Inklusion in Tirol einfach machen: 30 Jahre W.I.R. und was wir daraus lernen können
53 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Monat
Was bedeutet Inklusion in Tirol wirklich?
Nicht als politisches Schlagwort, nicht als Förderrichtlinie –
sondern im gelebten Alltag.
Dr. Gerhard Eckstein, Geschäftsführer der W.I.R. gGmbH, steht wie
kaum ein anderer für diesen Wandel in Tirol. Seit den frühen
1990er-Jahren begleitet er eine Entwicklung, die vom Wegsperren
zur Teilhabe geführt hat – und die zeigt, dass Veränderung
möglich ist, wenn Haltung und Konsequenz zusammenkommen.
Die Geschichte der W.I.R. beginnt in einer Zeit, in der Menschen
mit kognitiven Beeinträchtigungen vielfach als
„verwahrungsbedürftig“ galten. Große Institutionen, totale
Fremdbestimmung und ein defizitäres Menschenbild prägten den
Alltag. Dass diese Sichtweise nicht nur falsch, sondern
unmenschlich war, wurde erst langsam erkannt.
Mit dem Inkrafttreten des Unterbringungsgesetzes Anfang der
1990er-Jahre entstand Handlungsdruck – und in Tirol der Mut, neue
Wege zu gehen. Der sogenannte „Tiroler Weg“ setzte bewusst auf
Vielfalt: unterschiedliche Träger, unterschiedliche Konzepte,
aber ein gemeinsames Ziel – ein Leben mitten in der Gesellschaft.
Aus dem Heilpädagogischen Zentrum des Psychiatrischen
Krankenhauses Hall entwickelte sich schließlich der Verein
W.I.R., später die gemeinnützige GmbH. Der Start war holprig,
begleitet von massiver Kritik. Doch unbeirrt wurde Schritt für
Schritt umgesetzt, was heute als selbstverständlich gilt:
dezentrale Wohnformen, echte Arbeit, Mitbestimmung, Würde.
Heute ist W.I.R. mehrfach ausgezeichnet, betreibt inklusive Wohn-
und Arbeitsprojekte, ein Tagescafé, mobile Begleitung und gilt
als eines der exzellentesten Sozialunternehmen Österreichs.
Doch für Gerhard Eckstein ist das Entscheidende nicht die
Auszeichnung, sondern die Haltung dahinter:
Nicht der Mensch muss sich an das System anpassen – das System
muss für Menschen funktionieren. So funktioniert Inklusion in
Tirol, so wird Inklusion bei W.I.R. gelebt.
Diese Podcast-Folge ist ein Gespräch über Verantwortung, über
Führung in der Sozialwirtschaft und über die Kraft, Dinge einfach
zu machen, auch wenn sie zunächst unmöglich erscheinen.
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