Jahresgespräche (4/5): Kriminologin Nora Markwalder über Gewalt gegen Frauen

Jahresgespräche (4/5): Kriminologin Nora Markwalder über Gewalt gegen Frauen

Seit 17 Jahren untersucht die Kriminologin Tötungsdelikte in der Schweiz. Ihre Forschung zeigt: Gewalt gegen Frauen ist kein Ausrutscher, sondern oft das Ende einer langen Eskalation.
42 Minuten

Beschreibung

vor 1 Tag

Das Jahr 2025 brachte einen traurigen Rekord: Nie zuvor gab es so
viele Femizide. Mindestens 27 waren es dieses Jahr. Dazu kommen
einige Femizid-Versuche.


Das hat die Diskussion um häusliche Gewalt und um den Umgang
damit in der Politik und im Strafrecht mehr in die Öffentlichkeit
gerückt. Auch deshalb war Nora Markwalder, Kriminologin an der
Universität St. Gallen, in den letzten Monaten eine gefragte
Expertin. Sie beschäftigt sich seit fast zwei Jahrzehnten mit
Tötungsdelikten – lange bevor der Begriff Femizid
gesellschaftlich etabliert war.


Als Doktorandin begann sie mit der systematischen Erfassung von
Tötungsdelikten in der Schweiz, weil es dazu lange kaum
verlässliche Daten gab. Heute ist sie eine der wichtigsten
Stimmen, wenn es um Femizide, Partnertötungen und häusliche
Gewalt geht.


«Apropos»-Host Alexandra Aregger hat mit Nora Markwalder darüber
gesprochen, warum häusliche Gewalt selten plötzlich beginnt,
weshalb viele Fälle nie vor Gericht kommen, und warum einfache
Erklärungen zu Tätern, Herkunft oder Geschlecht zu kurz greifen.


Produzentin: Jacqueline Wechsler


Hier geht es zum schriftlichen Interview: «Wir
müssen hinterfragen, wieso Gewalt im häuslichen Bereich schon
fast als gottgegeben angeschaut wird»


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