Jean Greisch: Romano Guardinis Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Macht
Prof. Dr. Jean Greisch referierte zum Thema 'Romano Guardinis
Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Macht' bei der
Guardini-Tagung 30.1.-1.2.2020.
44 Minuten
Podcast
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Beschreibung
vor 4 Monaten
Romano Guardini veröffentlichte 1951 unter dem Titel „Die Macht –
Versuch einer Wegweisung“ eine Denkschrift, die auffällig viele
Bezüge zu unserer Gegenwart aufweist – in Europa und weltweit.
Bisher für stabil gehaltene soziale Systeme scheinen plötzlich zu
erodieren. Autokraten bemächtigen sich immer häufiger offener
Zivilgesellschaften. Aber auch die Mächtigen fühlen sich zunehmend
vereinnahmt von ihrer eigenen Machtfülle. „Die Familie verliert
ihre gliedernde und ordnende Funktion“, resümiert Guardini, „die
neuen Städte gleichen einander immer mehr, ob sie nun in Europa
oder in China, in Nordamerika, Russland oder Südamerika entstehen.“
Von dieser Nivellierung ausgehend bildet sich ein neuer Typus
Mensch heraus, „der aus dem Augenblick lebt, einen beängstigenden
Charakter beliebiger Vertretbarkeit bekommt und dem Zugriff der
Macht bereitsteht.“ Die Rückbesinnung auf die transzendente
Dimension kann eine Wegweisung sein. Die Beziehung zu Gott öffnet
dem Menschen einen Freiraum, der ihn vor dem Zugriff der Macht
wappnen kann. Guardini bleibt in der Kritik an den Verhältnissen
nicht stehen. Es geht ihm um die Aufgabe, die Macht so einzuordnen,
dass der Mensch in ihrem Gebrauch als Mensch bestehen kann und
nicht restlos Machtmechanismen ausgesetzt ist oder ihnen gar
verfällt. Prof. Dr. Jean Greisch, Professor em. für Philosophie und
ehemaliger Inhaber der Guardini-Professur für Religionsphilosophie
und Katholische Weltanschauung an der Humboldt-Universität zu
Berlin, gilt als einer der besten Kenner Romano Guardinis. Prof.
Dr. Jean Greisch referierte zum Thema 'Romano Guardinis
Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Macht' bei der
Guardini-Tagung 30.1.-1.2.2020.
Versuch einer Wegweisung“ eine Denkschrift, die auffällig viele
Bezüge zu unserer Gegenwart aufweist – in Europa und weltweit.
Bisher für stabil gehaltene soziale Systeme scheinen plötzlich zu
erodieren. Autokraten bemächtigen sich immer häufiger offener
Zivilgesellschaften. Aber auch die Mächtigen fühlen sich zunehmend
vereinnahmt von ihrer eigenen Machtfülle. „Die Familie verliert
ihre gliedernde und ordnende Funktion“, resümiert Guardini, „die
neuen Städte gleichen einander immer mehr, ob sie nun in Europa
oder in China, in Nordamerika, Russland oder Südamerika entstehen.“
Von dieser Nivellierung ausgehend bildet sich ein neuer Typus
Mensch heraus, „der aus dem Augenblick lebt, einen beängstigenden
Charakter beliebiger Vertretbarkeit bekommt und dem Zugriff der
Macht bereitsteht.“ Die Rückbesinnung auf die transzendente
Dimension kann eine Wegweisung sein. Die Beziehung zu Gott öffnet
dem Menschen einen Freiraum, der ihn vor dem Zugriff der Macht
wappnen kann. Guardini bleibt in der Kritik an den Verhältnissen
nicht stehen. Es geht ihm um die Aufgabe, die Macht so einzuordnen,
dass der Mensch in ihrem Gebrauch als Mensch bestehen kann und
nicht restlos Machtmechanismen ausgesetzt ist oder ihnen gar
verfällt. Prof. Dr. Jean Greisch, Professor em. für Philosophie und
ehemaliger Inhaber der Guardini-Professur für Religionsphilosophie
und Katholische Weltanschauung an der Humboldt-Universität zu
Berlin, gilt als einer der besten Kenner Romano Guardinis. Prof.
Dr. Jean Greisch referierte zum Thema 'Romano Guardinis
Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Macht' bei der
Guardini-Tagung 30.1.-1.2.2020.
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