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Beschreibung
vor 11 Monaten
Wie wäre es, wenn unsere Vorfahren keinen Krieg erlebt hätten,
wenn es den Holocaust nicht gegeben hätte? Wenn wir vollkommen
frei wären von Kriegstraumata, Trauer- und Schuldgefühlen, selbst
erlebten und transgenerational übertragenen? Wie sähen unseren
Leben aus, unsere Familien, Partnerschaften, Berufskarrieren?
Unsere Gesellschaft?
Es ist nicht allzu verwegen, wenn ich behaupte: sehr, sehr
anders. Gesünder, entspannter, kooperativer, gelassener,
freundlicher. So also, wie sich die allermeisten von uns ihr
Leben wünschen. Wir haben natürlich erlebt, ja erlitten, wie sich
stattdessen das dunkle Erbe der deutschen Geschichte und die
belasteten Gefühlserbschaften unserer Familien zwischen uns und
unser Ideal von einem guten Leben gestellt haben. Das ist kein
Grund dafür, dieses Ideal zu verabschieden, finde ich. Die Frage,
die mich seit langem bewegt: Wie können wir es dennoch erreichen
– trotz und im Angesicht dieser Gefühlserbschaften?
Dazu möchte ich ein paar Gedanken und Erfahrungen, auch sehr
persönliche, mit euch teilen. Die Geschichte meiner Familie und
meine Auseinandersetzung damit. Und all das anlässlich des 80.
Jahrestags des Kriegsendes, der uns zeigt, warum es so bedeutsam
ist, die Gefühlserbschaften zu entschlüsseln – und die Erinnerung
wach zu halten.
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