#269 Sebastian Beblawy – Den Kreis schließen: Klärschlamm zu Kunststoff

#269 Sebastian Beblawy – Den Kreis schließen: Klärschlamm zu Kunststoff

39 Minuten

Beschreibung

vor 7 Monaten

Die schönste Provokation dieses Gesprächs liegt im Kontrast:
Während wir Kohlenstoff als Müll verbrennen, der „weg“ muss,
träumt Sebastian Beblawy von einer Wirtschaft, die ihn wie ein
Schatz hütet. Seine Firma EveryCarbon zeigt, dass es keinen
technischen Grund gibt, warum aus menschlichen Fäkalien,
Gemüseresten oder Klärschlamm nicht wertvolle Baustoffe werden
könnten. Nur unsere Sprache, unser Denken—und unser
Geruchssinn—stehen im Weg.


Sebastian spricht nicht von Müll, sondern von „Bodensatz vom
Bodensatz“, der in der chemischen Industrie wieder auferstehen
soll. Zwei Kulturen, sagt er, prallen dabei aufeinander: die
chaotische, schmutzige Abfallwirtschaft und die sterile,
standardisierte Welt der Chemie. EveryCarbon will beides
zusammenbringen: mit Mikroorganismen, die Abfall „verdauen“, und
gentechnisch veränderten Bakterien, die präzise Moleküle
erzeugen—Alkohole, aus denen später Kunststoffe für den Bau
entstehen.


Dabei ist nichts romantisch. Der Prozess stinkt. Doch Sebastian
hält dagegen: Wer würde freiwillig Erdöl essen, aber stört sich
am Gedanken, dass Dämmstoffe aus etwas bestehen, das mal ein
Apfel oder etwas viel Körpernäheres war?


Die Pointe: Nicht das Material ist eklig, sondern unsere
Vorstellung davon. Wer beginnt, Kohlenstoff als zirkulierenden
Wert zu denken statt als linearen Abfall, kann nicht nur neue
Stoffe schaffen—sondern ein neues Verhältnis zur Welt.


Zu Gast:


Sebastian Beblawy, Gründer von EveryCarbon


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