#242 Philipp Höllermann - Warum unsere Bildung im Mittelalter stecken geblieben ist
49 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Jahr
Der Kontrast könnte kaum größer sein: Auf der einen Seite die
Anforderungen an Bildung und Lernen, auf der anderen Seite unsere
Gewohnheiten und Strukturen. Michael diskutiert mit dem
Bildungsenthusiasten Philipp Höllermann darüber, wie wir Menschen
dazu bringen können, lebenslang und mit Begeisterung zu lernen.
Philipp beschreibt, wie aus der Zeit gefallen die heutigen
Bildungsstrukturen sind. Im Mittelalter waren Bücher das knappe
Gut der Bildung. Also zogen die Lehrenden von einer Stadt zur
nächsten und lasen aus ihren Büchern vor. Bücher sind inzwischen
nicht mehr das Problem, Vorlesungen sind geblieben. Später
brauchte es brave Bürger und fähige Soldaten, die an der Front
verheizt werden konnten. Disziplin, Wohlverhalten, abrufbares
Wissen waren gefragt - und genau dafür wurden Schulen entwickelt.
Form und Struktur sind geblieben.
Der Alltag: 28 Kinder sitzen in einem engen Raum. Philipp sagt:
Das Einzige, was man damit erreicht, ist eine hervorragende
Petrischale, aber nicht für Bildung, sondern für Ablenkung, Lärm
und im Zweifelsfall irgendwelche Viren und Läuse. Kompetenzen
müssen in den Vordergrund rücken, nicht das Wissen, so Philipp.
Das Wissen ist im Zweifel flüchtig, überflüssig oder nicht mehr
up to date. Wer aber Kompetenzen fordert, wird mit den üblichen
Lehrplänen oder gar Bewertungsmaßstäben nicht weit kommen.
Also: Individuelle Lernpläne, Abgleich mit dem eigenen
Fortschritt und Tempo, Lernen an eigenen themenübergreifenden
Projekten. Letztlich müssen wir eins lernen: Wie entwickele ich
das Curriculum meines eigenen Lebens und setze es um?
Zu Gast: Philipp Höllermann,
Bildungsenthusiast und CTO der Deutschen
Weiterbildungsgesellschaft.
Create your podcast today!
#madeonzencastr
Weitere Episoden
43 Minuten
vor 3 Wochen
48 Minuten
vor 1 Monat
54 Minuten
vor 1 Monat
44 Minuten
vor 2 Monaten
In Podcasts werben
Kommentare (0)