#272 Manuel Atug – Unsere digitale Un-Souveränität
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Beschreibung
vor 6 Monaten
Digitale Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Spannungsfeld
zwischen Souveränität, Machtmissbrauch und der trügerischen
Bequemlichkeit technischer Versprechen. Manuel Atug beschreibt
die Entwicklung als dreistufigen Kontrollverlust: Erst wanderten
unsere Daten von eigener Hardware in fremde Rechenzentren, dann
verlagerte man Anwendungen und Geschäftslogik in
Cloud-Plattformen, und schließlich überlässt man nun auch die
Auswertung dieser Daten externen KI-Konzernen. Immer flankiert
von „günstiger, einfacher, alternativlos“ – und doch stets
verbunden mit wachsender Abhängigkeit.
Souveränität, so Manuel, bedeutet nicht absolute Sicherheit,
sondern die Fähigkeit, selbst zu entscheiden – mit klaren
Exit-Strategien, Vielfalt an Anbietern und dem Bewusstsein für
Risiken. Statt sich vom Glitzer neuer Technologien blenden zu
lassen, braucht es nüchterne Ziele: Abhängigkeiten minimieren,
Entscheidungsfreiheit sichern, offene Standards nutzen.
Die eigentliche Gefahr liegt weniger in spektakulären
Cyberangriffen als in der schleichenden Normalisierung mächtiger
Überwachungssysteme – unabhängig davon, ob sie amerikanisch,
israelisch oder europäisch etikettiert sind. Ein Palantir bleibt
ein Palantir, auch mit EU-Flagge.
Manuels Gegenrezept ist radikal bodenständig: Transparenz über
die eigene IT-Landschaft schaffen, Alternativen prüfen, Wechsel
vorbereiten – und politisch wie gesellschaftlich laut bleiben,
bevor aus Bequemlichkeit ein irreversibler Kontrollverlust wird.
Denn die Frage ist nicht, ob digitale Souveränität verloren geht,
sondern wie lange wir noch glauben, sie selbstverständlich zu
besitzen.
Zu Gast:
Manuel Atug („HonkHase“), Experte für IT-Sicherheit und kritische
Infrastrukturen.
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