#10: DIGITALE SCHULE? Nicht ohne Plan – nicht ohne Herz
46 Minuten
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vor 2 Monaten
"Digitalpakt Schule" hin oder her: Warum ohne Vision für
Digitalität in Schule gar nichts geht – und wie wir Schüler
wirklich stark machen. In dieser intensiven und sehr offenen Folge
sprechen Alex und Tobi über ein Thema, das jede Schule betrifft,
aber selten strategisch gedacht wird: Digitalität. Zwischen
persönlicher Frustration, wissenschaftlicher Evidenz und
pädagogischem Bauchgefühl entsteht ein differenzierter Blick
darauf, was digitale Schule heute ist – und was sie dringend sein
müsste. 1. Warum Digitalität Lehrkräfte stresst – und es nicht an
ihnen liegt Schulen wurden mit Endgeräten ausgestattet, aber ohne
eine übergeordnete Vision. Schlechte Technik, instabile Systeme,
mangelnde Usability (z. B. Moodle) führen zu zusätzlichem Stress.
Viele Lehrkräfte sprechen sich selbst digitale Kompetenz ab, obwohl
das Problem in den Werkzeugen liegt – nicht bei ihnen.
Digitalisierung ohne Konzept verschlechtert Unterricht und belastet
die mentale Gesundheit von Lehrkräften. 2. Fehlende Visionen und
das Gießkannenprinzip Deutschland digitalisiert häufig
technikgetrieben statt pädagogisch. Das bloße Ersetzen analoger
Medien durch digitale verschlechtert Unterricht oft. Lehrkräfte
fühlen sich unter Druck gesetzt, „digital performen“ zu müssen,
obwohl guter Unterricht nicht von Technik abhängt. 3. Was die
Forschung tatsächlich zeigt Wir ordnen internationale Studien ein:
Frankreich: Landesweites Handyverbot an Schulen aufgrund klarer
negativer Effekte. Schweden: Rückkehr zu Papier und klassischen
Lernformen; Tablets werden stark reduziert. Studie zeigt: Kinder,
die digital lesen, liegen im Durchschnitt zwei Lernjahre hinter
jenen, die mit Papier arbeiten. Hattie: Digitalität hat keinen
signifikanten Einfluss auf Lernerfolg. Entscheidender ist weiterhin
die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehung im Unterricht.
Brain-Drain-Forschung (University of Texas): Schon die bloße
Anwesenheit eines Smartphones senkt die kognitive
Leistungsfähigkeit, weil das Gehirn permanent Impulse unterdrücken
muss. 4. Digitale Endgeräte im Unterricht: Lernhilfe oder
Störfaktor Jugendliche sind durch Social-Media-Plattformen häufig
dauerhaft abgelenkt. Entzugssymptome zu Beginn des Schuljahres sind
keine Seltenheit. Messenger-Dienste und Social Media verstärken
Einsamkeit und Missverständnisse. Ohne klare Regeln bringt Schule
potenziell die stärksten Ablenkungs- und Suchtmechanismen direkt in
den Klassenraum. 5. Was Unterricht jetzt wirklich braucht: Räume
echter Begegnung Digitalität ist ein Werkzeug, kein pädagogisches
Ziel. Schülerinnen und Schüler brauchen mehr unmittelbare
zwischenmenschliche Erfahrung, nicht mehr Bildschirmzeit. Papier,
Stift, Gespräche und gemeinsame Aufmerksamkeit sind in einer
digitalisierten Welt zunehmend systemrelevant. Lehrkräfte dürfen
Mut zur digitalen Lücke haben und bewusst Analoges stärken. 6.
Praktische Impulse für den Unterricht Bewusste Handy- und
Tabletpausen einführen. Analoge Phasen stärken, besonders zu Beginn
einer Stunde. Digitale Medien nur dort einsetzen, wo sie einen
echten Mehrwert bieten. Vorbild sein: als Lehrkraft das eigene
Gerät sichtbar weglegen. 7. Positive Beispiele Lehrer Harmeet Dawan
(Deutschlands ausgezeichnete Lehrkräfte) zeigt, dass reflektierte
Auseinandersetzung mit Social Media und Wohlbefinden so wirksam
sein kann, dass Schülerinnen und Schüler freiwillig ihr Smartphone
abgeben oder gegen ein Tastenhandy tauschen. Schlüssel: ehrliche,
analoge und regelmäßige Gespräche im Unterricht. Fazit
Digitalisierung wird nur dann wirksam, wenn sie sinnvoll, schützend
und pädagogisch begründet geschieht. Schule muss nicht technischer
werden, sondern menschlicher. Das stärkt nicht nur Lernprozesse,
sondern auch die mentale Gesundheit der Schülerinnen, Schüler und
Lehrkräfte. Lasst gern ein LIKE da, in Form von Kommentaren,
Bewertungen, Abos, etc.
Digitalität in Schule gar nichts geht – und wie wir Schüler
wirklich stark machen. In dieser intensiven und sehr offenen Folge
sprechen Alex und Tobi über ein Thema, das jede Schule betrifft,
aber selten strategisch gedacht wird: Digitalität. Zwischen
persönlicher Frustration, wissenschaftlicher Evidenz und
pädagogischem Bauchgefühl entsteht ein differenzierter Blick
darauf, was digitale Schule heute ist – und was sie dringend sein
müsste. 1. Warum Digitalität Lehrkräfte stresst – und es nicht an
ihnen liegt Schulen wurden mit Endgeräten ausgestattet, aber ohne
eine übergeordnete Vision. Schlechte Technik, instabile Systeme,
mangelnde Usability (z. B. Moodle) führen zu zusätzlichem Stress.
Viele Lehrkräfte sprechen sich selbst digitale Kompetenz ab, obwohl
das Problem in den Werkzeugen liegt – nicht bei ihnen.
Digitalisierung ohne Konzept verschlechtert Unterricht und belastet
die mentale Gesundheit von Lehrkräften. 2. Fehlende Visionen und
das Gießkannenprinzip Deutschland digitalisiert häufig
technikgetrieben statt pädagogisch. Das bloße Ersetzen analoger
Medien durch digitale verschlechtert Unterricht oft. Lehrkräfte
fühlen sich unter Druck gesetzt, „digital performen“ zu müssen,
obwohl guter Unterricht nicht von Technik abhängt. 3. Was die
Forschung tatsächlich zeigt Wir ordnen internationale Studien ein:
Frankreich: Landesweites Handyverbot an Schulen aufgrund klarer
negativer Effekte. Schweden: Rückkehr zu Papier und klassischen
Lernformen; Tablets werden stark reduziert. Studie zeigt: Kinder,
die digital lesen, liegen im Durchschnitt zwei Lernjahre hinter
jenen, die mit Papier arbeiten. Hattie: Digitalität hat keinen
signifikanten Einfluss auf Lernerfolg. Entscheidender ist weiterhin
die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehung im Unterricht.
Brain-Drain-Forschung (University of Texas): Schon die bloße
Anwesenheit eines Smartphones senkt die kognitive
Leistungsfähigkeit, weil das Gehirn permanent Impulse unterdrücken
muss. 4. Digitale Endgeräte im Unterricht: Lernhilfe oder
Störfaktor Jugendliche sind durch Social-Media-Plattformen häufig
dauerhaft abgelenkt. Entzugssymptome zu Beginn des Schuljahres sind
keine Seltenheit. Messenger-Dienste und Social Media verstärken
Einsamkeit und Missverständnisse. Ohne klare Regeln bringt Schule
potenziell die stärksten Ablenkungs- und Suchtmechanismen direkt in
den Klassenraum. 5. Was Unterricht jetzt wirklich braucht: Räume
echter Begegnung Digitalität ist ein Werkzeug, kein pädagogisches
Ziel. Schülerinnen und Schüler brauchen mehr unmittelbare
zwischenmenschliche Erfahrung, nicht mehr Bildschirmzeit. Papier,
Stift, Gespräche und gemeinsame Aufmerksamkeit sind in einer
digitalisierten Welt zunehmend systemrelevant. Lehrkräfte dürfen
Mut zur digitalen Lücke haben und bewusst Analoges stärken. 6.
Praktische Impulse für den Unterricht Bewusste Handy- und
Tabletpausen einführen. Analoge Phasen stärken, besonders zu Beginn
einer Stunde. Digitale Medien nur dort einsetzen, wo sie einen
echten Mehrwert bieten. Vorbild sein: als Lehrkraft das eigene
Gerät sichtbar weglegen. 7. Positive Beispiele Lehrer Harmeet Dawan
(Deutschlands ausgezeichnete Lehrkräfte) zeigt, dass reflektierte
Auseinandersetzung mit Social Media und Wohlbefinden so wirksam
sein kann, dass Schülerinnen und Schüler freiwillig ihr Smartphone
abgeben oder gegen ein Tastenhandy tauschen. Schlüssel: ehrliche,
analoge und regelmäßige Gespräche im Unterricht. Fazit
Digitalisierung wird nur dann wirksam, wenn sie sinnvoll, schützend
und pädagogisch begründet geschieht. Schule muss nicht technischer
werden, sondern menschlicher. Das stärkt nicht nur Lernprozesse,
sondern auch die mentale Gesundheit der Schülerinnen, Schüler und
Lehrkräfte. Lasst gern ein LIKE da, in Form von Kommentaren,
Bewertungen, Abos, etc.
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