RB028: Prozesse, Produktivität und digitale Plattformen

RB028: Prozesse, Produktivität und digitale Plattformen

vor 4 Tagen
BauTalk mit Anton Rieder und Florian Biller von Capmo
47 Minuten
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Podcast
Podcaster
Ein Deepdive in die Welt des Bauens

Beschreibung

vor 4 Tagen

Digitalisierung ist in der Baubranche längst mehr als ein
Schlagwort. In dieser Folge von „Die Zukunft baut mit“ sprechen
Anton Rieder und Florian Biller, Co-Founder und Geschäftsführer
von Capmo, darüber, warum digitale Werkzeuge allein noch keine
Veränderung bewirken – und worauf es in der Praxis wirklich
ankommt.



Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Frage, warum die Baubranche
in Sachen Produktivität seit Jahren hinter ihren Möglichkeiten
bleibt. Anton Rieder macht deutlich, dass es dafür nicht nur
externe Gründe wie überbordende Bürokratie, Normen und
regulatorische Vorgaben gibt, sondern auch hausgemachte Probleme
innerhalb der Branche. Dazu zählen vor allem die starke
Fragmentierung, das strikte Trennen von Planung und Ausführung
sowie fehlende Standards in der Zusammenarbeit zwischen den
Beteiligten. Florian Biller ergänzt diese Perspektive um den
Blick auf konkrete Projektprozesse: Häufig seien es nicht die
großen Fehler, sondern viele kleine Reibungsverluste – etwa bei
Planfreigaben, Schnittstellen oder Dokumentationen –, die
Projekte teuer, langsam und riskant machen.



Im Zentrum der Folge steht die Überzeugung, dass Digitalisierung
Probleme nicht automatisch löst, aber sichtbar macht. Genau darin
liegt ihr Wert: Prozesse werden nachvollziehbar, Fehlerkosten
erkennbar und Verbesserungen überhaupt erst möglich. Florian
Biller erklärt, wie Capmo als digitales Betriebssystem für
Baustellen Informationen, Unterlagen und Kommunikationswege in
einem System bündelt – ohne dabei zu ignorieren, dass
unterschiedliche Nutzergruppen unterschiedlich arbeiten. Anton
Rieder ordnet ein, wie sich dieser Ansatz von der
RIEDERBAU-eigenen Lösung MyBauOffice unterscheidet, die stärker
als ganzheitliche Unternehmenssoftware gedacht ist.



Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum sich digitale
Lösungen in der Branche oft nur langsam durchsetzen. Beide
Gesprächspartner betonen, dass Software nur dann einen Effekt
hat, wenn sie tatsächlich genutzt wird. Dafür braucht es einfache
Anwendungen, realistische Erwartungen und vor allem
Führungskräfte, die Digitalisierung nicht delegieren, sondern
selbst mittragen. Ebenso wichtig ist eine Unternehmenskultur, in
der Transparenz nicht zur Schuldzuweisung führt, sondern zum
gemeinsamen Lernen.



Zum Ende richtet sich der Blick nach vorne: Die Baubranche steht
vor tiefgreifenden Veränderungen, neue Technologien wie KI
verstärken diesen Wandel zusätzlich. Für Anton Rieder und Florian
Biller ist klar: Wer heute baut, muss Prozesse neu denken.
Digitalisierung ist dabei kein Nice-to-have, sondern ein
zentraler Hebel, um Produktivität, Qualität und Zukunftsfähigkeit
im Bauwesen zu sichern.
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