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  4. #263 Christoph Bornschein – Narrative für eine digitale Zukunft
Wenn die Zukunft zum Versprechen werden soll, braucht sie eine
Geschichte, die Hoffnung macht – nicht eine, die Angst schürt.
Christoph Bornschein trifft in seinem Gespräch mit Michael einen
Nerv: Statt Technologie als Bedrohung zu inszenieren, wäre es an
der Zeit, ihre Gestaltungskraft zu entdecken. Doch eine
Gesellschaft, in der 51 Prozent der Erwerbstätigen weniger als
basale digitale Fähigkeiten besitzen, bleibt im Modus der Nutzung
– statt selbst zu gestalten.

Der Diskurs ist elitär, weil der Zugang fehlt. Und wo Bildung
fehlt, übernehmen Beruhigungsnarrative: Der Passat wird ewig
gebaut, der Wandel wird sanft sein. Christoph spricht von der
Notwendigkeit, das „Pflaster abzuziehen“. Gesellschaftliche
Ehrlichkeit statt falscher Rücksichten – auch wenn das bedeutet,
sich von liebgewonnenen Selbstbildern zu trennen.

Er schlägt vor, sich von der Verklärung der Vergangenheit aktiv
zu verabschieden. Vergessen – nicht als Defizit, sondern als
bewusster, produktiver Akt: Nur wer loslässt, kann gestalten. In
der Idee eines „gesellschaftlichen Vergessensprozesses“ liegt die
radikalste These dieser Episode. Und vielleicht auch die
hoffnungsvollste. Denn erst wenn wir akzeptieren, dass die
bisherigen Muster ihre Wirksamkeit verloren haben, entsteht Raum
für Neues: für Narrative, die Europa als digital handlungsfähigen
Raum denken, für eine Ökonomie, die Software nicht nur benutzt,
sondern entwickelt – und für ein Bildungssystem, das Zukunft
nicht als Ausnahme, sondern als Standard versteht.

Zu Gast:

Christoph Bornschein, Mitgründer und Chairman von TLGG

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„#263 Christoph Bornschein – Narrative für eine digitale Zukunft“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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