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Beschreibung
vor 4 Monaten
Im Behind the Beat-Podcast bittet Tobias Fischer Kreative zum
Tiefen-Gespräch. Diese Folge widmet sich der Klangkünstlerin Mara
Schwerdtfeger und ihrer Arbeit mit dem Serge Modular im
Stockholmer EMS Studio: Wie tastet man sich an eines der
komplexesten Instrumente aller Zeiten heran?
Der Serge Modular ist nicht einfach nur ein Synthesizer. Er ist
ein Kunstwerk und ein Kultobjekt, eine Legende und andauernde
Inspiration. Inoffizielle Gebrauchsanleitungen wurden über ihn
geschrieben, Bücher über ihn verfasst – und trotzdem ist er noch
immer, wie Winston Churchil es einmal über Russland sagte, “ein
Rätsel, umgeben von einem Mysterium, das in einem Geheimnis
steckt.”
Dabei wollte Serge Tcherepnin, einfach nur eine
preiswert-leistungsfähige Alternative zu den dominanten Buchlas
und Moogs bauen. Während letztere hochspezialisiert waren, kamen
Serge-Systeme schlank und flexibel daher, womit sie im Grunde
genommen die Maxime aller Schlafzimmerproduzenten seit den 80ern
vorwegnahmen. Massentauglich wurde der Serge trotzdem nicht.
Auch, wenn 80er Jahre FM-Synths nur halb so gut klangen und mit
einem Bruchteil an Sound-Design-Optionen auskommen mussten,
konnte man mit ihnen schneller und einfacher zu Ergebnisse
kommen.
Ein Aspekt aber bleibt bis heute faszinierend: Der Gedanke, dass
es nicht die individuellen Qualitäten und Funktionen der Module
sein sollten, die einen Synthesizer ausmachen, sondern wie diese
Module miteinander verknüpft werden. Jeder Quadratzentimeter des
Serge bietet nahezu endlose Möglichkeiten, jeder Patch drückt
nicht nur eine Sound- und Rhythmuskonstellation aus, sondern ganz
unmittelbar die Persönlichkeit des- oder derjenigen, die sie
gesteckt hat.
Um den Serge Modular zu spielen, war die australische
Klangkünstlerin Mara Schwerdtfeger gerne bereit, den weiten Weg
nach Stockholm auf sich zu nehmen. Dort steht in den berühmten
EMS Studios eine der wenigen Exemplare, welche der Öffentlichkeit
zur Verfügung gestellt werden. Für sie war das Gerät eine ihrer
ersten Modular-Erfahrungen überhaupt und so näherte sie sich ihm
wie eine Spielweise an, ohne übertriebene technische
Vorbereitungen und aus dem Bauch heraus. Serge Tcherepnin hätte
das gewiss gefallen.
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