Folge 7: Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät

Folge 7: Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät

vor 1 Jahr
Eine Beziehung führten die beiden jüdischen Wiener Robert Bachrach und Leo Hochner nie offiziell. Aber anhand von alten Briefen lässt sich erahnen, dass es Liebe war. Doch der NS-Terror riss sie auseinander. Für immer.
30 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Jahr
Die Liebesgeschichte von Robert Bachrach und Leo Hochner endete,
noch bevor sie richtig begann. Auseinandergerissen durch das
NS-Regime, lässt sich das Band der beiden Wiener Juden nur noch
anhand von Briefen nachvollziehen, die sie an Freunde und Familie
schrieben. Beide planten, sich auf ihren Fluchtrouten in der
Schweiz zu treffen und gemeinsam in die USA zu emigrieren. Doch es
kam alles anders.

Robert trifft allein in New York ein, wo er ein neues Leben
beginnen will. Doch das Gesetz verbietet ihm seine Homosexualität.
Er wird festgenommen. Wenig später wird Robert mehrere
Abschiedsbriefe schreiben und eine Überdosis Schlaftabletten
einnehmen, an der er schließlich stirbt – ohne je zu erfahren, wie
es Leo Hochner in der Zwischenzeit ergangen ist. Dieser flüchtete
nach Budapest, heiratete und bekam einen Sohn, den er "Robert"
nannte. Zufall oder Schicksal?

Autor Victor Sattler begibt sich in dieser Episode der
"Stolpertexte" auf die Spur einer Liebesgeschichte, die es
offiziell nie gab. Robert Bachrach und Leo Hochner stehen dabei
stellvertretend für viele queere, jüdische Menschen, die durch das
NS-Regime und darüber hinaus, für ihre Liebe und ihren Glauben
verfolgt wurden. Ihre Geschichte ist nur eine von tausenden, die im
Archiv des Leo Baeck Instituts (LBI) zu finden sind. Für das
Literaturprojekt "Stolpertexte" wurde das Archiv für Autorinnen und
Autoren geöffnet. Auf Grundlage von Tagebucheinträgen,
überlieferten Erinnerungen und zeitgeschichtlichen Dokumenten
entstanden auf diese Weise bereits über 30 literarische Texte, die
– ähnlich wie die Stolpersteine in den Straßen Europas – an das
Leben und die Träume von Menschen, wie Leo Hochner und Robert
Bachrach, erinnern. Der Podcast "Stolpertexte" macht ihre
Geschichten lebendig.

Folge 7: Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät | Von Victor
Sattler | Mit den Stimmen von Judith Engel, Marina Frenk, Christoph
Gawenda, Oscar Hoppe und Max Urlacher | Host: Tanya Raab | Regie:
Jean-Claude Kuner | Redaktion: Steffen Moratz, Anne Wihan | Musik:
Janko Hanushevsky | Produktion: MDR 2024

Podcast-Tipp: Queer Crimes
https://1.ard.de/queercrimes?cp=stolpertexte
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