Fraud Modelle - Wie können sie uns jetzt helfen?

Fraud Modelle - Wie können sie uns jetzt helfen?

22 Minuten

Beschreibung

vor 3 Monaten

„Bei uns gibt’s keinen Betrug – ich kenne ja alle meine
Leute.“
Diesen Satz höre ich in meinen Gesprächen mit Unternehmer:innen
und Führungskräften immer wieder. Und genau so startet auch diese
Episode – mit einer Geschäftsführerin, die felsenfest überzeugt
war, dass in ihrem Unternehmen alles in Ordnung ist. Drei Tage
später flog auf: Ihre vertrauenswürdigste Buchhalterin hatte über
Jahre hinweg Geld veruntreut.


Warum erzähle ich dir das? Weil es kein Einzelfall ist. Und weil
du in dieser Episode erfährst, wie du deine Organisation davor
schützt, selbst zum leichten Opfer von Wirtschaftskriminalität zu
werden.


Wir sprechen über die großen Fraud-Modelle – vom Fraud
Triangle über Fraud Diamond, Fraud Pentagon,
Fraud Scale bis hin zum Leipziger
Verlaufsmodell und zum Routine Activity
Approach. Klingt nach Uni-Vorlesung? Keine Sorge – ich
verspreche dir: In dieser Folge wird es verständlich, praxisnah
und konkret.


Du lernst:
Warum alle Modelle – so unterschiedlich sie wirken – dieselben
Kernelemente betonen.
Wieso es nicht reicht, „den Täter an der Nasenspitze zu
erkennen“.
Welche Tätertypen es gibt – vom
Gelegenheitstäter über den Gewohnheitstäter bis zum Profi – und
warum die meisten Täter:innen völlig normal wirken.
Wie das Fraud Prevention Framework die Brücke
zwischen komplexer Theorie und einfacher Praxis schlägt.


Ich zeige dir anhand echter Fälle aus meiner Praxis, wie ganz
normale Menschen zu Täter:innen werden – ob aus Krisen, Druck,
Gehorsam oder schlicht, weil die Gelegenheit da war. Du hörst die
Geschichte von Anna, die als loyale Buchhalterin galt und dennoch
über Jahre 340.000 Euro unterschlug. Du erfährst, wie ein
IT-Administrator durch einen simplen Systemeingriff hohe Kosten
verursachte. Und du lernst, wie eine Personalreferentin ein
ausgefeiltes System mit Scheinfirmen und Scheinrechnungen
aufbaute.


Das Entscheidende: Nicht die Täter:innen sind der
Startpunkt deiner Prävention, sondern die
Gelegenheiten.
Denn Motivation und Rechtfertigung entstehen im Verborgenen – die
Gelegenheit aber kannst du gestalten. Genau hier setzt das Fraud
Prevention Framework an:
Gelegenheiten identifizieren und schließen.
Entdeckte Lücken bewusst wahrnehmen und melden.
Entscheidungen durch Kultur und Werte beeinflussen.


Ich gebe dir außerdem Quick Wins für deine
Organisation, die du sofort umsetzen kannst:
Vier-Augen-Prinzip bei kritischen Zahlungen.
Klare Funktionstrennung – wer bestellt, darf nicht
überweisen.
Urlaubspflicht von mindestens zwei Wochen am Stück.
Sichere Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Regelmäßige unangekündigte Prüfungen auch in „unantastbaren“
Bereichen.


Du bekommst auch eine 48-Stunden-Challenge, die
dich ins Handeln bringt:
Heute: Liste alle kritischen Entscheidungen, die nur von einer
Person abhängen.
Morgen: Implementiere Sofortmaßnahmen wie Passworthygiene oder
einfache Kontrollen.
Übermorgen: Entwickle einen Mittelfristplan für nachhaltige
Verbesserungen.


Und falls du denkst: „Aber die Tätertypen helfen doch, Fraud
vorherzusehen?“ – ja und nein. Sie sind spannend, um im
Nachhinein zu verstehen, wie Täter:innen ticken, und um
Maßnahmen zu verfeinern. Aber als erste Verteidigungslinie sind
sie ungeeignet. Denn Täter:innen sind eben nicht nur „die
Gierigen“ oder „die Profis“.


Darum lautet mein Appell an dich: Mach deine Organisation
unattraktiv für Täter:innen.
Ein hundertprozentig fraud-sicheres Unternehmen gibt es nicht –
aber es gibt sehr wohl Unternehmen, die zu schwereren Zielen
werden.


️ In dieser Episode bekommst du das Rüstzeug, um genau das zu
erreichen. Klar, verständlich und mit echten Praxisfällen.


Wenn dir diese Folge die Augen geöffnet hat, dann teile sie bitte
mit Kolleg:innen oder Geschäftspartner:innen, die noch immer
glauben: „Bei uns passiert sowas nicht.“
Denn das ist der Anfang vom Ende.

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