#99 - Mensch oder Maschine - Warum wir bald beweisen müssen, dass wir echt sind
36 Minuten
Beschreibung
vor 2 Wochen
Sind wir noch echt oder telefoniert ihr schon mit unserem
Avatar? In Folge 99 von Mind / Machine diskutieren Manuela
Machner und Eliot Mannoia über die verschwimmenden Grenzen
zwischen menschlicher Interaktion und KI-Systemen.
Es wird eng für die klassische "Ich bin ein Mensch"-Bestätigung
im Internet. Captchas werden von Agenten gelöst und am Telefon
ist oft nicht mehr klar, ob eine KI oder eine echte Person
abhebt. Manuela und Eliot widmen sich der Frage, wie wir in
Zukunft unsere Echtheit beweisen – und ob das überhaupt noch
jemand will.
Dabei geht es nicht um theoretische Zukunftsmusik, sondern um
knallharte Alltagssituationen. Wenn Callcenter-Mitarbeiter
absichtlich Fehler machen müssen, um nicht für Bots gehalten zu
werden, läuft etwas schief.
1. Das "Reverse Turing Test" PhänomenFrüher
mussten Maschinen beweisen, dass sie denken können. Heute müssen
Menschen beweisen, dass sie keine Maschinen sind. Eliot bringt
ein spannendes Beispiel: Kunden im Callcenter sind oft genervt,
weil sie glauben, mit einer KI zu sprechen. Die absurde Lösung?
Mitarbeiter bauen bewusst "Ähms" und kleine Fehler ein, um
menschlich zu wirken. Paradoxerweise trainieren wir KI-Systeme
gleichzeitig darauf, genau diese Unzulänglichkeiten zu imitieren.
2. Manuelas KI-Telefonassistent im
HärtetestManuela erzählt eine Anekdote aus dem
Supermarkt. Ein Anrufer zitiert Latein und legt auf, weil er
glaubt, mit Manuelas KI-Stimme zu sprechen – dabei war sie selbst
am Apparat. Die Verwirrung ist komplett: Menschen halten echte
Menschen für KIs und KIs für Menschen. Das führt zu skurrilen
Situationen im Geschäftsalltag.
3. Das Hochstapler-Syndrom 2.0Wenn die KI 50
Prozent deiner Arbeit erledigt: Hast du es dann noch selbst
gemacht? Wir diskutieren über das "Imposter-Syndrom" im
KI-Zeitalter. Als Expertin oder Experte verkaufst du nicht mehr
nur den Output (den kann die KI auch liefern), sondern die
Verantwortung, die Strategie und die Erfahrung aus gescheiterten
Projekten. KI liefert Theorie – Menschen liefern die
Praxisrelevanz.
4. Kennzeichnungspflicht und das "Freie
Internet"Brauchen wir einen digitalen Ausweis? Die EU
fordert Kennzeichnungspflicht für KI, aber wie sieht das in der
Realität aus? Wir sprechen über die Balance zwischen Anonymität
(Schutz der Privatsphäre) und der Notwendigkeit, in sozialen
Medien mit Klarnamen für das einzustehen, was man sagt.
Der menschliche Faktor als Premium-Feature:
In einer Welt voller generierter Inhalte wird der persönliche
Kontakt zum Luxusgut. Deine Kunden zahlen für deine
Einschätzung und dein "Geradestehen" für eine Lösung, nicht
nur für die Erstellung.
Fehlerkultur als Echtheitsbeweis: Perfektion
wirkt mittlerweile verdächtig. Zeig Ecken und Kanten. Erzähl
auch von Projekten, die nicht funktioniert haben. Das sind
Daten, die der KI oft fehlen, weil meistens nur
Erfolgsgeschichten publiziert werden.
Transparenz schafft Vertrauen: Wenn du KI
einsetzt (wie einen Telefon-Bot), kommuniziere das klar.
Kunden akzeptieren Technik, wenn sie wissen, woran sie sind.
Sie hassen es, getäuscht zu werden.
"Ich habe immer das Gefühl, ich muss beweisen, dass ich das eh
selber mit der KI gemacht habe. Mein Kunde zahlt ja nicht für
etwas, was eine Maschine rausgeschmissen hat." – Manuela Machner
"Wir trainieren sehr hart, dass es keine Lückenbüßer in den
Texten gibt. Und die KI tut alles, damit sie wie ein echter
Mensch klingt, mit Macken und Fehlern. Das wird immer schwieriger
zu unterscheiden." – Eliot Mannoia
Du willst wissen, wie du KI konkret in deinem Tourismus- oder
KMU-Betrieb einsetzt, ohne die menschliche Note zu verlieren?
Web: www.kinet.ai
Kontakt: info@kinet.ai
Standort: Leoben, Steiermark
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