Wall Street / Wie man Erfolg hat, ohne sich besonders anzustrengen

Wall Street / Wie man Erfolg hat, ohne sich besonders anzustrengen

47 Minuten

Beschreibung

vor 19 Stunden

Haie im Wolkenkratzer

A) Wall Street


Amerikanisches Gesellschaftsdrama von 1987
 
 Im New York der 80er erarbeitet sich der aus einfachen
Verhältnissen stammende Yuppie und Börsenmakler Bud Fox (Charlie
Sheen) ohne das Wissen seines Chefs das Vertrauen von Gordon
Gekko (Michael Douglas). Der enigmatische Finanzhai mag den
gelehrigen jungen Burschen und überzeugt ihn davon, auch
Insidergeschäfte und andere krumme Touren nicht abzulehnen. Fox‘
Familien- und Beziehungsleben verzahnt sich immer mehr mit dem
Imperium seines Förderers. Das wird sich als gefährlich
erweisen.
 
 In den 80er und 90er Jahren hatte Oliver Stone bei
kommerziellen reißerischen Dramen und Thrillern, die dem Publikum
das vage Gefühl einer Haltung vermittelten, die Nase in Hollywood
so weit vorn wie Gordon Gecko die seine an der Wall Street. Die
Filme des Regisseurs haben die Zeit unterschiedlich gut
überstanden. Während etwa die Freude über seine Aufarbeitung der
Kennedy-Ermordung inzwischen von diversen Faktenchecks vermiest
wurde, bietet „Wall Street“ heute eine treffliche Zusammenfassung
des ersten Jahrzehnts im entfesselten Neoliberalismus. Keine
wertende übrigens. Selbstverständlich gab es inzwischen auch eine
Fortsetzung. 


 


B) Wie man Erfolg hat, ohne sich besonders
anzustrengen / How To Succeed In Business
Without Really Trying
Broadway-Musical-Verfilmung von 1968

J. Pierpont Finch folgt dem verlockenden Taschenbuch-Ratgeber
„Wie man Erfolg hat, ohne sich besonders anzustrengen“ und steigt
tatsächlich binnen Tagen vom Fensterputzer zum
Aufsichtsratsvorsitzenden einer großen Firma auf, von der wir nie
erfahren, womit sie sich eigentlich beschäftigt. Finch helfen
seine Chuzpe, der Zufall und die Zuneigung der Sekretärin
Rosemary, die er jedoch beinahe ignoriert. Am liebsten lässt er
die Torheit seiner Konkurrenten für sich arbeiten, doch zur Not
bringt er sie trickreich zu Fall.

Frank Loessers Bühnenmusical, das dem Film zugrundeliegt, basiert
auf einem Roman von Sheperd Mead und erhielt 1962 den
Pulitzerpreis. Es ist ein Segen, dass die Broadway-Besetzung sich
ungewöhnlicherweise in der Verfilmung erhalten hat. Somit kommen
wir auch in den Genuss der Allround-Performance von Robert Morse,
dem verblüffendsten Musical-Filmhelden seit James Cagney in
„Yankee Doodle Dandy“. Die Choreographie stammt von Bob
Fosse.

Nächste Woche: Eine Leiche zum Dessert und
Blutsverwandte

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