Speichel ist ein blutstillendes Mittel, das auch Bluter immer bei sich haben

Speichel ist ein blutstillendes Mittel, das auch Bluter immer bei sich haben

15 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr
Kleine Verletzungen sind im Alltag ganz normal, kleine
Schnittwunden beim Rasieren, bei der Gartenarbeit oder beim
Hantieren mit scharfkantigem Papier. Instinktiv stecken wir den
blutenden Finger in den Mund und unterstützen so die
Blutgerinnung.  Das funktioniert auch mit dem Speichel von
Blutern, hat Prof. Dr. Johannes Thaler von der MedUni Wien
herausgefunden. Thaler ist an der Abteilung für Hämatologie und
Hämostaseologie tätig. Eine Studie unter seiner Leitung hat sich
mit Hämophilie-A-Patienten befasst - das ist die häufigste Form der
Bluterkrankheit und betrifft einige hundert Patienten in
Österreich. Die Ergebnisse zeigen, dass der Speichel dieser
Patienten die Gerinnung des Blutes auslöst, was gerade bei an der
Bluterkrankheit leidenden Menschen eine wichtige Information sein
kann. Er finde es „hilfreich, seinen Patienten sagen zu können,
dass auch ihr Gerinnungssystem teilweise sehr gut funktioniert.
Also dass zum Beispiel der Speichel ein Hämostatikum ist, also ein
blutstillendes Mittel ist, das sie immer bei sich haben." Und so
funktioniert die Blutgerinnung bei gesunden Menschen: Im
zirkulierenden Blut gibt es inaktive Vorstufen verschiedener
Proteine, die sogenannten „Gerinnungsfaktoren". Um die Gefäße herum
gibt es beispielsweise einen Gewebsfaktor, den Tissue-Faktor, und
wenn es nun zu einem Gewebsschaden, zu einer Verletzung kommt, wird
dieser Tissue-Faktor freigelegt, der kommt in Kontakt mit den
anderen Gerinnungsfaktoren im Blut und dann wird die ganze Kaskade
an Enzymen ausgelöst, die sich gegenseitig aktivieren und am
Schluss steht dann die Bildung von Fibrin, eine Art Gewebskleber
und die Aktivierung von Blutplättchen, auch Thrombozyten genannt.
Diese verschließen die Wunde mit einem Thrombus, einem Pfropfen.
Thaler: „Das ist ein ganz fein abgestimmter Prozess, denn es muss
einerseits ausreichend gerinnen, sonst kommt es zu einer Blutung,
es darf aber auch nicht zu viel gerinnen, denn sonst würde es zu
einer Thrombose, Schlaganfall, Herzinfarkt etc. kommen."

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