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  4. "Theater der Macht" - Uwe Kullnick spricht mit Karl-J. Hölkeskamp über dessen Buch – Hörbahn on Stage - Histothek
Theater der Macht: Die Inszenierung der Politik in der
römischen Republik

(Hördauer ca.92 min, Einführung, Beginn des Gesprächs 
 17:15)

PROZESSIONEN, POMP UND RITUALE - EIN NEUES BILD DER RÖMISCHEN
REPUBLIK

500 Jahre währte die Geschichte der römischen Republik. Große
Namen wie Brutus, Cato, Sulla, Caesar und Augustus ragen daraus
hervor. Doch was war der Stoff, der ihre Welt im Innersten
zusammenhielt? Ausgefeilt choreographierte Zeremonien und streng
festgelegte Rituale der Macht, die in Rom wie auf einer Bühne
inszeniert wurden! Triumphzug und Götterkult, Volksversammlung
und Leichenbegängnis – alles fügte sich zu einer niemals endenden
Aufführung, in deren unablässigem Vollzug jeder Bürger den
römischen Kosmos wiedererkannte und verstand, wo darin sein Platz
war.

Wer dieses Buch liest, versteht mit einem Mal, dass pomp and
circumstance im alten Rom nicht einfach schmückendes Beiwerk
imperialen Glanzes waren, sondern vielmehr Fundament und Rückgrat
des römischen Staates bildeten. Die zahllosen Bauwerke und
Denkmäler im Herzen Roms – die alle die Größe, die Heroen und die
Ordnung der römischen Welt herauf beschwören – erweisen sich bei
näherem Hinsehen als lebendige, bedeutungsvolle und wirkmächtige
Kulisse, vor der einst das Theater der Macht aufgeführt wurde.
Sie bildete den Raum, in dem Götter, Priester, Politiker und Volk
einander begegneten, miteinander kommunizierten und agierten.
Zugleich erschließt sich, wie wichtig die durchchoreographierten
Triumphe und Trauerfeiern, die Volksversammlungen und
Kulthandlungen, die dort inszeniert wurden, für die Zeitgenossen
waren – dienten sie ihnen doch als Begründung und Beglaubigung
der unvergänglichen Macht und Herrschaft Roms. Es war geradezu
das Signum dieser Kultur, dass der Alltag der Politik auf dem
Forum einerseits und die außeralltägliche Welt der Bühne, der
Feiern und Spiele andererseits sich ebenso gegenseitig spiegelten
bzw. teilweise durchdrangen wie die zeremoniellen,
symbolisch-ausdrucksstarken Formen und zweckrationalen,
technisch-instrumentellen Verfahren der Entscheidungsfindung. Das
dabei verwendete Repertoire an Gesten, Gebärden und Formeln in
öffentlicher Rede, Zeremonien, Ritualen und anderen Handlungen
mit symbolischer Qualität erbrachte als wichtigste Leistung die
ständige Vergewisserung und Verpflichtung aller Beteiligten und
legte sie auf Akzeptanz und Verbindlichkeit der römischen Ordnung
fest.

 

Das Grundlagenwerk für das Verständnis der römischen Republik

Besondere Klarheit der Darstellung mit konkreten Beispielen

Circus – Triumph – Leichenbegängnis

Die Präsenz der Vergangenheit als Ansporn zu neuer Größe

Karl-Joachim Hölkeskamp, geboren am 25. Juli
1953 in Witten, ist ein renommierter deutscher Althistoriker. Er
studierte von 1972 bis 1979 an der Ruhr-Universität Bochum und
schloss mit dem Ersten Staatsexamen in Englisch und Geschichte
ab. 1984 promovierte er in Bochum. Seine akademische Karriere
führte ihn von 1987 bis 1991 als Research Fellow nach Cambridge,
wo er auch als Affiliated Lecturer tätig war. 1991 habilitierte
er sich in Bochum. Nach einer kurzen Professur in Greifswald
(1994-1995) lehrte er von 1995 bis zu seiner Emeritierung 2019
als Professor für Alte Geschichte an der Universität zu Köln.
Hölkeskamps Forschungsschwerpunkte umfassen die griechische und
römische Geschichte, insbesondere die politische Kultur der
römischen Republik sowie die Entstehung der Polis. 2017 wurde er
gemeinsam mit seiner Ehefrau Elke Stein-Hölkeskamp mit dem
Karl-Christ-Preis ausgezeichnet. Er hat zahlreiche Werke
veröffentlicht und war als Herausgeber verschiedener
Fachzeitschriften und Buchreihen tätig.

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Redaktion und Realisation Uwe Kullnick
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