40. Von der Utopie zur totalen Gegenwart (mit Maximilian Kloppert)

40. Von der Utopie zur totalen Gegenwart (mit Maximilian Kloppert)

1 Stunde 17 Minuten

Beschreibung

vor 2 Monaten

Mit Maximilian Kloppert unterhält sich Bruno über den Roman
Allegro Pastell von Leif Randt, der 2020 kurz vor der Pandemie
erschienen ist und seitdem vom Feuilleton und der germanistischen
Forschung als Generationenroman gefeiert wird. Im Frühjahr soll
eine Verfilmung in die Kinos kommen und der neue Roman Let's Talk
About Feelings von Leif Randt ist vor kurzem erschienen. Die
soziologische Matrix des Romans bildet Reckwitz' Gesellschaft der
Singularitäten: Wir befinden uns in einer positiven Affektkultur
und nehmen alle an dem übergreifenden Wettbewerb der
Authentizität teil. Wir kommunizieren um der Kommunikation
willen, wählen aus unserem Gefühlsleben die Emotionen, die uns
wie ein Reel oder eine Story auf Instagram besonders gut gefallen
und müssen uns ständig fragen, ob das, was wir tun und lassen,
sozial sanktioniert wird. Die vollkommen unkritische und neutrale
Darstellung von kalkulierten Rauscherfahrungen,
Work-Life-Balance-Gerede, verflachten, ausgehöhlten Gefühlswelten
und unpathetischen Beziehungsdramen wirft die Frage auf, ob der
Roman ideologische Sackgassen zeigt oder selbst eine ist. Wie
affirmativ darf Pop sein oder hat die Moral hier überhaupt nicht
reinzureden? Diese und viele weitere Fragen bilden eine
umfassende Besprechung des von der Kritik hochgelobten
"Generationenromans".





Inhalt:


0:00 Begrüßung und Vorstellung des Gastes


5:45 Hinführung zum Thema: Allegro Pastell


10:29 Werkverzeichnis und literaturgeschichtliche Einordnung


13:25 Inhaltsangabe des Romans


20:39 Analyse und erste soziologische Deutungen: Ein Roman der
Singularitäten (Reckwitz)


30:05 “Poetik der Mittelbarkeiten”: Digitale Kommunikation,
Drogen und Rauschprotokolle


39:22 Positive Affektkultur, emotionale Verflachung


42:37 Pop 3.0


45:55 Eine Schlüsselszene: Teezeremonie und “vorauseilende
Wehmut”


51:06 Verhältnis von politischer Realität und Fiktionalität


54:20 Die scheinfreie schöne neue Welt?


01:04:19 Kritik I: “Topischer Roman”, Postironie, Minimalsatire


01:09:11 Kritik II: “Sackgassenkunst” oder affirmative Literatur?





Literatur:


Leif Randt: Allegro Pastell (2020)





Maximilian Kloppert ist Mitarbeiter am Erich
Auerbach Institute for Advanced Studies (Universität zu Köln).
Parallel promoviert er zur Aufwertung der Materialität der
Handschrift um 1800.





⁠https://auerbach-institut.phil-fak.uni-koeln.de/team/maximilian-kloppert





Folgt Lachen und Weinen auf


⁠⁠⁠⁠⁠⁠Instagram⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠


und lest noch mehr im Blog auf 


⁠⁠lachenundweinen.org⁠⁠⁠⁠⁠





Ihr könnt uns unterstützen - entweder durch eine
Mitgliedschaft bei ⁠⁠⁠⁠⁠Steady⁠⁠⁠⁠⁠, durch einmalige
Zahlungen über ⁠⁠⁠⁠⁠Paypal⁠⁠⁠⁠⁠ oder
per ⁠⁠⁠⁠⁠Banküberweisung⁠⁠⁠⁠⁠. Besonders hilft es uns, wenn
ihr uns weiterempfehlt oder unseren Podcast auf Spotify und Apple
Podcasts bewertet. Vielen Dank!



Weitere Episoden

41.1 Fallstricke der Alltagsideologie
1 Stunde 20 Minuten
vor 3 Wochen
39. Blaue Heimreise (mit Matthias Diermeier)
1 Stunde 14 Minuten
vor 3 Monaten
38. Wir Flüchtlinge
1 Stunde 18 Minuten
vor 10 Monaten
37. Keep cool?
1 Stunde 39 Minuten
vor 11 Monaten
36. Die enge Stirn des Ressentiments
1 Stunde 21 Minuten
vor 1 Jahr

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15