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  4. Ulrike Herrmann – Das Ende des Kapitalismus
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Das im Jahr 2022 erschienene Werk „Das Ende des Kapitalismus“ der
taz-Wirtschaftsredakteurin Ulrike Herrmann ist eine radikale
Abrechnung mit dem Glauben an technologische Wunderlösungen in
der Klimakrise. Es rĂĽttelt an den Grundfesten unseres
Wirtschaftssystems und löste eine breite gesellschaftliche
Debatte darĂĽber aus, ob Klimaschutz und Kapitalismus ĂĽberhaupt
vereinbar sind oder ob wir eine geordnete
„Überlebenswirtschaft“ benötigen.

3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch

Diese Analysen machen das Buch zu einem unverzichtbaren Beitrag
zur Klimadebatte:

* Das Ende des „Grünen Wachstums“: Herrmann
entlarvt die Hoffnung auf grĂĽnes Wachstum als Illusion. Ă–kostrom
aus Sonne und Wind wird niemals ausreichen, um das aktuelle
globale Wirtschaftsniveau zu halten, da Speichertechnologien zu
teuer sind und Rohstoffe knapp werden.

* Der Rebound-Effekt frisst den Fortschritt:
Effizienzsteigerungen fĂĽhren im Kapitalismus paradoxerweise zu
mehr Verbrauch, nicht weniger. Wenn Technik billiger wird, nutzen
wir sie häufiger – ein Phänomen, das sich historisch von der
Dampfmaschine bis zum Smartphone belegen lässt.

* Planung statt Chaos: Da der Kapitalismus ohne
Wachstum kollabiert, brauchen wir einen gesteuerten RĂĽckbau der
Wirtschaft. Als historisches Vorbild dient die britische
Kriegswirtschaft ab 1939: Eine private Planwirtschaft,
die GĂĽter rationierte und verteilte, ohne das Eigentum
abzuschaffen.

FĂĽr wen ist das Buch besonders interessant?

* Klimabewegte und Realisten, die spĂĽren, dass
bloĂźe technologische Innovationen und E-Autos nicht ausreichen
werden, um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten.

* Wirtschaftsinteressierte, die verstehen
wollen, warum der Kapitalismus zwingend wachsen muss, um stabil
zu sein, und warum dies in einer endlichen Welt zum Scheitern
verurteilt ist.

* Politisch Denkende, die nach einer konkreten
Alternative jenseits von ungebremstem Markt und
staatssozialistischer Diktatur suchen.

Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst

Aufstieg und Fall: Warum der Kapitalismus am Ende ist

Ulrike Herrmann nimmt Dich mit auf eine Reise durch die
Geschichte des Kapitalismus, der in England entstand – nicht
wegen genialer Erfinder, sondern weil dort die Löhne weltweit am
höchsten waren und sich Maschinen erstmals rechneten. Dieses
System brachte uns Wohlstand, Gesundheit und Demokratie, hat aber
einen fatalen Webfehler: Es benötigt permanentes
Wachstum, um stabil zu bleiben. In einer endlichen Welt
führt dieser Zwang jedoch in den ökologischen Kollaps. Die
Autorin zeigt gnadenlos auf, dass wir nicht die Wahl haben, den
Kapitalismus einfach „grün“ weiterzuführen. Wir müssen uns
entscheiden: Entweder wir organisieren das Schrumpfen selbst,
oder die Natur erzwingt das Ende durch Klimachaos.

Die Illusion der Technik: Warum Wind und Sonne nicht reichen

Ein groĂźer Teil des Buches widmet sich der Entzauberung
technischer Lösungen. Du lernst, warum Atomkraft
zu teuer und riskant ist und warum auch erneuerbare Energien an
physikalische Grenzen stoßen. Ein Augenöffner ist die Analyse der
Speicherproblematik: Um „Dunkelflauten“ (kein
Wind, keine Sonne) zu überbrücken, wären gigantische Mengen an
Batterien oder grünem Wasserstoff nötig, die extrem ineffizient
und teuer sind. Herrmann erklärt, dass Effizienz oft zu
Mehrverbrauch fĂĽhrt (Rebound-Effekt). Ein Beispiel: Das
Smartphone ersetzte viele Geräte, führte aber durch Streaming und
ständige Nutzung zu einem massiven Anstieg des Energieverbrauchs,
statt ihn zu senken.

Die Lösung: Eine Überlebenswirtschaft nach britischem Vorbild

Der Ausblick ist radikal, aber konstruktiv. Statt auf den
Zusammenbruch zu warten, schlägt Herrmann die
„Überlebenswirtschaft“ vor. Das Vorbild ist
GroĂźbritannien im Jahr 1939: Um den Krieg gegen Hitler zu
bestehen, schrumpfte der Staat die zivile Wirtschaft
kontrolliert. Fabriken blieben privat, aber der Staat gab vor,
was produziert wurde. GĂĽter wurden rationiert, was paradoxerweise
dazu führte, dass die ärmere Bevölkerung gesünder war als zuvor,
da die Verteilung gerechter wurde. FĂĽr unsere Zukunft bedeutet
das: Verzicht auf Flugreisen, private Autos und
Fleisch sowie eine Begrenzung des Wohnraums. Was dĂĽster
klingt, entwirft Herrmann als eine Welt, die zwar ärmer an
Gütern, aber reicher an Zeit, Gemeinschaft und ökologischer
Sicherheit ist.

Das Buch in einem Satz

Um den Klimakollaps zu verhindern, mĂĽssen wir uns vom
Wachstumszwang des Kapitalismus verabschieden und eine staatlich
geplante, gerechte Schrumpfung der Wirtschaft nach dem Vorbild
der britischen Kriegswirtschaft wagen.

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„Ulrike Herrmann – Das Ende des Kapitalismus“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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