Hape Kerkeling – Ich bin dann mal weg
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Beschreibung
vor 2 Monaten
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Hape Kerkeling veröffentlichte 2006 mit „Ich bin dann mal weg“
seine Reiseerinnerungen. Der beliebte Entertainer, bekannt als
„bekennende Couch-Potato“ und Komiker, schildert
darin seine spontane Pilgerfahrt auf dem Camino
Francés. Ausgelöst durch gesundheitliche Warnsignale,
darunter ein Hörsturz und die Entfernung seiner Gallenblase,
entschloss sich Kerkeling im Sommer 2001 zu dieser etwa 800
Kilometer langen Wanderung nach Santiago de Compostela. Das Buch
wurde zu einem Phänomen, das die Gesellschaft stark beeinflusste
und Tausende inspirierte, sich selbst auf diesen alten
Wallfahrerweg zu begeben.
3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch
* Körperliche Anstrengung führt zu mentaler
Klarheit: Der extreme körperliche Stress durch die
täglich 20 bis 30 Kilometer langen Märsche, die Hitze, Schmerzen
und Erschöpfung zwingt den Autor, „starre, alte
Muster“ loszulassen und sich auf den Augenblick zu
konzentrieren. Die „heilsame Wandlung“ vollzieht
sich durch stoisches, oft schmerzhaftes Weiterlaufen, bei dem der
Körper gezwungen wird, die „Grenzen auch mal bewusst [zu]
überschreiten“.
* Wahre Selbsterkenntnis beginnt mit der Frage „Wer bin
ich?“: Die Reise dient Kerkeling als notwendige Auszeit
und als spirituelle Suche. Statt sich unmittelbar mit der Frage
nach Gott zu beschäftigen, muss er sich zuerst die bescheidene
Frage stellen: „Wer bin ich?“. Durch die
erzwungene Stille und das „Alleinsein“ findet er
einen Zugang zu seiner „inneren Stimme“, lernt,
„auf [sich] selbst [zu] vertrauen“, und erfährt
in „totaler gelassener Leere“ eine tiefgreifende
spirituelle Begegnung.
* Begegnungen als Spiegel der eigenen Seele: Auf
dem Weg trifft Kerkeling auf eine Vielzahl skurriler und
herzlicher Mitpilger, die ihm oft als „Lehrer“
dienen. Besonders die frustrierenden oder nervigen Begegnungen,
etwa mit seinem „akustischen Schatten“
Ingeborg/„Schnabbel“, helfen ihm, eigene ungeliebte Eigenschaften
wie Neugier oder „unterdrückte Wut“ zu erkennen
und zu konfrontieren.
FĂĽr wen ist das Buch besonders interessant?
* Pilger und Wanderer: Das Buch liefert äußerst
authentische und ungeschönte Berichte über die Strapazen des
Camino Francés und bietet praktische, wenn auch selbstironische,
Lektionen ĂĽber AusrĂĽstung, Tempo und die Herausforderungen der
engen, lauten refugios
(Pilgerherbergen).
* Menschen in Lebenskrisen oder auf Sinnsuche:
Kerkelings Reise ist primär eine Suche nach einer
„PAUSE!“ und nach dem Selbst. Es ist
inspirierend für alle, die ihren Alltag, ihre Ängste und die
Fähigkeit, das „Wesentliche“ zu erkennen, neu
bewerten wollen.
* Fans von Hape Kerkeling und deutscher Comedy:
Neben den tiefgrĂĽndigen und spirituellen Elementen bietet das
Buch viel von Kerkelings unverkennbarem Humor sowie ausfĂĽhrliche
Rückblicke auf die turbulenten Anfänge seiner Karriere als
Komiker in den 80er-Jahren.
Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst
Der Weg als inneres Navigationssystem
Der Jakobsweg beginnt fĂĽr Kerkeling als unmittelbare Reaktion auf
die körperlichen Warnsignale, die ihm das Wort
„PAUSE!“ in den Leib brüllten. Die anfängliche
Euphorie und das ungeduldige Tempo, mit dem er die „ganze
Strecke“ laufen will, weichen schnell der körperlichen
Not und extremen Knieschmerzen. Kerkeling merkt schnell, dass der
Weg eine „unerklärliche Eigendynamik“ besitzt.
Er muss lernen, „demütig in [sein] Schicksal [zu]
fügen“ und erkennen, dass er das Heft nicht mehr in der
Hand hält. Die äußere Welt spiegelt oft sein Inneres wider: Wenn
er auf „aufgerissenen Straßen“ läuft, fühlt er
sich, als würde er innerlich „was abreißen, hier versuche
ich was aufzubauen“. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten
lernt er, seine Kräfte einzuteilen, Pausen zu machen und seinen
„Rhythmus langsam zu finden“.
Die spirituelle Dimension und das Wunder der Gelassenheit
Kerkelings spirituelle Suche beginnt mit der Ahnung, dass die
katholische Kirche lediglich das „Dorftheater“ ist, in dem das
Meisterwerk „Gott“ gezeigt wird. Er ist ein „Buddhist mit
christlichem Überbau“. Sein wichtigstes spirituelles Werkzeug
wird das Loslassen und das Schweigen. Er stellt fest, dass er,
wenn er den „Denkstrom [ab]schaltet“ und
„einfach nichts mehr denkt“, einen
„barmherzigen Zustand“ der Stille erlebt. In
dieser „totalen gelassenen Leere“ erfährt er
seine „ganz persönliche Begegnung mit Gott“, die
ihm die Gewissheit schenkt, dass seine Frage „eindeutig
beantwortet“ ist. Auch seine „unterdrückte
Wut“ lernt er durch eine provokante Begegnung zuzulassen
und so in „Mut“ umzuwandeln.
Ankommen ist nur der Beginn des Neuen
Obwohl das Ziel, Santiago de Compostela, der Anreiz der Reise
ist, wird allen Pilgern kurz vor dem Ende klar: „Das
Wesen des Pilgerns ist nun einmal der Weg“. Die
„Furcht vor dem Ankommen“ ist groß, aber
notwendig. Die Freundschaften, die er mit der Liverpoolerin Anne
und der Neuseeländerin Sheelagh schließt, werden zu seiner
„Stärke“. In Santiago erhält er seine
Compostela-Pilgerurkunde und erlebt den Einzug in die Kathedrale
als einen „Pilgerhimmel“. Die Reise dient ihm
als „Initiationsritual“, und die wichtigste
Botschaft, die er mitnimmt, ist, dass der Camino jeden
„kaputt und leer“ macht, um ihn danach
„dreifach“ wieder aufzubauen.
Das Buch in einem Satz
Die humorvolle und tiefgründige Reise eines erschöpften Komikers,
der auf dem Jakobsweg durch körperliche Strapazen, skurrile
Begegnungen und bewusste Stille zu sich selbst, tiefen
Freundschaften und einem tiefen Gottvertrauen findet.
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