Folge 50: Alles wird schlimmer? – Der große Unterschied zwischen Weltbild und Lebensrealität

Folge 50: Alles wird schlimmer? – Der große Unterschied zwischen Weltbild und Lebensrealität

51 Minuten

Beschreibung

vor 3 Wochen

Wenn man News-Feeds, Talkshows und Kommentarspalten glaubt, sind
wir längst kollektiv im Dauer-Alarmmodus. Und trotzdem erleben
viele Menschen ihr eigenes Leben als erstaunlich stabil – während
„Deutschland“ oder „die Welt“ als zunehmend außer Kontrolle
wahrgenommen werden. Genau dieses Paradox nehmen wir uns in
dieser Folge vor: der große Unterschied zwischen Weltbild
und Lebensrealität.


Als empirischen Anker greifen wir u. a. die R+V-Langzeitstudie
„Die Ängste der Deutschen“ auf. Spannend ist vor allem der
Angstindex (Durchschnitt über alle abgefragten
Sorgen):


2025: 37

2024: 42

2023: 45 

2022: 42



Heißt: Trotz Omnikrisen-Gefühl sinkt das durchschnittliche
individuelle Angstniveau zuletzt deutlich – und 2025 ist laut R+V
im Langzeitblick sogar einer der niedrigsten Werte seit Beginn
der Reihe.


In der Folge fragen wir deshalb skeptisch nach: Was messen solche
Zahlen wirklich – und was erzählen sie nicht?



Wir sprechen außerdem darüber, wie sehr Medienlogiken und Social
Media unsere kollektive Wahrnehmung verstärken können (Stichwort:
Aufmerksamkeitsökonomie, Zuspitzung, Dauererregung) – und warum
das subjektiv schnell „die Welt wird immer schlimmer“ ergibt,
selbst wenn die individuelle Realität differenzierter ist.


Und wir drehen den Begriff „Zukunftsangst“ ein Stück weit um:
Vielleicht ist es oft weniger Angst vor der Zukunft – und mehr
das Gefühl von geringem Handlungsspielraum gegenüber großen
Systemthemen. Wenn Distanz groß ist und Einfluss klein wirkt,
kippt der Blick schneller ins Dystopische.


Gleichzeitig suchen wir nach dem, was uns im Gespräch wichtig
war: Wie bleiben wir handlungsfähig, ohne naiv zu werden?
Welche Rolle spielen Narrative, politische Visionen und ganz
pragmatische Routinen, um den „Zukunftsmuskel“ zu trainieren –
also wieder mehr Optionen, Alternativen und gestaltbare Zukünfte
zu sehen, statt nur den nächsten Alarm.

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