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Episoden
03.02.2026
58 Minuten
„Gaudium et spes (Freude & Hoffnung)“, so heißt die
Pastoralkonstitution, die unser Konzil vor exakt 60 Jahren erlassen
hat: Was die Menschen von heute bewegt, wollte sich die Kirche zu
eigen machen, endlich positiv auf die moderne Welt und ihren
Fortschritt schauen und die Zeichen der Zeit im Licht des
Evangeliums fruchtbar machen. Das zweite Begriffspaar, „luctus et
angor (Trauer & Angst)“ hat es zwar nicht in den Titel des
Textes geschafft, gehört aber als Rückseite zur Medaille dazu.
Heute drückt es vielleicht sogar eher das aus, was Menschen
empfinden, wenn sie auf die Welt von heute schauen: Unsere
Lebensgrundlagen sind kaum noch zu retten. Die Völkergemeinschaft
bricht wieder auseinander. Die Demokratie gerät unter Druck. Der
Krieg ist zurück. Wie gehen wir als Christen damit um, dass die
„Zeichen der Zeit“ heute überwiegend Minus-Zeichen sind? Verdrängen
hilft da ebenso wenig, wie die Hoffnung einfach „thetisch“ zu
behaupten. Welche tatsächlichen Anzeichen für Hoffnung lassen sich
denn noch entdecken? Wie kann ich mich auch ohne konkrete
Erfolgsaussichten zum Guten motivieren? Wie sind die Propheten oder
andere Zeugen unserer Ur-Kunden mit Katastrophen klargekommen? Aber
auch: Was brauchen meine Mitmenschen in dieser Lage von mir? Heute
zu Gast: Sr. Dr. Katharina Ganz ist Franziskanerin und war zwölf
Jahre lang Generaloberin ihrer Gemeinschaft. Sie hat Theologie und
Sozialwesen studiert und promovierte über das pastorale Konzept
ihrer Ordensgründerin Antonia Werr, in dem Verletzlichkeit
(Vulnerabilität) die entscheidende Rolle spielt. Abt Dr. Johannes
Eckert ist Benediktiner der Abtei Sankt Bonifaz in München und
Andechs. Mit seiner reichen Vortrags- und Autorentätigkeit
bereichert er die öffentliche Diskussion durch zeitgemäße
Auslegungen biblischer Texte und frische Denkansätze zu Fragen des
kirchlichen Lebens. Moderiert wird das Gespräch am 28.1.2026 von
Akademiedirektor Dr. Achim Budde.
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03.02.2026
1 Minute
Ein russischer Aufruf gegen den Krieg in der Ukraine
Akademiegespräch am Mittag mit Prof. Dr. Kristina Stoeckl und Dr.
Johannes Oeldemann Mutig, fromm, riskant: Anfang Januar 2025
veröffentlichen ein paar Dutzend russische Geistliche und Laien
anonym einen Aufruf gegen den Krieg in der Ukraine, der sie ihre
Freiheit oder ihr Leben kosten könnte: Theologisch begründen sie,
warum sich Patriarch Kyrill zu Unrecht auf die Bibel und die
kirchliche Tradition beruft, um den völkerrechtswidrigen
Angriffskrieg zu legitimieren. Wir wollen zunächst die Aktion
würdigen: Was steht in dem Text? Wie argumentiert er theologisch?
Unter welchen Bedingungen mussten die Gleichgesinnten sich finden
und arbeiten? Wie veröffentlichten sie ihre Botschaft und welche
Risiken gingen sie damit ein? Wie organisiert und wie motiviert
sich aktuell die Opposition? Manches Hintergrundwissen ist nötig,
um die Situation zu bewerten: Wie wird in der orthodoxen Welt
traditionell das Verhältnis von Kirche und Staat bestimmt? Und was
hat die neue Lehre von der „Russischen Welt (Russkij mir)“ daraus
gemacht? Schließlich interessieren uns die Perspektiven: Für die
kirchliche Opposition unter Patriarch Kyrill. Für die
Zivilgesellschaft unter Putin. Für den ökumenischen Dialog. Heute
zu Gast: Prof. Dr. Kristina Stoeckl ist Religionssoziologin an der
Freien Internationalen Universität für Soziale Studien (LUISS) in
Rom und forscht intensiv über die Russische Orthodoxie und ihr
Verhältnis zum Staat. Dr. Johannes Oeldemann ist Direktor am
Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik, Schriftleiter der
Zeitschrift „Catholica“ und profunder Kenner der Ostkirchen und
ihrer Theologie insbesondere in Russland. Er hat den Aufruf ins
Deutsche übersetzt. Moderiert wird das Online-Gespräch am 14.1.2026
von Akademiedirektor Dr. Achim Budde. Russischer Aufruf gegen den
Krieg in der Ukraine von 2025:
https://www.herder.de/stz/online/chri... Erklärung von 2022:
https://publicorthodoxy.org/2022/03/1... Report von Sergej Chapnin:
https://ocl.org/religious-communities... Newsletter-Anmeldung:
https://kath-akademie-bayern.de/newsl...
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28.11.2025
59 Minuten
Wie kann das Monströse ins kulturelle Gedächtnis gehoben werden?
So, dass es Betroffene nicht retraumatisiert, sondern aufatmen, Mut
und Trost fassen lässt? So, dass die Kirche damit keine lästige
Pflichtübung vollzieht, sondern ernsthaft bereut und sich auf einen
unabgeschlossenen Prozess verpflichtet? So, dass es in die
Gesellschaft hineinwirkt, die Tabuisierung überwindet und Passanten
zur Auseinandersetzung drängt. So, dass es die verleugneten
Geschichten erzählt und die brutale Wahrheit ins Gespräch bringt,
ohne voyeuristisch zu werden? Das Erzbistum Paderborn gestaltet
pünktlich zum Erscheinen des Missbrauchsgutachtens im Frühjahr 2026
die Brigidenkapelle im Hohen Dom zu einem Mahnmal um. Der
Siegerentwurf dafür stammt von dem Münchner Künstler Christoph
Brech, der hierzulande u.a. durch die Lungenflügelfenster in der
Heilig-Kreuz-Kirche von sich reden machte, und der der Akademie
durch Ausstellungen und die jährliche Weihnachtskarte eng verbunden
ist. Das Projekt wird in engem Austausch mit dem Domkapitel,
vertreten durch Generalvikar Mrgs. Dr. Michael Bredeck, und dem
Betroffenenbeirat, vertreten durch seinen Vorsitzenden Reinhold
Harnisch, durchgeführt. Alle drei lassen sich heute zum diesem
vielschichtigen Prozess befragen. Was ist die Grundidee hinter dem
Entwurf „Memory – Aufdecken und Erinnern“? Was sind seine einzelnen
Elemente? Warum hat er sich durchgesetzt? Was hat der Hahn mit dem
Missbrauch zu tun? Wieso ein Kinderspiel als Bezugsgröße? Was steht
auf der Unterseite der Karten? Aber uns interessiert auch das
methodische Vorgehen: Wie designt man einen Prozess, für den es
keine Blaupause gibt? Wer hat die Ziele definiert? Wie wird ein
Ausgleich gefunden, wo die Anliegen nicht deckungsgleich sind? Wann
und wie wurden Betroffene einbezogen? Welche Grenzen sind gesetzt?
Und was sagt eigentlich der Denkmalschutz? Mit Akademiedirektor Dr.
Achim Budde diskutierten am 26.11.2025: Christoph Brech, Msgr. Dr.
Michael Bredeck und Reinhold Harnisch.
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13.11.2025
1 Minute
Gehen den Demokraten im Kampf gegen die Demokratie-Verächter die
Ideen aus? Und die Puste? An Vorschlägen und Rezepten mangelt es
nicht. Aber sie haben alle ihre Haken. „Gut regieren“ wäre
vielleicht das Wichtigste. Aber genau dies ist schwieriger geworden
in einer grundständig veränderten Parteienlandschaft – und in
Zeiten multipler Krisen. Und die vom rechten Rand geschürten
Ressentiments ein bisschen zu bedienen, hat bislang auch nicht
geholfen. „Argumentieren“ müsse man, und die Populisten inhaltlich
stellen. Was aber, wenn diese sich der faktenbasierten Debatte
entziehen, und stattdessen in ihrer immer größeren Blase
konkurrenzfrei kommunizieren können? Auch „verbieten“ ist nicht
trivial: Einmal, weil ein Verbotsverfahren scheitern könnte. Aber
auch, weil ein Drittel oder Viertel der Wählerschaft ein Verbot
„ihrer Partei“ als antidemokratischen Affront deuten dürfte. Sind
die Verfassungsfeinde inzwischen „too big to ban“? Bleibt nur
„entzaubern“? Also (mit-) regieren lassen und hoffen, dass die
Anhänger bald sehr enttäuscht sein werden? Aber werden unsere
demokratischen und rechtsstaatlichen Institutionen das schadlos
überstehen? Für immer mehr Engagierte ist auch „resignieren“
inzwischen eine echte Option, um sich nicht bis zur Erschöpfung
aufzureiben – sei es als Rückzug aus der Politik, als Auswanderung
oder auch als Flucht ins Biedermeierlich-Private. Vor den drei
Kommunal- und fünf Landtagswahlen des kommenden Jahres wollen wir
darüber nachdenken, welche Strategie die demokratischen Kräfte
verfolgen könnten, um – in allem Ringen um konträre politische
Konzepte – doch gemeinsam die Vorzüge der Demokratie zu verkörpern.
Zum Thema 'Optionen der demokratischen Mehrheit' diskutierten Prof.
Dr. Ursula Münch und Marco Wanderwitz mit Akademiedirektor Dr.
Achim Budde online am 12.11.2025.
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30.10.2025
1 Minute
Rennt die medizinische Innovation der Ethik davon? -
Akademiegespräch am Mittag mit Prof. Dr. Alena Buyx und Prof. Dr.
Markus Lerch Der medizinische Fortschritt ist ein Segen. Aber er
kann auch Angst und Bange machen: Weil man immer weniger davon
verstehen kann. Weil es immer schneller geht. Und weil auf einem
milliardenschweren Markt immer auch wirtschaftliche Interessen im
Spiel sind, die mit denen der Patienten nicht deckungsgleich sind.
In dieser Konstellation sind ethische Fragen vorprogrammiert. Aber
bleibt im Wettlauf der Innovationen überhaupt Zeit zum Nachdenken?
Wir wollen darüber reden mit Prof. Dr. Markus Lerch, der als
Ärztlicher Direktor der Uniklinik der LMU und Innovationen
forciert, und mit der wohl prominentesten Vertreterin der
medizinischen Ethik in Deutschland, Prof. Dr. Alena Buyx. Wo
eröffnen sich aktuell neue Therapiemöglichkeiten und welche Risiken
sind damit verbunden? Ist in die Innovationsprozesse der großen
Player eine „ethische Reflexionsschleife“ implementiert? Worauf ist
zu achten, wenn Gesundheitsforschung und klinische Studien auch
unternehmerische Potenziale wecken sollen? Werden neue
Geschäftsmodelle, die Triebfedern des Fortschritts sind, durch
Ethik ausgebremst? Welche Rolle spielen die Kirchen bei alledem?
Das Gespräch mit Akademiedirektor Dr. Achim Budde fand am
29.10.2025 online statt.
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Über diesen Podcast
Dokumentierte Vielfalt hören von Veranstaltungen der Katholischen
Akademie in Bayern. Referate, Diskussionen und Gespräche zu Themen,
die Kirche und Gesellschaft interessieren: Expertinnen und Experten
haben das Wort.
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