Wird das Sondervermögen zur Reformbremse, Herr Kampeter?
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vor 11 Monaten
Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der
Deutschen Arbeitgeberverbände, äußert sich kritisch zu den
geplanten Milliarden-Investitionen. Im Gespräch mit Helene
Bubrowski befürchtet er, dass sich Union und SPD nicht zu
entscheidenden Reformen durchringen werden.
Zum Sondierungspapier sagt Kampeter: „Jetzt haben Sie groß
gedacht bei Schulden, jetzt müssen Sie groß denken bei Reformen.
Sonst wird diese Koalition, die rechnerisch ja eine kleine ist,
auch keine große bei den Inhalten werden.“
Es reicht nicht, sagt Kampeter, „nur Geld auszugeben – egal, ob
es aus Steuern, aus Beiträgen oder aus Schulden finanziert wird.
Wenn es beispielsweise für eine Infrastruktur ausgegeben wird und
wir zehn Jahre auf die Genehmigung warten müssen, dann ist das
möglicherweise rausgeschmissenes Geld.“
Daniel Mack, Mitglied der Geschäftsleitung von Dassault Systèmes,
sieht große Chancen für Deutschland und Europa. Dassault Systèmes
entwickelt Grafiksoftware, die vor allem von Firmen in der
Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik,
der Architektur und der Stadtplanung genutzt wird.
Mack sagt: „Wenn aus den geplanten Milliarden-Investitionen gute
Förderprogramme entstehen, wenn man das unterstützt, was an
Universitäten passiert, was Start-ups auf den Weg bringt und wie
sich Konzerne transformieren, dann kann daraus, glaube ich, eine
ziemlich gute Geschichte werden, die in Europa Nachahmer finden
wird.“
Vom Abgesang auf den Standort Deutschland hält Mack nichts.
„Europa ist kein abgehängter Kontinent. Unternehmen aus anderen
Ländern investieren hier, weil wir eine Top-Landschaft haben, was
unsere Universitäten betrifft – vor allem im Bereich der
Entwicklung des Manufacturings und der Produktion. Wer in Europa
und Deutschland in die Produktion investiert, vor allem in die
industrielle Produktion, weiß, was er bekommt.“
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