39. Blaue Heimreise (mit Matthias Diermeier)

39. Blaue Heimreise (mit Matthias Diermeier)

1 Stunde 14 Minuten

Beschreibung

vor 3 Monaten

Aus gegebenem Anlass - NRW-Wahlen und landesweite
“Stadtbild”-Diskussion - befassen wir uns ein weiteres Mal mit
dem Rechtsruck in Deutschland und der AfD. Die Deutschen befinden
sich laut Sloterdijk nach einem längeren “Urlaub von der
Weltgeschichte mitten im Heimreiseverkehr”. Die in der
Bundesrepublik totgesagte nationalistische, ja faschistische
Vergangenheit lebt fort und wir finden uns wieder in einem
Kulturkampf, den wir glaubten, in die Geschichte verbannt zu
haben. Bruno spricht mit dem promovierten Ökonom und
Sozialwissenschaftler Matthias Diermeier, der für das Institut
der deutschen Wirtschaft in der politischen Beratung tätig ist
und mit seiner Promotion den Schwerpunkt seiner empirisch
geschulten Forschung auf die Analyse rechtsradikaler Bewegungen
gelegt hat. Mit Matthias lassen sich Fragen, die sich heute
einfach jeder fragt, wie die nach den Gründen für das Erstarken
der AfD, stellen und differenziert beantworten. Warum sind
AfD-Anhänger immun gegen rationale Argumentation und warum beten
sie die Sicherheit des Landes, der Straßen, Bahnhöfe, Kitas und
Vorgärten als den höchsten Gott an? Wir fragen nach den konkreten
Inhalten ihres Parteiprogramms bzw. fragen, ob es sie überhaupt
gibt oder inwiefern ihre Umsetzung der Wählerschaft selbst
schadet. Statt Inhalten finden wir ein formales Charakteristikum:
Allgemeines, undifferenziertes Dagegensein. In gemeinsamer
Erörterung gelangen wir an die Leistungsgrenze der
Erklärungskraft quantitativer Sozialforschung und fragen, wie man
den AfD-Wähler darüber hinaus verstehen und erreichen kann. Dabei
lassen wir uns beide aus Adornos nach wie vor aktuellem Vortrag
“Aspekte des neuen Rechtsradikalismus” von 1967 das ein oder
andere Stichwort einflüstern.



Dr. Matthias Diermeier im Internet:
https://www.iwkoeln.de/institut/personen/matthias-diermeier.html



Sein zur Sprache gekommener Artikel:
https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2024/heft/7/beitrag/oekonomische-ungleichheit-und-das-erstarken-des-rechten-randes-die-empirische-suche-nach-einem-zusammenhang.html





00:00    Begrüßung und Vorstellung des Gasts





03:00    Einstieg ins Thema: Kommentar zur
“Stadtbild”-Debatte





10:51   Rechtsruck und die aktuelle Stellung der AfD





19:10   Der Ruf der faschistischen Vergangenheit





21:23   Die neuen Rechten – erste Bestimmungen





27:38   Nativismus, Autoritarismus, Populismus (“Dünne
Ideologie”)





32:18   Marxistische Theorie des Nationalismus und ihre
Aktualität (Adorno)





36:00   Entstehungsgeschichte der AfD und
wirtschaftspolitische Hintergründe





41:10   Bestimmung des Herkunftsmilieus der AfD
Anhängerschaft (“Prekarisierung”)





47:21   Vermeintliche Ungerechtigkeiten in der Umverteilung





51:00   Das “AfD-Paradox” 





53:44   Von der quantitaven zur qualitativen Sozialforschung





01:00:28   Mittel zur Bekämpfung: Abschreckung,
Realitätscheck, Demokratisierung





01:04:36   Sicherheit: der Hausgott der AfD?





01:07:54   Mögliche Lösungen: Selbsthilfe (individuell) und
Repräsentanz (allgemein)





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