dass spirituelle Erfahrungen und
Selbsttranszendenz reale, neurologisch erklärbare Phänomene sind,
die für ein erfülltes Leben essenziell sein können – auch und
gerade für Skeptiker und Atheisten.
3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch
Die folgenden Punkte verdeutlichen, warum dieses Buch eine Brücke
zwischen Wissenschaft und Weisheit schlägt:
* Das „Ich“ ist eine hartnäckige Illusion: Unser
Gefühl, ein fester Kern oder ein Passagier im eigenen Kopf zu
sein, hält einer genauen neurologischen und introspektiven
Prüfung nicht stand. Harris erklärt, dass das, was wir „Ich“
nennen, lediglich ein vorübergehendes Muster im Bewusstsein ist,
ähnlich wie eine optische Täuschung.
* Spiritualität ist empirisch erforschbar: Man
muss nicht an Mythen oder Götter glauben, um transzendente
Zustände zu erleben. Durch Praktiken wie Meditation können wir
die Natur unseres Geistes untersuchen und feststellen, dass
Eigenschaften wie bedingungslose Liebe oder innerer Frieden
Fähigkeiten des Bewusstseins selbst sind, unabhängig von
religiösem Glauben.
* Getrennte Gehirnhälften, getrenntes
Bewusstsein: Untersuchungen an Patienten mit
durchtrenntem Corpus callosum (Split-Brain) zeigen, dass das
Bewusstsein teilbar ist. Dies widerlegt die Idee einer
unteilbaren Seele und beweist, dass unsere Identität viel
fragiler und modularer ist, als wir intuitiv annehmen.
Für wen ist das Buch besonders interessant?
* Rationalisten und Atheisten, die sich nach
tieferen Erfahrungen sehnen, aber von religiösem Kitsch und
Dogmen abgeschreckt sind.
* Wissenschaftsinteressierte, die verstehen
wollen, wie Neurowissenschaften (z. B. Split-Brain-Forschung) und
Meditation zusammenhängen.
* Menschen, die unter ihrem „Gedankenkarussell“
leiden und nach einem säkularen Weg suchen, psychisches
Leid und Stress zu reduzieren.
Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst
Spiritualität für Skeptiker – Jenseits von Religion
Sam Harris räumt gründlich mit dem Missverständnis auf, dass
Spiritualität zwangsläufig Religion erfordert. Er definiert
Spiritualität als das „Durchtrennen der Illusion des
Selbst“ durch genaue Beobachtung des eigenen Geistes.
Das Buch zeigt auf, dass wir unser Leben oft in einer Art
„neurotischen Trance“ verbringen, ständig verloren in Gedanken
über Vergangenheit und Zukunft, anstatt die Gegenwart
wahrzunehmen. Harris betont, dass Glück, das auf äußeren
Umständen basiert, flüchtig ist, während das Erkennen der Natur
des Bewusstseins eine beständige Quelle des Wohlbefindens sein
kann.
Vertiefung – Der kopflose Weg und geteilte Gehirne
Ein zentraler „Aha-Moment“ ist die wissenschaftliche
Dekonstruktion des Selbst. Harris nutzt faszinierende Beispiele
aus der Neurologie: Bei Split-Brain-Patienten können die linke
und rechte Gehirnhälfte unterschiedliche Absichten, Wissensstände
und sogar Glaubenssätze haben. Wenn das Bewusstsein physisch
geteilt werden kann, kann es keine unteilbare Seele geben. Um
dies erfahrbar zu machen, stellt Harris meditative Techniken vor,
wie die von Douglas Harding inspirierte Methode, „nach dem
eigenen Kopf zu suchen“ und festzustellen, dass man aus der
eigenen Perspektive heraus nur „Welt“ und keinen Kopf wahrnimmt –
ein direkter Weg zur Erfahrung der
Selbstlosigkeit. Er vergleicht das Erkennen der
Ich-Illusion mit dem Finden des „blinden Flecks“ im Auge: Es ist
immer da, aber man muss lernen, wie man hinsieht.
Ausblick – Ein wacher Geist im Alltag
Das Buch ist nicht nur Theorie, sondern eine Anleitung zum
Glücklichsein. Harris erklärt, dass wir lernen können, negative
Emotionen wie Ärger oder Angst viel schneller loszulassen, indem
wir sie als bloße Erscheinungen im Bewusstsein betrachten, statt
uns mit ihnen zu identifizieren. Er warnt jedoch auch vor den
Fallstricken der Spiritualität, wie der Gefahr, dubiosen Gurus zu
verfallen, die ihre Macht missbrauchen. Letztlich lädt Waking Up
dazu ein, das eigene Bewusstsein als Labor zu nutzen: Durch
Praktiken wie Achtsamkeit (Mindfulness) und
Dzogchen können wir lernen, den „Traum des
Selbst“ zu durchschauen und freier, ethischer und verbundener zu
leben.
Das Buch in einem Satz
Das Gefühl, ein getrenntes „Ich“ im Kopf zu sein, ist eine
neurologische Illusion, deren Auflösung durch säkulare Meditation
zu tiefem Wohlbefinden und einer rationalen Spiritualität führt.
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