#99 »Die letzten Tage der Menschheit«: Mit dem Messer in die Historie

#99 »Die letzten Tage der Menschheit«: Mit dem Messer in die Historie

Mit dem Messer in die Historie

Beschreibung

vor 1 Monat

Mit seinem Dramenmonument »Die letzten Tage der Menschheit« hat
Karl Kraus einen der bedeutendsten pazifistischen Texte der
jüngeren Literaturgeschichte geschaffen. In über 200 Szenen und
unzähligen Originaldokumenten aus der Zeit um den Ersten
Weltkrieg verweist er mit gnadenlosem Wortwitz, besonderem
Sprachgefühl und bitterböser Satire auf die Mechanismen, die
Krieg ent- und bestehen lassen, und darauf, wie eine gesamte
Gesellschaft verroht. Er konzentriert sich nicht auf die Front,
sondern aufs Hinterland, auf die Menschen, die aus sicherer
Entfernung beobachten, erleben, bejubeln... und profitieren.


Katja Schlonski hat Regisseur Georg Schmiedleitner auf den Zahn
gefühlt, wie man ein so großes Werk überhaupt inszeniert (es ist
ein Kraftakt), warum genau dieser Kraftakt in unserer aktuellen
Zeit so dringend notwendig ist. Mit Bühnenbildner Stefan
Brandtmayr spricht sie über das Ineinanderübergehen von
Ästhetiken und Konnotationen, mit Schauspielerin Juliane Schwabe
─ die mit Kriegsjournalistin Alice Schalek ihre »kälteste« Figur
spielt ─ über die Herausforderungen für das 11-köpfige Ensemble
und die erschreckenden Parallelen zum Heute.

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