RB024: Struktur statt Stillstand

RB024: Struktur statt Stillstand

BauTalk mit Anton Rieder und Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie
53 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Monat

Struktur statt Stillstand – ein Gespräch über die Stellschrauben,
die den Bau wieder in Bewegung bringen.



Anton Rieder begrüßt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des
Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, zum Blick über die
Grenze: Warum steigen Genehmigungszahlen zwar leicht, die
Bautätigkeit bleibt aber trotzdem schwach? Müller ordnet den
„Basiseffekt“ ein und macht klar, dass es nicht den einen Hebel
gibt – sondern ein Bündel aus Finanzierung, wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen, realistischen Anforderungen an Gebäude und dem
Abbau bürokratischer Hürden. Rieder ergänzt die österreichische
Perspektive: Wohnbauförderung und gemeinnütziger Sektor
stabilisieren den Markt, gleichzeitig bremsen
Genehmigungsprozesse, hohe Standards und Signale wie Mietendeckel
Investitionen aus.


 


Im zweiten Teil wird’s systemisch: Beide sprechen über Planung
und Genehmigung als Kosten- und Zeitfaktor – und warum
Digitalisierung „end to end“ gedacht werden muss. Müller
skizziert, wie digitale Einreichung, Vollständigkeitschecks und
Transparenz im Verfahren aussehen könnten – und warum ohne klaren
Push von Auftraggeber- und Staatseite zu wenig passiert. Rieder
hält dagegen: Die Branche darf nicht nur warten, sondern muss die
Effizienzgewinne moderner Methoden (BIM, integrierte Teams,
Standards im eigenen Betrieb) selbst nutzen und vorleben.


 


Zum Schluss geht es um Infrastruktur, Sondervermögen und
Vergaberecht: Müller erklärt, warum die versprochenen Milliarden
bisher kaum als echte Zusätzlichkeit wirken und warum Management,
Baureife und Vergabefähigkeit entscheidend sind. Beim
Vergaberecht plädiert er für mehr Flexibilität jenseits des
strengen Losgrundsatzes – damit öffentliche Auftraggeber
entlastet werden und Projekte schneller in die Umsetzung kommen.
Rieder bestätigt aus der Praxis: GU-/TU-Modelle können Tempo und
Kooperation erhöhen – vor allem, wenn Ausführungs-Know-how früh
in die Planung eingebunden wird. Ein intensiver Austausch über
Verantwortung, Produktivität und den Mut, den Bau wieder
konsequent vom Ergebnis her zu denken.

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