Podcaster
Episoden
25.09.2025
22 Minuten
„Bei uns gibt’s keinen Betrug – ich kenne ja alle meine
Leute.“
Diesen Satz höre ich in meinen Gesprächen mit Unternehmer:innen
und Führungskräften immer wieder. Und genau so startet auch diese
Episode – mit einer Geschäftsführerin, die felsenfest überzeugt
war, dass in ihrem Unternehmen alles in Ordnung ist. Drei Tage
später flog auf: Ihre vertrauenswürdigste Buchhalterin hatte über
Jahre hinweg Geld veruntreut.
Warum erzähle ich dir das? Weil es kein Einzelfall ist. Und weil
du in dieser Episode erfährst, wie du deine Organisation davor
schützt, selbst zum leichten Opfer von Wirtschaftskriminalität zu
werden.
Wir sprechen über die großen Fraud-Modelle – vom Fraud
Triangle über Fraud Diamond, Fraud Pentagon,
Fraud Scale bis hin zum Leipziger
Verlaufsmodell und zum Routine Activity
Approach. Klingt nach Uni-Vorlesung? Keine Sorge – ich
verspreche dir: In dieser Folge wird es verständlich, praxisnah
und konkret.
Du lernst:
Warum alle Modelle – so unterschiedlich sie wirken – dieselben
Kernelemente betonen.
Wieso es nicht reicht, „den Täter an der Nasenspitze zu
erkennen“.
Welche Tätertypen es gibt – vom
Gelegenheitstäter über den Gewohnheitstäter bis zum Profi – und
warum die meisten Täter:innen völlig normal wirken.
Wie das Fraud Prevention Framework die Brücke
zwischen komplexer Theorie und einfacher Praxis schlägt.
Ich zeige dir anhand echter Fälle aus meiner Praxis, wie ganz
normale Menschen zu Täter:innen werden – ob aus Krisen, Druck,
Gehorsam oder schlicht, weil die Gelegenheit da war. Du hörst die
Geschichte von Anna, die als loyale Buchhalterin galt und dennoch
über Jahre 340.000 Euro unterschlug. Du erfährst, wie ein
IT-Administrator durch einen simplen Systemeingriff hohe Kosten
verursachte. Und du lernst, wie eine Personalreferentin ein
ausgefeiltes System mit Scheinfirmen und Scheinrechnungen
aufbaute.
Das Entscheidende: Nicht die Täter:innen sind der
Startpunkt deiner Prävention, sondern die
Gelegenheiten.
Denn Motivation und Rechtfertigung entstehen im Verborgenen – die
Gelegenheit aber kannst du gestalten. Genau hier setzt das Fraud
Prevention Framework an:
Gelegenheiten identifizieren und schließen.
Entdeckte Lücken bewusst wahrnehmen und melden.
Entscheidungen durch Kultur und Werte beeinflussen.
Ich gebe dir außerdem Quick Wins für deine
Organisation, die du sofort umsetzen kannst:
Vier-Augen-Prinzip bei kritischen Zahlungen.
Klare Funktionstrennung – wer bestellt, darf nicht
überweisen.
Urlaubspflicht von mindestens zwei Wochen am Stück.
Sichere Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Regelmäßige unangekündigte Prüfungen auch in „unantastbaren“
Bereichen.
Du bekommst auch eine 48-Stunden-Challenge, die
dich ins Handeln bringt:
Heute: Liste alle kritischen Entscheidungen, die nur von einer
Person abhängen.
Morgen: Implementiere Sofortmaßnahmen wie Passworthygiene oder
einfache Kontrollen.
Übermorgen: Entwickle einen Mittelfristplan für nachhaltige
Verbesserungen.
Und falls du denkst: „Aber die Tätertypen helfen doch, Fraud
vorherzusehen?“ – ja und nein. Sie sind spannend, um im
Nachhinein zu verstehen, wie Täter:innen ticken, und um
Maßnahmen zu verfeinern. Aber als erste Verteidigungslinie sind
sie ungeeignet. Denn Täter:innen sind eben nicht nur „die
Gierigen“ oder „die Profis“.
Darum lautet mein Appell an dich: Mach deine Organisation
unattraktiv für Täter:innen.
Ein hundertprozentig fraud-sicheres Unternehmen gibt es nicht –
aber es gibt sehr wohl Unternehmen, die zu schwereren Zielen
werden.
️ In dieser Episode bekommst du das Rüstzeug, um genau das zu
erreichen. Klar, verständlich und mit echten Praxisfällen.
Wenn dir diese Folge die Augen geöffnet hat, dann teile sie bitte
mit Kolleg:innen oder Geschäftspartner:innen, die noch immer
glauben: „Bei uns passiert sowas nicht.“
Denn das ist der Anfang vom Ende.
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18.09.2025
10 Minuten
Routine Activity Approach – Warum Betrug so oft ganz
alltäglich ist
Jeden Tag sehen wir kleine Schwächen im System. Ein fehlendes
Vier-Augen-Prinzip, ein Passwort, das viel zu simpel ist, eine
Überweisung, die niemand kontrolliert. Und meistens passiert
nichts – bis eines Tages doch jemand schwach wird. Genau hier
setzt der Routine Activity Approach an: Er zeigt, warum
Kriminalität nicht durch „geniale Masterminds“ entsteht, sondern
weil die Umstände perfekt zusammenpassen.
In dieser Folge von Fraud decoded – Fraud, Fakten, Leadership
erklärt Martina Leitgeb, warum Betrug weniger mit „bösen
Menschen“ zu tun hat, sondern mit drei simplen
Zutaten – fast wie ein Kochrezept:
Ein motivierter Täter – jemand, der gerade unter Druck steht oder
Lust auf einen „schnellen Gewinn“ hat.
Ein geeignetes Ziel – ein Konto, ein Prozess, ein Opfer, das
leicht zugänglich ist.
Fehlender Schutz – niemand passt auf, keine Kamera, keine zweite
Unterschrift, keine kritischen Fragen.
Wenn diese drei Dinge zusammenkommen, passiert es. So einfach, so
erschreckend.
Was dich in dieser Episode erwartet:
Alltagsnahe Beispiele: vom Bankmitarbeiter,
der eine Umbuchung nutzt, bis zu digitalen Scams, die in
Social Media lauern.
Parallelen zu anderen Modellen wie dem Fraud
Triangle oder dem Fraud Prevention Framework – und warum der
Routine Activity Approach besonders auf das Umfeld schaut.
Praktische Tipps, wie du das „Rezept für
Betrug“ entschärfen kannst – sowohl als Unternehmen als auch
privat.
Realitätscheck: Warum gerade in der
digitalen Welt unsere Routinen zur Schwachstelle werden – und
wie du dich schützen kannst.
Martina zeigt, dass Wirtschaftskriminalität oft kein Kinofilm mit
genial geplanten Raubzügen ist, sondern etwas, das mitten im
Alltag entsteht. Ein Mitarbeiter, der übergangen wurde. Eine
einfache Lücke im Kontrollsystem. Ein Moment der Schwäche. Das
Ergebnis: Millionenverluste.
Und die gute Nachricht? Wenn Kriminalität ein Rezept ist, können
wir Zutaten rausnehmen! Sichere Passwörter, klare Werte,
kritische Fragen, technische Schutzmaßnahmen – all das macht es
Tätern schwerer.
Teile diese Folge mit jemandem, der denkt: „Bei uns passiert
sowas nie.“
Denn: Vertrauen ist gut – Kontrolle verhindert Millionenverluste.
Jetzt reinhören und Betrugsgefahren erkennen, bevor sie
Realität werden!
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04.09.2025
19 Minuten
Stell dir vor, dein bester Freund klaut 50.000 € aus deiner
Firma. Undenkbar? Genau darum geht’s heute. Martina Leitgeb, eure
Spürnase für Wirtschaftskriminalität, nimmt euch mit in die Welt
des Leipziger Verlaufsmodells – ein Modell, das zeigt, wie ganz
normale Menschen zu Wirtschaftsstraftätern werden.
Du erfährst:
Warum niemand immun gegen Betrug ist
Welche Tätertypen es wirklich gibt (vom Mitläufer bis zum
Profi)
Wie Unternehmen Prävention wirksam gestalten können
Praktisch, spannend und auf echten Fällen aufgebaut – perfekt für
alle, die Sicherheit, Psychologie und Kriminologie verstehen
wollen.
Hör rein und finde heraus, wer in deinem Umfeld gefährdet sein
könnte.
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28.08.2025
20 Minuten
Wirtschaftskriminalität ist kein Randphänomen – sie betrifft
jedes Unternehmen, unabhängig von Größe oder Branche. Doch wer
sind die Menschen hinter den Delikten? Sind es die „bösen
Masterminds“, die gezielt in Firmen eindringen? Oder eher die
ganz normalen Mitarbeitenden, die in einer schwierigen Situation
plötzlich schwach werden?
In dieser Folge von Fraud decoded – Fraud, Fakten, Leadership
gehe ich dieser Frage nach und stelle euch ein faszinierendes
Forschungsmodell vor: die Tätertypologie von Prof. Dr.
Gerhard Blickle (Universität Bonn, vormals Universität
Konstanz) und Dr. Andreas Schlegel (Universität
Konstanz, später Bundeskriminalamt Wiesbaden). Die
beiden haben in mehreren Studien seit 2006 hunderte verurteilte
Wirtschaftsstraftäter analysiert und dabei ein klares Muster
entdeckt. Ihre Arbeiten gehören zu den fundiertesten
psychologisch-kriminologischen Untersuchungen im
deutschsprachigen Raum.
Zentrale Quellen:
Blickle, G., Schlegel, A., Fassbender, P., & Klein, U.
(2006): Some Personality Correlates of Business White-Collar
Crime. Applied Psychology, 55(2), 220–233.
Blickle, G., Schlegel, A., & Kramer, J. (2009):
Personality and White-Collar Crime. Personality and
Individual Differences, 46(2), 142–147.
Schlegel, A., Blickle, G., & Diekmann, C. (2019):
Narcissism and the Propensity to Commit White-Collar Crime.
Current Psychology, 38, 1–10.
Das Ergebnis dieser Forschung: Es gibt nicht den
„typischen“ Wirtschaftsstraftäter, sondern drei verschiedene
Typen – jeder mit eigenen Mustern, Motiven und
Schwachstellen.
Der Gelegenheitstäter
Ganz normale Mitarbeitende, die in einer persönlichen Notlage
spontan handeln – und durch eine offene Gelegenheit stolpern. Sie
rationalisieren („Ich gebe es ja zurück“) und wären ohne die
Lücke im System niemals kriminell geworden.
Der Gewohnheitstäter
Er beginnt oft als Gelegenheitstäter, entwickelt dann aber
systematische Betrugsmodelle. Über Jahre baut er Strukturen auf,
tarnt sich als Musterangestellter und sorgt dafür, dass niemand
in „seinen Bereich“ Einblick bekommt. Sein Motto: Kontrolle ist
Macht.
Der professionelle Täter
Die „Königsklasse“: strategisch, skrupellos, oft international
vernetzt. Sie bewerben sich gezielt auf Schlüsselpositionen,
fälschen Unterlagen, manipulieren Menschen und Systeme und kennen
keine Skrupel, wenn es um Millionen geht. In den Medien begegnen
wir ihnen oft – in der Realität sind sie zwar seltener, dafür
aber besonders gefährlich.
Was heißt das für Unternehmen?
Jede Tätergruppe erfordert andere Präventionsmaßnahmen.
Gelegenheitstäter lassen sich durch einfache, wirksame
Kontrollen stoppen – etwa Vier-Augen-Prinzipien oder eine
offene Gesprächskultur.
Gewohnheitstäter brauchen systematische Funktionstrennungen,
Rotation und analytisches Monitoring.
Professionelle Täter erfordern Backgroundchecks, unabhängige
Revision und prozessunabhängige Kontrollen.
Mein Fazit: Fraud Prevention ist kein Standardpaket – sie muss so
differenziert sein wie die Täter selbst.
Die Forschung von Blickle und Schlegel zeigt eindrucksvoll, dass
Psychologie und Kriminologie unverzichtbare Bausteine in der
Betrugsprävention sind.
Am Ende dieser Folge bekommst du meine
Top-3-Handlungsempfehlungen für den Umgang mit
Tätertypologien in der Praxis. Denn: Auch wenn wir nicht jede
Motivation kennen oder jede Persönlichkeit durchschauen – wir
können systematisch Lücken schließen, Risiken reduzieren und
Mitarbeitende sensibilisieren.
Hör rein und erfahre, warum Gelegenheitstäter, Gewohnheitstäter
und Profis so unterschiedlich ticken – und wie du dein
Unternehmen gegen alle drei schützen kannst.
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21.08.2025
22 Minuten
Folge 005 – Das Fraud Prevention Framework (FPF): Dein
Türschloss gegen Betrug
Würdest du deine Haustür offenlassen, während du im Urlaub
bist?
Unvorstellbar. Doch genau so gehen viele Unternehmen mit ihrem
Geld um: Sie lassen Gelegenheiten für Betrug unverschlossen
zurück.
In dieser Episode von Fraud decoded – Fraud, Fakten,
Leadership stelle ich dir mein Fraud Prevention
Framework (FPF) vor – ein Modell, das so einfach ist,
dass es selbst Kinder verstehen würden, und so wirksam, dass es
Millionenschäden verhindern kann.
Warum ist das wichtig?
Weil Betrug nicht durch geniale Masterminds entsteht, sondern
durch offene Türen: schwache Kontrollen, fehlende Überwachung
oder Prozesse, die nur eine Person allein durchführt.
In dieser Folge erfährst du:
Warum Menschen betrügen – und welche Rolle Druck,
Rechtfertigung und vor allem Gelegenheit
dabei spielen.
Wie du Gelegenheiten in deinem Unternehmen erkennst
und reduzierst – von Vier-Augen-Prinzipien bis zu
klarer Dokumentation.
Wie du dafür sorgst, dass Schwachstellen entdeckt
werden – und warum eine offene Kommunikationskultur
hier Gold wert ist.
Welche Faktoren darüber entscheiden, ob jemand eine
Gelegenheit tatsächlich ausnutzt – und wie du als
Führungskraft mit Vorbildwirkung entscheidenden Einfluss
nimmst.
Du bekommst echte Praxisbeispiele aus meiner Erfahrung als
Fraud-Expertin: vom Einkaufsleiter, der jahrelang
Scheinrechnungen bezahlen konnte, bis zur Filialleiterin, die
täglich kleine Summen aus der Kasse nahm. Fälle, die zeigen, dass
Fraud Prevention keine Theorie, sondern tägliche Praxis
ist.
Zum Mitnehmen gibt’s außerdem eine kleine Checkliste, mit der du
noch heute starten kannst:
Prüfe, wo eine Person allein über Geld entscheidet.
Stärke deine Vier-Augen-Prinzipien.
Mach eine Überraschungsstichprobe.
Sprich offen mit deinem Team über Fraud-Risiken –
konstruktiv, nicht mit der Keule.
Mein Framework funktioniert wie ein dreistufiges
Sicherheitssystem:
Gelegenheiten erkennen und minimieren.
Entdeckung ermöglichen.
Die Entscheidung zur Tat beeinflussen.
Es gilt für kleine Betriebe genauso wie für große Konzerne – denn
Prävention kostet einen Bruchteil von dem, was ein Betrugsfall
verschlingt.
Höre jetzt rein und sichere dir dein Türschloss gegen
Betrug.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, findest du auf meiner Website
das vollständige Fraud Prevention Framework und
eine Checkliste für die ersten Schritte:
www.mlg-consulting.at
Denn: Der beste Schutz ist, gar nicht erst zum Opfer zu
werden.
#FraudPrevention #Leadership #Compliance #AntiFraud #Frauddecoded
Mehr
Über diesen Podcast
Der Podcast für alle, die ihr Business betrugssicher und
zukunftsfähig machen wollen. Anti-Fraud-Expertin, Revisorin und
Profilerin Martina Leitgeb bringt echte Fälle, praxisnahe Tipps und
Leadership-Impulse – auf Deutsch und Englisch, manchmal provokant,
immer praxisorientiert. Ob Unternehmer:in, Revisor, Compliance
Officer oder aufstrebende Führungskraft – hier lernst du, wie du
Red Flags erkennst, Verluste verhinderst und souverän führst.
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